30 Jahre Deutscher Bildungsserver: Feierlicher Festakt und Preisverleihung des Innovationswettbewerbs „Bildungsserver:NEXT“

24.09.2026: Im September 1996 wurde der Deutsche Bildungsserver (DBS) für die Öffentlichkeit freigeschaltet. 30 Jahre später feierte das Team des Deutschen Bildungsservers sein Jubiläum mit einem Festakt und geladenen Gästen. Neben Beiträgen, die auf die Anfangstage des Bildungsservers schauten, wurde auch ein Blick in die Zukunft gewagt: Mit den im Innovationswettbewerb Bildungsserver:NEXT prämierten Ideen zur Weiterentwicklung des Deutschen Bildungsservers, die auf dem Festakt vorgestellt und feierlich ausgezeichnet wurden.
Bei strahlend schönem Spätsommerwetter versammelten sich am 15. September 2026 rund 60 Mitarbeitende, Partner und langjährige Wegbegleiter*innen des Deutschen Bildungsservers im Gästehaus der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, um das 30-jährige Jubiläum des „Metaservers“ zu feiern.
Genau 30 Jahre zuvor, im Herbst 1996, ging das Portal nach einer halbjährlichen Erprobungsphase an den Start. Der Deutsche Bildungsserver entstand in der Abteilung Pädagogik und Informatik der Humboldt-Universität (HU) unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Diepold. Gefördert wurde er im Kontext der Bildungsinitiative „Schulen ans Netz“, wo zunächst die Schaffung einer technischen und inhaltlichen Infrastruktur für die Anbindung der deutschen Schulen an das Internet im Vordergrund stand. Ziel des Deutschen Bildungsservers war es, als „zentraler Wegweiser im deutschen Bildungsnetz“ offizielle Dokumente von Servern des Bundes und der Länder - Beschlüsse, Statistiken, Curricula oder Rechtsvorschriften - zu sammeln und bereitzustellen.
Im Jahr 1999 wurde der Deutsche Bildungsserver durch die Einrichtung einer Koordinierungsstelle im Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), heute DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, dauerhaft institutionalisiert. Durch die dokumentarische Fachkompetenz, die von da an dazu kam, entwickelte sich der Deutsche Bildungsserver erfolgreich vom zuvor primär schulbezogenen Internetdienst zu einem alle Bildungsbereiche und pädagogischen Arbeitsfelder umfassenden „nationalen Web-Portal“ für eine breite Öffentlichkeit. Seitdem hat er stetig an Umfang, Inhalten, Funktionen und Reichweite zugenommen.
Ein Blick zurück
Gewürdigt wurden die Bedeutung und hohe Qualität des Deutschen Bildungsservers auf dem Festakt zum 30-jährigen Jubiläum in den Grußworten von Prof. Dr. Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Detlef Reuter, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Vorsitzender der Steuerungsgruppe des Deutschen Bildungsservers, und Udo Michallik, Generalsekretär der Kultusministerkonferenz.
Prof. Dr. Steffen Friedrich, TU Dresden, führte die Gäste anschließend in seinem Vortrag zur Gründung des Deutschen Bildungsservers zurück an die Anfangstage des Internets und berichtete von jenen Aktivitäten, die zum Start des Bildungsportals führten.
Durch die Veranstaltung führte Dr. Sigrid Fahrer, Arbeitsbereichsleitung Deutscher Bildungsserver, musikalisch begleitet wurde der Festakt durch das Landesjugendjazzorchester Hessen.
Der Innovationswettbewerb „Bildungsserver:NEXT“
Auf der Jubiläumsfeier sollte der Blick aber nicht nur zurück in die Vergangenheit gerichtet werden. Mit der Preisverleihung des Innovationswettbewerbs Bildungsserver:NEXT stand vielmehr die Zukunft des Deutschen Bildungsservers im Mittelpunkt. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums suchte der Bildungsserver auf der Innovation Plattform Hyve international nach Ideen zur Weiterentwicklung, die ihn fit für die Zukunft und damit moderner, nutzerfreundlicher und zugänglicher machen. Durch Open Innovation sollten neue Perspektiven von außen in den Deutschen Bildungsserver kommen.
Vom 14. April bis zum 9. Juni 2026 konnten alle Interessierte Ideen in den Kategorien Content (Themen & Inhalt), Usability (Navigation & Suche) und Communication (Online-Kommunikation & Social Media) einreichen und u.a. Vorschläge dazu machen, welche Themen der Deutsche Bildungsserver innerhalb der einzelnen Bildungsbereiche in Zukunft aufgreifen sollte, wie sich das Format „Dossier“ weiterentwickeln und die Navigation verbessern ließen oder welche Kommunikationsformate das Portfolio des Deutschen Bildungsservers sinnvoll erweitern und seine Reichweite steigern könnten.
Die ersten Plätze
Eingegangen sind insgesamt 66 Vorschläge aus aller Welt. Die siebenköpfige Fachjury zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Vielzahl und hohen Qualität der Beiträge und wählte in einer intensiven Sitzung in jeder Kategorie drei Gewinnerideen nach den Kriterien Machbarkeit, Nutzerorientierung und Kosten aus. Diese wurden auf der Preisverleihung von den drei Jurymitgliedern und Laudator*innen Prof. Dr. Marc Rittberger (Stellvertretender Geschäftsführender Direktor DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und Direktor des Informationszentrum Bildung), Jan Bätjer (Koordinator des Hamburger Bildungsservers) und Dr. Susanne Friz (FWU - Medieninstitut der Länder) ausgezeichnet. In einer Posterausstellung wurden alle prämierten Ideen des Innovationswettbewerbs zusätzlich präsentiert und ausführlich vorgestellt.
Den ersten Platz in der Kategorie „Content“ erhielt Pavel aus der Ukraine für seine Idee „Visuelle Wissenskarten für Dossiers“. Die Wissenskarten stellen laut Jury den Zugang zu den Inhalten des Deutschen Bildungsservers durch die visuelle Darstellung auf den Dossiers in „vortrefflicher Weise“ dar, erleichtern den Einstieg in komplexe Themen und machen die Inhalte der Dossiers auf einen Blick erfassbar. Statt langer Linklisten zeigen klare Themenkarten mit zentralen Konzepten, Unterthemen und Zusammenhängen der Dossiers die Struktur eines Bildungsbereichs auf einen Blick auf. Die Karten werden von der Redaktion erstellt und als statische oder interaktive Grafiken in die Dossiers eingebettet.
Drei Fragen. Sechzig Sekunden. Kein Login. Der Beitrag „Der Bildungskompass - Navigation by Situation“ von Ismail Matte aus Uganda richtet die Darstellung der vorhandenen Inhalte des DBS neu aus: Nutzer*innen beantworten drei kurze Fragen und erhalten eine auf ihre Situation zugeschnittene Navigation zu den vorhandenen Inhalten. Den ersten Platz in der Kategorie „Usability“ gab es dafür, dass dreißig Jahre redaktionell geprüfte, rechtlich einwandfreie, öffentliche Bildungsinhalte - von Expert*innen kuratiert, präzise verlinkt und für alle kostenlos - dadurch eine deutlich bessere Sichtbarkeit erhalten. Der Jury gefiel besonders die intuitive Bedienung, durch die Nutzer*innen sich sofort zurechtfinden und Schritt für Schritt durch die drei Fragen geleitet werden.
Der 1. Platz in der Kategorie „Communication“ ging an den Beitrag „Behind the Link“ von Iwan Kurniawan aus Indonesien. „Behind the Link“ stellt jede Woche eine der vielen Bildungsressourcen des DBS näher vor und erzählt in einfacher Sprache die Geschichte dahinter. Warum wurde gerade sie aufgenommen und welchen praktischen Mehrwert hat sie für die Nutzer*innen? Die Jury betonte, dass dadurch Vertrauen in die kuratorische Expertise der Redaktion des DBS entstehe und es den Nutzenden helfe, den Wert vertrauenswürdiger Bildungsressourcen zu verstehen.
Ausklang der Veranstaltung
Aufgrund der Internationalität der Wettbewerbsteilnehmenden konnten nicht alle Preisträger*innen aus Vietnam, Indonesien, Uganda und anderen Ländern zur Preisverleihung anreisen, die Erstplatzierten schickten aber herzliche Gruß- und Dankesworte via Brief und Video. Gewinner*innen aus Deutschland, wie eine Schüler*innengruppe, die mit dem Beitrag „Bildungsserver Chancenkompass“ - ein KI-gestütztes Tool zur Bildungsorientierung für junge Menschen, den 2. Platz in der Kategorie „Usability“ erzielten oder ein Team, das einen KI-gestützten Crawler entwickelt hat, ein automatisiertes System, das Bildungsangebote verschiedener Plattformen erfasst, analysiert und bei Aufrechterhaltung der redaktionellen Qualitätssicherung vergleichbar macht, (3. Platz Kategorie „Usability“) holten ihre Preise und Urkunden persönlich ab.
Gemeinsam mit dem ganzen Team des DBS und seinen Gästen feierten die Preisträger*innen noch bis in den Nachmittag hinein die erfolgreiche Vergangenheit und die spannende Zukunft des Deutschen Bildungsservers.
Beim Deutschen Bildungsserver
Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 24.09.2026
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