Suche

Gebärdensprache DGS-Button Leichte Sprache LS-Button
Erweiterte Suche

Ariadne Pfad:

Inhalt

Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 29.04.2021:

„Von Immigrantinnen für Immigrantinnen.“

Die Initiative Selbständiger Immigrantinnen widmet sich der Stärkung und Bildung von eingewanderten Frauen

Bild

Bildrechte: Initiative Selbständiger Immigrantinnen (I.S.I. e.V.)

Die Initiative Selbständiger Immigrantinnen hilft Migrantinnen in Berlin dabei, sich beruflich selbständig zu machen. Von Immigrantinnen für Immigrantinnen ist das Motto, unter dem sie die Frauen mit Existenzgründungskursen, Beratung, Coaching und einem Netzwerk versorgt. Das hat vielen Frauen schon den Weg in die Selbständigkeit geebnet.


Viele Immigrantinnen möchten gern ihre eigene Chefin sein und Verantwortung tragen. Frauen mit Migrationshintergrund, die in Berlin leben, wirtschaftlich unabhängig werden und sich beruflich wie auch persönlich weiterentwickeln wollen, finden für diesen Weg Hilfe bei der Initiative Selbständiger Immigrantinnen (I.S.I. e.V.). I.S.I. e.V. bietet sowohl Frauen, die am Beginn der Selbständigkeit stehen, als auch denjenigen, die bereits ein eigenes Unternehmen gegründet haben, Unterstützung.

Die Initiative Selbständiger Immigrantinnen

Die Initiative Selbständiger Immigrantinnen ist ein seit 1990 etablierter gemeinnütziger Verein internationaler Frauen mit Sitz in Berlin, der Existenzgründungsqualifizierungen für Immigrantinnen entwickelt und durchführt. Besonders glaubwürdig wird die Initiative dadurch, dass alle Vorstandsmitglieder, Mitarbeiterinnen und Dozentinnen selbst Migrantinnen sind. Sie kennen die Situation der gründungswilligen Frauen mit internationaler Geschichte in Deutschland und fördern nach einem Qualifizierungskonzept gezielt deren Fähigkeiten und Kompetenzen, damit ihre soziale und ökonomische Integration erfolgreich gelingen kann.

Neben der Qualifizierung in die Selbständigkeit setzt die Initiative auch immer wieder zusätzliche Sonderprojekte mit geflüchteten Frauen um. In den Jahren 2017 und 2018 hat sie zum Beispiel die „FIRST STEPS Erstberatung für Gründungsinteressierte Newcomer“ durchgeführt. Seit 2019 ist sie Projektpartner von „SIforREF - Social Innovation for Refugees“. Ihre Arbeit wurde mit dem Innovationspreis der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen 2010 gewürdigt und 2018 mit dem „Wirkt-Siegel“ von Phineo ausgezeichnet.

COMPETENZentrum für Selbständige

Im Rahmen des Projekts „COMPETENZentrum für Selbständige“ fördert die Initiative Immigrantinnen auf dem Weg in die Selbständigkeit und Unternehmensgründung individuell von der Idee bis zur Umsetzung. Das Qualifizierungskonzept unterstützt die Frauen in jeder einzelnen Phase, die sie auf dem Weg in die Selbständigkeit durchlaufen, es hilft ihnen bei ihren branchen- oder fachspezifischen Fragestellungen und bildet ihre unternehmerischen, digitalen und Marketingkompetenzen aus. Das Weiterbildungsprogramm ist eine Kombination aus Qualifizierungsangeboten, Coachings, Informationsveranstaltungen und Möglichkeiten, sich zu vernetzen. Die Honorardozentinnen sind qualifizierte und erfahrene Unternehmerinnen, die wissen, welche Herausforderungen die Selbständigkeit mit sich bringt. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Abteilung Frauen und Gleichstellung.

Beratung und Kurse für Gründerinnen und Gründungsinteressierte
Nach einer Erstberatung wählen die Frauen individuell Existenzgründungskurse aus, um ihre unternehmerischen Kompetenzen auf- und auszubauen. Die Weiterbildungskurse sind modular aufgebaut und gliedern sich in Kern- und Wahlmodule. Mit den Kernmodulen legen die Frauen das Fundament ihrer unternehmerischen und digitalen Kompetenzen. Zu den Wahlmodulen gehören Ergänzungs- und Vertiefungskurse. Diese vermitteln ihnen Spezialwissen in spezifischen Bereichen. Zum Angebot gehören Themen wie die Entwicklung der Geschäftsidee, die Businessplan-Erstellung, erfolgreich verhandeln und verkaufen, einen Marketingplan und eine Webseite erstellen oder rechtliches Basiswissen für die angestrebte Selbständigkeit. Abgerundet wird das Angebot durch Kurse zum Empowerment der Frauen. Hier werden wichtige Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, Durchhaltevermögen und Motivation gestärkt. Im Fokus steht die Entwicklung eines stärkenden Mindset und persönlicher Strategien. Die Kurse sind kostenlos und werden von der EU und dem Land Berlin gefördert. Die jeweilige Kursdauer variiert zwischen drei und 24 Tagen und lässt genug Zeit, um gleichzeitig schon praktische Erfahrungen zu sammeln. Aufgrund der aktuellen Lage wegen der Corona-Pandemie werden alle Kurse und Veranstaltungen online angeboten.

Mit Coaching wird die Selbständigkeit erfolgreicher
Während der gesamten Kursphase werden die Frauen beraten und bekommen Tipps, welcher Kurs als nächstes für sie interessant sein könnte. Für die Projektleiterinnen von I.S.I. e.V. ist dabei die Mischung aus Weiterbildungskursen und begleitendem Coaching entscheidend. Das erlernte Wissen aus den Kursen sollen die Teilnehmerinnen auf ihre persönliche Situation anwenden und die eigenen Ideen auf Praxistauglichkeit prüfen können. Vor diesem Hintergrund werden den Kursteilnehmerinnen zusätzliche Einzel- und Gruppencoachings angeboten. Der Ablauf einer Coaching-Session ist eine Kombination aus einem kompetenzvertiefenden Input durch die Dozentin und selbständigem Arbeiten am eigenen Projekt mit anschließender Feedback-Runde. Fallweise kommt auch das Netzwerk von I.S.I. zum Einsatz. Expert*innen mit einer direkten Nähe zum Markt und zu neuen Trends begleiten die Gruppe als Mentor*innen und geben Ratschläge.  

Gerade diese intensive und individuelle Begleitung ist es, was viele Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit brauchen. Für Marta Anaut Palacios zum Beispiel ist I.S.I. ein Treffpunkt, wo frau sich entwickeln und neben der fachlichen Unterstützung Hoffnung, Vorbilder, Energie und Motivation bekommt. Seit mehreren Generationen ist ihre Familie im Bereich Viehzucht, Milchproduktion und Landwirtschaft in der spanischen Region Castilla-La Mancha tätig. Um von Hand hergestellte regionale Käsesorten und andere Spezialitäten aus Spanien in Deutschland zu vertreiben, hat Marta 2019 ihr eigenes Unternehmen „Palacios & Palacios“ in Berlin gegründet. Durch die Zusammenarbeit mit kleinen Käseproduzenten in Spanien bringt sie die in Spanien hergestellten Produkte nach Deutschland und kann dadurch hier eine bessere Qualität und auch eine breitere Auswahl an spanischen Produkten anbieten. Auf dem Weg in die Selbständigkeit haben ihr die ausführlichen Beratungen und die Kurse von I.S.I., insbesondere im Online-Marketing, sehr geholfen. „Außerdem hat das Gemeinschaftsgefühl - compañerismo, das ich bei I.S.I. mit vielen Frauen aus unterschiedlichsten Ländern erlebt habe, eine wichtige Rolle für meine Motivation gespielt“, so Marta Anaut Palacios.

Voneinander lernen, sich gegenseitig unterstützen
Sich selbst zu motivieren, täglich allein das eigene Business voranzutreiben, ist für viele Frauen eine große Herausforderung auf dem Weg in die Selbständigkeit. Damit sie sich noch weniger allein fühlen und auch nach dem Coaching Weggefährtinnen haben, bietet I.S.I zusätzlich Coworking-Gruppen an. In denen treffen sich regelmäßig vier bis sechs Frauen, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. In der Regel sind die Frauen innerhalb einer Gruppe ähnlich weit in ihrer Gründung bzw. Selbständigkeit. Eine feste Person aus dem I.S.I-Team moderiert die Gruppe, organisiert die regelmäßigen Treffen, sammelt Themen, an denen sie arbeiten können, und legt realisierbare Arbeitsschritte fest. Auf Nachfrage können auch Expertinnen zu spezifischen Themen dazu kommen. Natürlich haben die Frauen auch die Wahl, sich selbstorganisiert zu treffen. Dafür können sie die Räumlichkeiten und das Equipment der Initiative nutzen.





Ihr Kommentar zu diesem Beitrag. Dieser Beitrag wurde bisher nicht kommentiert.

 Weitere Beiträge in „Bildung + Innovation“.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 29.04.2021
© Innovationsportal

Die Übernahme von Artikeln und Interviews - auch auszugsweise und/oder bei Nennung der Quelle - ist nur nach Zustimmung der Online-Redaktion von Bildung + Innovation erlaubt.

Die Redaktion des Online-Magazins Bildung + Innovation arbeitet journalistisch frei und unabhängig. Die veröffentlichten Beiträge bilden u. a. auch interessante Einzelmeinungen zum Bildungsgeschehen ab; die darin zum Ausdruck gebrachte Meinung entspricht nicht notwendig der Meinung der Redaktion oder des DIPF.

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen (nur vorhanden, wenn Javascript eingeschaltet ist)