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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 11.06.2020:

„Schnelle digitale Lösungen für das Lehren und Lernen.“

Stifterverband ehrt innovative Konzepte, die an den Hochschulen entwickelt und umgesetzt werden

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Bildrechte: Stifterverband

Die Corona-Pandemie stellt die Hochschulen vor ganz neue Herausforderungen. Das Sommersemester 2020 musste komplett auf digitale, webbasierte Formate umgestellt werden, damit der Forschungs-, Lehr- und Prüfungsbetrieb bei geschlossenen Hochschulen weiterlaufen konnte. Viele kreative Lösungen sind an den Hochschulen entstanden. Diese neuen Ideen und Projekte will der Stifterverband sichtbar machen und ehrt von April bis Juni jeden Monat ein Projekt, das zeigt, wie Forschen, Lehren und Prüfen in Krisenzeiten gelingen kann, als „Hochschulperle Spezial“.


Mit Einsetzen der Corona-Pandemie wurde der Hochschulbetrieb vor große Herausforderungen gestellt. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, wird die Präsenzlehre seit Mitte März 2020 ausgesetzt. Die Vorlesungen an Universitäten und Fachhochschulen sollen erst wieder im Wintersemester 2020/2021 einheitlich am 1. November 2020 starten und auch das vielleicht nur eingeschränkt. Schnell mussten digitale Lösungen für das Lehren und Lernen gefunden werden, damit das Sommersemester 2020 kein verlorenes Semester wird.

Lehrveranstaltungen nur noch in digitaler, webbasierter Form

Zwar werden schon länger digitale Medien an den Hochschulen eingesetzt. Einige Hochschulen bieten Aufzeichnungen von Lehrveranstaltungen, zugehörige Materialien oder allgemeinere Beiträge der Universität auf Hochschulportalen an. Auch hochschulübergreifende und fachliche Initiativen sowie allgemeine Plattformen stellen Materialien und Kurse zum Lernen und Lehren mit digitalen Medien bereit, vereinzelt gibt es auch virtuelle Studiengänge, doch den kompletten Lehrbetrieb digital umzustellen, ist neu und nach wie vor eine große Herausforderung. Seit Beginn des Sommersemesters 2020 finden die Lehrveranstaltungen an den deutschen Hochschulen vor allem in digitaler, webbasierter Form statt. Für Prüfungen wurden unter Maßgabe der besonderen Abstands- und Hygieneanforderungen und des Infektionsschutzes länder- bzw. hochschulinterne Regelungen getroffen. Da Lehrveranstaltungen vielleicht auch im Wintersemester 2020/21 nur eingeschränkt an den Hochschulen stattfinden können, stellen sich Länder und Hochschulen zurzeit auf eine Mischung aus Digital- und Präsenzlehre ein, die den spezifischen Bedürfnissen der Hochschulen, der Fächer und der jeweils notwendigen Lehr- und Lernformate Rechnung tragen soll.

Unterstützung bei der Umstellung auf die digitale Lehre

In den vergangenen Monaten sind an den Hochschulen mit großer Geschwindigkeit kreative Lösungen entstanden, damit der Forschungs-, Lehr- und Prüfungsbetrieb weiterlaufen kann. Unterstützung bekamen die Hochschulen dabei u.a. von der FernUniversität in Hagen, dem Hochschulforum Digitalisierung sowie dem Portal e-teaching.org. Die FernUniversität in Hagen weist eine langjährige Expertise im digitalen Lehren und Lernen auf und bot Lehrenden und Studierenden auch anderer Hochschulen in dieser Krisenzeit Hilfestellungen zum Arbeiten mit digitalen Tools, Selbstlernkurse und fachliche Begleitung für Online-Formate in der Lehre an. Das Hochschulforum Digitalisierung stellt Sammlungen für Hochschulen bereit, in denen Werkzeuge für digitale Veranstaltungen, Bildungsangebote zu Sonderkonditionen, Leitfäden, Tipps und Ideen zur Corona-Krise enthalten sind. Außerdem hält es Hilfestellung zur Gestaltung digitaler Lehre, Verweise auf Online-Events und Diskussionen in den sozialen Medien bereit. Das Portal e-teaching.org zeigt, wie man (Lehr-)Veranstaltungen online durchführen und Materialien digital verfügbar machen kann und welche Tools sich eignen, um Kommunikation und Kollaboration zu unterstützen.

„Hochschulperle Spezial“
Die neuen innovativen Konzepte, die in der gegenwärtigen Krisensituation entwickelt und umgesetzt werden und als gute Beispiele auch für andere Hochschulen dienen können, möchte der Stifterverband fördern und sichtbar machen. Von April bis Juni 2020 vergibt er deshalb einmal im Monat die „Hochschulperle Spezial“. Als „Hochschulperlen“ zeichnet er bereits seit 2015 innovative, beispielhafte Projekte aus, die an Hochschulen realisiert werden. Von April bis Juni diesen Jahres werden mit der „Hochschulperle Spezial“ zusätzlich drei Projekte geehrt und mit jeweils 1.000 Euro dotiert, die aktuelle, praxisorientierte Lösungen für Probleme anbieten, die sich durch die Corona-Pandemie an den deutschen Hochschulen ergeben.

April 2020: ELBen helfen in der digitalen Lehre

Die erste „Hochschulperle Spezial“ wurde im April 2020 der Technischen Hochschule Wildau für ihr Projekt „ELBen helfen in der digitalen Lehre“ verliehen. Studentische und nichtstudentische E-Learning-Berater - während der Corona-Krise wird das studentische ELBen-Team von Experten des Zentrums für Qualitätsentwicklung und des Hochschulrechenzentrums der TH Wildau verstärkt - unterstützen Dozenten bei der Online-Lehre und zeigen ihnen, wie sie Lehr- und Lernmaterial online zur Verfügung stellen können. Die ELBen bieten den Dozenten außerdem Ad-hoc-Support per Telefon, E-Mail oder bei Online-Informationsveranstaltungen und -Schulungen an. Durch die Zusammenarbeit konnte die Hochschule ihren Präsenzlehrbetrieb innerhalb eines Wochenendes auf den Online-Betrieb umstellen. Alle Lehrveranstaltungen, mit Ausnahme der praktischen Laborübungen, werden seither online durchgeführt. „Die ELBen haben wirklich an alles gedacht und sorgen in der aktuellen Krisensituation dafür, dass der Austausch zwischen Dozenten und Studierenden weiter funktioniert“, zeigte sich die Jury des Stifterverbandes beeindruckt.

Preisträger im Mai 2020: TU4U - SelfE (Self-Organised E-Learning)

Im Mai erhielt die Technische Universität Chemnitz die Auszeichnung. Sie unterstützt ihre Studierenden mit dem Projekt „TU4U - SelfE“ (Self-Organised E-Learning) beim Online-Studium. Die fehlende Struktur des Präsenz-Studienalltags, der mangelnde persönliche Austausch im Hörsaal und in Lerngruppen oder der oft herausfordernde Umgang mit den vielen neuen Online-Tools führen bei vielen Lernenden zu Motivationsverlust und Aufschiebeverhalten. „TU4U - SelfE“ hilft ihnen dabei, sich besser zu organisieren und motivierter zu arbeiten. Das Webportal gibt Tipps zum selbstbestimmten Lernen von zu Hause und bei der Umsetzung von Schreibprojekten. Eine zusätzliche Beratung per Chat, Telefon oder E-Mail leistet individuelle und überfachliche Unterstützung bei allen Fragen rund ums Studium oder zum wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben. Im Rahmen des Projekts werden außerdem Online-Workshops, Studiencoaching sowie eine virtuelle Schreibwoche angeboten. Für die internationalen Studierenden werden einige der Angebote zusätzlich in englischer Sprache abgehalten. Online-Lernräume für die Fächer Mathematik und Informatik ermöglichen außerdem fachlichen Austausch und tutorielle Unterstützung bei Fragen zu Vorlesungen und Übungen.

Wer die „Hochschulperle Spezial“ im Juni erhält, wird bald bekannt gegeben. Bis zum 10. Juni 2020 konnten sich die Hochschulen mit innovativen Konzepten und beispielhaften Projekten bewerben.




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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 11.06.2020
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