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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 12.10.2017:

„Kulturelle Angebote helfen, Berührungsängste abzubauen.“

Die Projekte der LKJ Baden-Württemberg

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Logo; Quelle: LKJ Baden-Württemberg

Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg setzt vielfältige Programme und Projekte der kulturellen und mediengestützten Kinder- und Jugendbildung um. Sie verfolgt dabei einen inklusiven Ansatz, da kulturelle Bildung ein Grundrecht für alle Kinder ist.


Kulturelle Bildung gehört zur Allgemeinbildung und befähigt junge Menschen, komplexe gesellschaftliche Veränderungen zu begreifen und mitzugestalten. Kinder und Jugendliche erfahren durch sie einen eigenen kreativen Zugang zur Welt und Unterstützung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Kulturelle Angebote, die für alle offen sind und über die Kinder mit und ohne Beeinträchtigung sowie Kinder mit Fluchthintergrund in einen gemeinsamen künstlerischen Prozess treten, bauen Berührungsängste ab, lassen Vorbehalte und Vorurteile erst gar nicht zu und ermöglichen gesellschaftliche Integration.

Die LKJ Baden-Württemberg
Acht landesweite Organisationen, Arbeitsgemeinschaften und Initiativen aus der kulturellen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg haben sich 1980 zur Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg e.V. zusammengeschlossen – mit dem Ziel, kulturelle Bildung für alle Kinder und Jugendlichen zu verwirklichen. Heute hat die LKJ 26 Mitgliedsorganisationen, die als Dachverband die Interessenvertretung für die kulturelle Kinder- und Jugendbildung wahrnehmen. Sie führen vielfältige Projekte und Fachveranstaltungen durch und regen innovative Prozesse in der kulturellen Jugendbildung an. Ihre Aktivitäten reichen von Theater, Tanz, Musik, Zirkus, Foto, Film und Literatur bis hin zur kreativen Mediennutzung. Sie veranstalten Fachtagungen und Fortbildungsveranstaltungen und forcieren den Erfahrungs- und Informationsaustausch unter den beteiligten Institutionen. Auch verabschieden sie über ihre Mitgliederversammlung regelmäßig Positionspapiere, in denen sie sich zu spezifischen Fragestellungen im Rahmen der kulturellen Bildung äußern. Wesentlich für ihren Erfolg ist eine intensive Zusammenarbeit und Vernetzung mit unterschiedlichen Bildungsträgern aus Schule und Ausbildung sowie dem Jugend-, Sozial- und Kulturbereich. Die LKJ Baden-Württemberg ist Kooperationspartner und Mitglied in der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (bkj), in der sich aktuell 57 bundesweit agierende Institutionen und Fachverbände sowie Landesvereinigungen zusammengeschlossen haben. Auch landesweit ist die LKJ in vielen Gremien vernetzt. Gefördert wird sie vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg; das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sowie zahlreiche Stiftungen und Sponsoren unterstützen ihre Programme und Projekte. Die Medienprojekte der LKJ werden von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) gefördert.

Themenbereich „Schule, Kultur und Medien“
Die Organisationen und Initiativen der LKJ kooperieren mit zahlreichen Schulen und mehr als 140 Kulturinstitutionen. In den Mitgliedsorganisationen sind aktuell rund 810.000 Jugendliche engagiert. In den Projekten der kreativen Kultur- und Medienbildung können Jugendliche ihre Medienkompetenz steigern und selber zu Produzent/inn/en von Audio- oder Videobeiträgen werden. Einmal im Monat beispielsweise besuchen Medienreferent/inn/en der LKJ mit dem Angebot „Radio im Klassenzimmer“ für zwei Tage eine Schule in Baden-Württemberg und verwandeln ein Klassenzimmer in eine Radioredaktion. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren dann Themen, führen Interviews und Umfragen durch, schneiden Clips, mischen Sound und Sprache und produzieren unter professioneller Anleitung fertige Radiobeiträge. Abgeschlossen wird der Workshop mit einem Studiobesuch bei dem Sender bigFM in Stuttgart, der die besten Beiträge live ausstrahlt. Bei der Projektreihe „Ankommen im Beruf“, einem mediengestützten Bewerbungstraining, produzieren jugendliche Geflüchtete mit Unterstützung von Theater- und Medienpädagogen ihre eigenen Bewerbungsclips. Dabei lernen sie das Medium Film kennen und üben, sich selbst mit ihren Hobbys und Fähigkeiten zu präsentieren. Fester Bestandteil der viertägigen Qualifizierung „KulturStarter“ wiederum ist die Planung, Organisation und Durchführung eines eigenen kulturellen Projekts. „KulturStarter“ sind Schüler, die sich zu Mentor/inn/en ausbilden lassen. Sie erwerben in Workshops grundlegende Kenntnisse über Kunst und Kultur, erhalten einen Überblick über kulturelle Angebote und Einrichtungen in Baden-Württemberg, probieren verschiedene Formate wie Streetart, Fotografie, Rap, Percussion oder Theater aus und gestalten anschließend als Mentoren das kulturelle Leben an ihrer Schule aktiv mit.

Seit dem Schuljahr 2015/16 wird das erfolgreiche Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ für weitere vier Jahre bis 2019 unter dem Namen „Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“ von der LKJ fortgeführt. In Baden-Württemberg gibt es derzeit zehn Kulturagenten, die in zehn Städten mit 38 beteiligten Schulen und in Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen und Künstlern langfristige Konzepte, sogenannte Kulturfahrpläne erarbeiten, die beschreiben, wie Kultur und Kunst nachhaltig im schulischen Alltag verankert werden können, und die alle kulturellen Aktivitäten der jeweiligen Schule auf einen Blick sichtbar machen.

Themenbereich „Inklusion und Fortbildung“

Die LKJ entwickelt außerdem modellhafte Projekte und Programme, die das Grundrecht auf kulturelle Bildung umsetzen, unabhängig von Elternhaus, Beeinträchtigungen oder Herkunft der beteiligten Kinder und Jugendlichen. Im Fokus stehen dabei die Weiterentwicklung der inklusiven kulturellen Kinder- und Jugendbildung sowie die Fortbildung der „Macher“ von Kinder- und Jugendkulturprogrammen.

Mit dem neuen Programm „Alle da?! – Für Vielfalt in der kulturellen Bildung in Baden-Württemberg", das von der Aktion Mensch gefördert wird, werden inklusive kulturelle Projekte unterstützt und haupt- und ehrenamtliche Akteure aller kulturellen Sparten in inklusiven Arbeitsweisen ausgebildet. Das Programm richtet sich zum einen an sich neu formierende oder bereits bestehende inklusiv arbeitende Gruppen mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 6 und 25 Jahren, die ein kulturelles Projekt über einen Zeitraum von bis zu 30 Monaten durchführen möchten, und zum anderen an haupt- und ehrenamtliche Akteure der kulturellen Bildung, die gern inklusiv arbeiten und sich dazu weiterbilden möchten.

Mit dem Fortbildungsangebot „Kinder & Kultur“ unterstützt die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk Kommunen im Land beim Auf- und Ausbau kultureller Bildungsangebote für Kinder von 6 bis 10 Jahren. Die Fortbildung wird von der LKJ entwickelt und umgesetzt. Innerhalb von vier Modulen erlangen die Teilnehmenden fundierte Kenntnisse, um als „Koordinator/in Kinder & Kultur“ eigene Projekte zu entwickeln und in den Kommunen zu verwirklichen. In der Pilotphase, die im Februar 2018 startet, haben zehn Kommunen die Möglichkeit, mit einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter an dieser Fortbildung teilzunehmen. Dort lernen sie Fakten und Methoden zur kulturellen Bildung für Kinder kennen, bekommen Einblicke in die Themenbereiche Kommunikation, Projektmanagement, Fundraising sowie Öffentlichkeitsarbeit und müssen anschließend ein eigenes kulturelles Projekt entwickeln und in der Praxis umsetzen.

 

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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 12.10.2017
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