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``Eine Oase des Glücks: der romantische Blick auf Kinder``

31.08.2002 - 01.12.2002

``Eine Oase des Gluecks. Der romantische Blick auf Kinder``

vom 31.08. bis 01.12.2002 im Rochow-Museum



Die allgemeine kulturhistorische Entwicklung von der Aufklaerung zur Romantik im Uebergang vom 18. zum 19. Jahrhundert sind an Schloss Reckahn und seinen Bewohnern nicht spurlos voruebergegangen: Der am 1. Oktober 1792 in Nennhausen geborene Gustav Adolf Rochus von Rochow bewohnte Schloss Reckahn bis zu seinem Tode im Jahr 1847. Er war der Stiefsohn des in der Stadt Brandenburg geborenen ``maerkischen Dichterfuersten`` Friedrich Heinrich Karl, Baron de la Motte-Fouqué.
Seine Frau, Caroline Auguste von Rochow, geborene von Briest lebte in Nennhausen und war schriftstellerisch taetig im Geist der Romantik. Ihr Sohn, Gustav Adolf, wuchs im romantischen Kreis von Nennhausen auf. Er wurde wunschgemaess auf dem von Friedrich Eberhard von Rochow geschaffenen Friedhof in Reckahn begraben.

Im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2002 beteiligt sich das Rochow-Museum auch deshalb mit einer Sonderausstellung zum diesjaehrigen Thema ``Romantik``. Die Exposition mit dem Titel ``Eine Oase des Gluecks.
Der romantische Blick auf Kinder`` wird vom 31. August bis 01. Dezember 2002 im Obergeschoss des Museums gezeigt.

Die Ausstellung setzt sich mit der besonderen Beziehung der Romantik zur Welt des Kindes auseinander - ein bisher kaum bearbeitetes Thema. Glueckserfahrungen mit Kindern werden bis zur Gegenwart romantisch erfahren. Das heutige Bild vom Kind hat eine wesentliche geschichtliche Wurzel in der Epoche der Romantik. In dem sich um 1800 herausbildenden romantischen Blick auf Kinder wird das Kind als schoepferisches Wesen sichtbar: Das Kind als vollkommenes menschliches Wesen, seiner selbst nicht bewusst, lebt in einer Welt des Spiels, der schoepferischen Phantasie und der erfuellten Gegenwart. Kinder sind fuer die Romantiker goettliche und heilige Wesen, die ihre individuellen Anlagen moeglichst ungehindert und selbstaendig entfalten muessen.

Anhand von ausgewaehlten Skulpturen, Gemaelden, Meissner Porzellan, Buechern, Kinderschmuck und etwas Spielzeug erzaehlt die Exposition von dem besonderen Blick der Kuenstler dieser Zeit auf Kinder und Kindheit.

Auf ca. 100 m² sind insgesamt 52 Exponate aus ganz Deutschland und der Schweiz zu sehen. 13 Ausstellungsstuecke, darunter mehrer Gemaelde, ein Skizzenbuch und Kinderschmuck werden erstmals der Oeffentlichkeit praesentiert.
Gezeigt werden u. a. Gemaelde von bedeutenden (Wilhelm Schadow: ``Die Kinder des Hofmarschalls von Schoening``) und weniger bedeutenden, z. T. namenlosen Kuenstlerinnen und Kuenstlern. Vor Erfindung der Fotografie sind Kinderportraets Ausdruck des entstehenden modernen Individualismus.
Kinderbilder hingen in Wohnungen angesehener Buerger und wurden von diesen in Auftrag gegeben, sie hatten fuer die Betrachter persoenlichen Erinnerungswert.
Die ausgestellten Skulpturen sowie Figurengruppen aus Meissner Porzellan illustrieren die Popularisierung von Kinder- und Familiendarstellungen und die neue Form des Umgangs mit Kindern, die bereits um 1750 einsetzt.
Die reizvolle Marmorskulptur des Wuerfel spielenden Maedchens von Karl Reinhardt z. B. verdeutlicht die kuenstlerische Idealisierung, Spiritualisierung und Verklaerung der Kinderwelt.

Fuer Idee, Konzeption und wissenschaftliche Beratung der Ausstellung zeichnet Prof. Dr. Hanno Schmitt von der Universitaet Potsdam verantwortlich. Die Gestaltung uebernahm das renommierte Team um Gerd Frey aus Berlin. Die Ausstellungsorganisation wurde von der Museumsleiterin Silke Siebrecht verantwortet.

Parallel zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch im Henschel-Verlag - gegenwaertig die einzige Publikation zum Thema auf dem deutschen Buchmarkt. Die Beitraege behandeln Idee und Konzeption der Ausstellung,
Die Kraft der Kinder, das romantische Kindbild und seine Wirkungen auf den paedagogischen Diskurs der Moderne, Froebels Kindergaerten, das Kinderbild in Familienblaettern nach 1860 sowie den Blick der modernen Kinderforscher auf das Kind. Mit der Kombination von 110 meist farbigen Abbildungen und gut lesbaren Texten angesehenster Experten betritt der Band publizistisches Neuland.

Waehrend der Exposition gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm insbesondere fuer Kinder: Spezielle Fuehrungen, ein kuenstlerischer Wettbewerb unter dem Motto ``Romantisches Entdecken in Reckahn`` und ein ``Workshop fuer kleine Dichter`` werden u.a. angeboten.

Silke Siebrecht
ROCHOW-MUSEUM RECKAHN
Traeger: Foerderverein ``Historisches Reckahn`` e. V.
Dorfstrasse 37
14778 Reckahn
Tel: 033835 / 60672
Fax: 033835 / 60665
E-Mail: schloss.reckahn@t-online.de

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Veranstalter Rochow-Museum Reckahn
Kontaktadresse Siebrecht, Silke
Beginn der Veranstaltung 31.08.2002, 00:00
Ende der Veranstaltung 01.12.2002, 00:00
Staat Deutschland
Inhaltsbereich der Veranstaltung Wissenschaft/Bildungsforschung
Adressaten Hochschullehrer/innen / Forscher/-innen
Aufgenommen am 16.09.2002
Zuletzt geändert am 28.03.2006

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