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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 05.12.2019:

„Die engagierte MINT-Förderung weckt in den Schülerinnen und Schülern naturwissenschaftlichen Entdeckergeist und Forscherfreude.“

Die „MINT21-Initiative an Bayerischen Realschulen“

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Bildrechte: MINT21

Die „MINT21-Initiative an Bayerischen Realschulen“ fördert über den Zeitraum von September 2010 bis August 2021 die Verbesserung des Unterrichts an bayerischen Realschulen in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), um den Schüleranteil - insbesondere den Anteil der Mädchen - an der Wahlpflichtfächergruppe I (mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Bereich) zu erhöhen. Seit September 2018 ist als Antwort auf die beschlossene digitale Zukunftsstrategie der bayerischen Staatsregierung mit MINT21DIGITAL das Thema Digitalisierung in den Fokus gerückt.


Der Fachkräftebedarf im MINT-Bereich ist in ganz Deutschland groß. Fast 500.000 Stellen sind unbesetzt, davon immer mehr auch in nicht-akademischen Berufsfeldern. Mit einer Verbesserung des MINT-Unterrichts an bayerischen Realschulen und einer Stärkung der MINT-Kompetenzen von Realschüler/inne/n will die MINT21-Initiative dem Fachkräftemangel in Bayern begegnen. Die Initiative MINT21 - ein gemeinsames Projekt der bayerischen Metall- und Elektro- Arbeitgeber bayme und vbm, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) sowie des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus - ist Teil der zukunftsfähigen Positionierung der bayerischen Realschulen (Initiative Realschule 21 des Bildungsministeriums) zur Optimierung der Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit von Realschulabsolvent/inn/en. „Die bayerische Wirtschaft braucht dringend qualifizierte MINT-Nachwuchskräfte“, erklärt Dr. Christof Prechtl im Namen der vbw. „Deshalb benötigen wir schon frühzeitig in den Schulen Programme, die die Begeisterung junger Menschen für Technik wecken und fördern. Die MINT21-Initiative an bayerischen Realschulen ist aus Sicht der Wirtschaft genau der richtige Ansatz. Die Perspektiven in diesem Bereich sind groß, schließlich bietet ein Arbeitsplatz in der Metall- und Elektro-Industrie beste Berufsperspektiven. Die Erweiterung der Initiative um digitale Themen ist im Hinblick auf die Arbeitswelt 4.0 von zentraler Bedeutung.“

Gefördert werden Realschulen, die eine Profilbildung im MINT-Bereich anstreben oder zumindest einzelne Projekte im MINT-Bereich durchführen, Schüler/innen frühzeitig und kontinuierlich für den MINT-Bereich begeistern und dabei besonders auf eine mädchenspezifische MINT-Förderung achten sowie die Anzahl der Realschulabsolvent/inn/en, die den Hochschulzugang anstreben, erhöhen. Mit der neuen Schwerpunktsetzung MINT21DIGITAL sollen auch digitale Kompetenzen - das Lernen über digitale Medien, das Lehren und Lernen mit digitalen Medien und der Transfer digitalbasierter Kenntnisse und Kompetenzen auf berufsbezogene Anwendungen - in den MINT21-Realschulen gefördert werden.

Ein MINT21-Preis für besonders gelungene Maßnahmen
Seit 2011 wird an den Netzwerkschulen jährlich ein MINT21-Preis für besonders gelungene Maßnahmen verliehen. Neun der derzeit 71 MINT21-Schulen erhielten am 27. November 2019 in München den diesjährigen Preis für ihre Projekte. Darunter war auch ein Sonderpreis für ein MINT-Gesamtkonzept, das den systematischen Ansatz der MINT-Förderung der gesamten Schule unterstreicht.

Anlässlich der Preisverleihung gratulierte Ministerialdirigentin Elfriede Ohrnberger den Schülerinnen und Schülern stellvertretend für Kultusminister Michael Piazolo. Dabei freute sie sich über den ausgeprägten Forschergeist an den Realschulen: „Die engagierte MINT-Förderung weckt in den Schülerinnen und Schülern naturwissenschaftlichen Entdeckergeist und Forscherfreude. Ich bin überzeugt, dass sie ihre Begeisterung für die Naturwissenschaften später auch erfolgreich in ihr Berufsleben einbringen können.“ Dazu dankte sie den Lehrkräften der MINT21-Schulen, die täglich motivierende Bildungsangebote bereitstellen und die Jugendlichen fördern.

Die prämierten Projekte
Die prämierten Projekte zeigen den Ideenreichtum der Schulen. In der MINT-Stunde der Jungenrealschule Rebdorf beispielsweise können die Schüler ihre Freude am Forschen und Experimentieren in unterschiedlichen Gebieten ausleben. Im Bereich Physik haben sie das Brettspiel „Knetopoly - Spiel, Spaß und elektrische Spannung“ entwickelt, bei dem sie nicht Straßen und Häuser, sondern verschiedene Bauteile „erwürfeln“ und mit Hilfe von leitender und isolierender Knete sowie kleinen elektrischen Bauteilen wie einer LED, Batterieclips und einer Batterie Stromkreise bauen. Dabei werden ihnen Begriffe rund um das Thema „Strom und Stromkreis“ „spielend“ nähergebracht. Ältere Schüler dürfen nach einfachen Rezepten und mit Haushaltschemikalien sogar selbst leitende und isolierende Knete herstellen und damit Monster, U-Boote, Schnecken oder Schneemänner zum Leben erwecken.

Die Schüler/innen des zweijährigen Wahlkurses „Flugzeugmodellbau“ an der Herzog-Ludwig-Realschule in Altötting stellen alle Teile eines ultraleichten Radio-Control-Flugzeugs selbst her und bauen sie zu kleinen Fliegern, die zwischen 12 und 15 Gramm wiegen, zusammen. Verbaut werden Balsaholz für den Rumpf, den Flügelholm und die Räder sowie dünn geschnittenes Styropor für die Flügel und das Leitwerk. Dünnste Bambusleisten dienen zur Verstärkung der Flügel und des Leitwerks und als Dübel zur Verbindung des Leitwerks mit dem Rumpf sowie als Halterung für den feinen, sehr dehnbaren Gummi, der die Flügel fixiert. Der Bau der kleinen Flieger erfordert höchste Konzentration und Fingerfertigkeit.

An der Conrad-Graf- Preysing-Realschule Plattling fand zwei Wochen lang ein Nachwuchshandwerkertag statt. Schüler/innen der Jahrgangsstufe 7 erfuhren dabei, was sie in einer späteren Ausbildung erwarten könnte. An insgesamt drei Tagen waren Handwerksmeister und Diplom-Ingenieure aus den Bereichen Holz, Metall und Elektro an der Schule und betreuten verschiedene Workshops. Es brachten sich auch Unternehmen aus der Umgebung ein, mit denen die Schüler/innen erste Kontakte aufnehmen konnten. Die Beteiligten aus den Betrieben und der Realschule legten großen Wert darauf, dass die Mädchen, die sich sehr für das Löten, Sägen und Schrauben begeisterten, möglichst von weiblichen Kräften angeleitet und unterstützt wurden.

Daneben wurde die Staatliche Realschule Bessenbach für ihr Projekt „Code Week“, die Jacob-Ellrod-Schule Gefrees für die Maßnahme „Plastik - eine ökologische Herausforderung“, die Inge-Aicher-Scholl Realschule Neu-Ulm Pfuhl für „Flipped Classroom - gemeinsam Unterricht vorbereiten und gestalten“, die Oskar-von-Miller-Realschule Rothenburg ob der Tauber für „MINT-Tutor/innen“ und die Konrad-Max-Kunz-Realschule Schwandorf für das Projekt „Technik entdecken“ ausgezeichnet.

Sonderpreis für Schule mit MINT-Profil
Der Oberpfalz-Naabtal Realschule, die mit dem Sonderpreis für ihr MINT-Profil geehrt wurde, ist die umfassende Stärkung der MINT-Kompetenzen ihrer Schüler/innen wichtig. Neben einer Förderung der Jahrgangsstufen 5 bis 10 in allen MINT-Bereichen zeichnet sich die Schule auch durch eine intensive Mädchenförderung sowie eine digitale Förderung aus. Das Thema Robotik, das Arbeiten mit QR-Codes, der Handy-Einsatz bei Experimenten, eTwinning und digitales Geocaching gehören zum Schulalltag dazu. Großer Wert wird auch auf außerschulische Kooperationen und Lernorte gelegt, die den Schüler/innen praxisorientierte Einblicke in die Ausbildungs- und Arbeitswelt bieten.

Praxisnahe Bildungsprojekte schlagen Brücken zwischen den Schulen und der Wirtschaft, davon ist der stellvertretende Geschäftsführer des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw), Michael Mötter, überzeugt. Und gerade für die MINT-Fächer gilt, dass eine Begeisterung für sie nicht theoretisch, sondern nur durch Anfassen, Ausprobieren, Tüfteln und Entdecken erzielt wird. Um das zu erreichen, sind die MINT21-Schulen auf einem guten Weg.


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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 05.12.2019
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