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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 11.02.2021:

„Die Schule der Zukunft kann nur gemeinsam entwickelt werden.“

Was und wie sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Zukunft lernen?

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Bildrechte: Bildung 2040

Bis zum Frühjahr 2022 sammelt das Niedersächsische Kultusministerium im Rahmen des Projekts „Bildung 2040“ Ideen und Visionen zur Bildung der Zukunft. Alle an Bildung Interessierte sind eingeladen, mitzumachen und in Diskussionsforen, World Cafés oder im Internet ihre Vorstellungen darüber, was und wie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Zukunft lernen sollen, kundzutun.


Wie sieht unsere Welt im Jahr 2040 aus? Wie soll die Bildung der Zukunft sein? Welche Lernumgebungen wirken anregend, und welche Rolle sollen pädagogische Fachkräfte einnehmen? Was sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene heute lernen, um fit für die Zukunft zu sein? Und was und wie sollen sie in Zukunft lernen, welche Kompetenzen werden sie brauchen, um unsere Gesellschaft mitgestalten zu können? Diesen und vielen weiteren Fragen zur Bildung der Zukunft widmet sich das Projekt „Bildung 2040“ des Niedersächsischen Kultusministeriums. Im Rahmen des Projekts soll gemeinsam mit möglichst vielen Beteiligten ein Plan für die zukünftige Bildungspolitik in Niedersachsen entwickelt werden.

Das Projekt „Bildung 2040“
Kultusminister Grant Hendrik Tonne lud am 29. Oktober 2018 zur Auftaktveranstaltung des Projekts „Bildung 2040“ nach Hannover, auf der rund 240 Vertreter*innen der verschiedensten Bildungsbereiche Niedersachsens angeregt über Visionen und Ideen der „Bildung der Zukunft“ diskutierten. „Bildung ist eine ganz herausragende Zukunftsaufgabe, aber was eine gute Bildung ist, darüber gehen die Meinungen sehr schnell auseinander. Unsere Idee ist, mit möglichst vielen Beteiligten die Frage zu beantworten, was und wie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Zukunft lernen sollen“, erklärt Tonne sein Vorhaben. Margret Rasfeld, Mitbegründerin der Initiative „Schule im Aufbruch“, hielt den Impulsvortrag. Stefan Niemann, ehemaliger Lehrer und Schulleiter und seit 2012 in eigener Beratungspraxis als Personal- und Organisationsentwickler tätig, moderierte die Auftaktveranstaltung und ist sicher: „Mit dem Projekt „Bildung 2040“ wird meines Erachtens das wohl wichtigste Projekt der letzten 15 Jahre im niedersächsischen Bildungswesen aufgegleist: Landesweit und aus Einrichtungen entlang der Bildungsvita von der Krippe bis in die Erwerbstätigkeit werden Bildungsakteure und Bildungsinteressierte eingeladen, ihre Sicht auf eines der wichtigsten Themen der Zukunft darzulegen: Bildung! In 16 Werkstatt-Terminen werden Ideen und Meinungen, Gedanken und Lösungen derer gesammelt, die jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben und sie auf ihrem Weg in die Welt begleiten. Sie alle sind die Profis für gute Bildung und können aus ihrem Alltag berichten: best practice, next practice. Das ist eine große Chance!“

Jeder kann mitmachen
„Bildung 2040“ richtet sich an alle, die in Niedersachsen mit Bildung zu tun haben, von der Kita bis zur Berufsschule, von den Erzieher*innen über die Lehrkräfte, den Schüler*innen bis zu den Eltern, Wissenschaftler*innen, Ausbilder*innen. Alle, die Lust haben, sich über Bildung auszutauschen und sich Gedanken über die Zukunft zu machen, sind eingeladen, sich zu beteiligen. Unter dem Motto „Zusammen. Zukunft. Machen“ soll eine Vision, ein roter Faden für die niedersächsische Bildungspolitik der Zukunft entwickelt werden, damit diese in Zukunft noch besser gestaltet wird.

Insgesamt gib es vier Veranstaltungsblöcke zu den Themen „Frühkindliche Bildung“, „Grundschule“, „Sekundarbereich“ und „Berufliche Bildung“. Die Diskussionsforen zu „Frühkindliche Bildung“ und „Grundschule“ haben bereits 2019/2020 in verschiedenen Einrichtungen der Bildungsbereiche stattgefunden. Die Diskussionsforen zum „Sekundarbereich“ wurden wegen der Corona-Pandemie auf das Frühjahr 2021 verschoben, und der Themenbereich „Berufliche Bildung“ ist für den Herbst 2021 geplant.

Nach einem Grußwort durch Kultusminister Grant Hendrik Tonne kamen die Beteiligten in den Diskussionsforen in Form eines „World Cafés“ miteinander ins Gespräch. Bei den Diskussionen zur frühkindlichen Bildung der Zukunft spielten Themen wie „Partizipation“ und „Resilienzförderung“ eine wichtige Rolle, die Lebens- und Alltagsnähe von Bildungsformaten oder die Frage nach der zukünftigen Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten. Es wurden generationsübergreifende und familienunterstützende Formate in den Blick genommen und engagiert über die „24/7-Kita“, die „Kita to go“, die „Mehrgenerationen-Kita“ und Familienzentren diskutiert. Einen hohen Stellenwert nahm die Debatte rund um das Thema „Wertschätzung von Erzieher*innen“ ein. Dabei ging es den Beteiligten nicht nur um die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen dieses Berufsstandes, sondern auch um die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und die Anerkennung durch Politik und Träger der Einrichtungen.

Themen im Bereich „Grundschule“
In den Diskussionsforen über die Grundschule der Zukunft ging es unter anderen um Fragen und Gedanken zur Digitalisierung. Inwieweit kann das Lernen mit digitalen Medien beispielsweise zur Individualisierung von Lernprozessen hilfreich sein, und welche Möglichkeiten gibt es für Inklusion und Teilhabe durch digitale Medien. Weitere Trends wie „Neo-Ökologie und Gesundheit“, „Gendering und Rollenbilder“, „Individualisierung und Verantwortung“ oder „Neue Arbeits- und Wissenskultur“ luden ebenfalls zum Austausch über die Bildung der Zukunft ein. Eine große Rolle in den Gesprächsrunden spielte die Betrachtung zukünftiger Bildungsziele. Hier reichte die Bandbreite von Haltung, Achtsamkeit, Lebensfreude und Mut über emotionale und soziale Kompetenzen bis hin zu Problemlösefähigkeiten, Zielorientierung und einem weitgefassten Begriff von interkultureller Kompetenz. Ein weiterer Themenschwerpunkt waren die Bildungsinhalte. Welche Themen und Inhalte sollten zukünftig eine Rolle spielen? Gibt es noch Unterrichtsfächer? Und wenn ja, welche sollten das sein? Im Zentrum standen dabei durchgängig die Orientierung am Kind, an seinen Bedürfnissen und persönlichen Stärken, sowie die Forderung nach einem „Ressourcenblick“ anstelle eines „Defizitblicks“. Auch die veränderte Rolle der Lehrkraft als Berater*in, Coach und Mentor*in im Lernprozess spielte eine wichtige Rolle. Die Anforderungen an dieses Berufsbild wurden mit Offenheit, Toleranz, Flexibilität, Authentizität und der Fähigkeit zu multiprofessioneller Teamarbeit sowie zur Selbstreflexion beschrieben.

Neues Veranstaltungsformat
Das Projekt „Bildung 2040“ entwickelt seit der Auftaktveranstaltung im Oktober 2018 eine große Dynamik. Auch Kinder und Jugendliche sind dazu aufgefordert, sich mit eigenen Ideen an „Bildung 2040“ zu beteiligen. Sie können allein oder gemeinsam im Rahmen eines Kita- oder Schulprojekts in Form von Fotos, Bildern, Plakaten, Texten, Modellen, Podcasts oder Videos ausdrücken, was ihnen zu dem Thema einfällt -, wie beispielsweise ihr Wunschkindergarten oder ihre Traumschule aussieht oder wie sie sich den Unterricht der Zukunft vorstellen. Und auch interessierte Kolleg*innen des Kultusministeriums treffen sich zu Gesprächsrunden und überlegen, welche Rolle die Schulverwaltung für die Bildung der Zukunft einnehmen kann und wo Veränderungen nötig sind.

Um noch mehr Menschen einbinden zu können, wird nun zusätzlich zu den bereits bestehenden Aktionen in verschiedenen Einrichtungen quer durch Niedersachsen ein weiteres Veranstaltungsformat mit dem Titel „Bildung 2040 - vor Ort“ angeboten. Durch „Bildung 2040 - vor Ort“ soll die Anzahl der Gesprächsrunden gesteigert werden. Jeder kann in Eigeninitiative und mit Unterstützung des Kultusministeriums Veranstaltungen durchführen und die Menschen in den Regionen „vor Ort“ miteinander über allgemeine und regionsspezifische Fragen zur Bildung der Zukunft ins Gespräch bringen. Das Projektteam des Kultusministeriums liefert Anregungen, gibt Gesprächsimpulse, berät im Vorfeld, begleitet und unterstützt in der Planung und stellt ein Materialpaket zur Verfügung. Die Veranstalter - Schulen, Kitas, Elternräte, Bildungsträger und -verbände sowie weitere Bildungseinrichtungen - erhalten auf Wunsch einen Leitfaden mit Bausteinen und Ideen zur Durchführung der Veranstaltung sowie Druckvorlagen für Einladungen, Sprechblasen, Plakate, Handzettel u. ä. Teilnehmende können Eltern, Schüler*innen, Lehrkräfte, Schul- und Kita-Leitungen, Erzieher*innen, Vertreter*innen lokaler Betriebe, der Jugendhilfe, der kommunalen Jugendarbeit, Kooperationspartner der gastgebenden Einrichtung sein und andere mehr .

Umsetzung der Ideen
Die Visionen und Ideen aller Aktionen werden auf der Webseite des Projekts zusammengestellt. Die verschiedenen Anregungen werden vom Kultusministerium bis zum Frühjahr des Jahres 2022 gesammelt, gesichtet, sortiert und ausgewertet. Sie sollen dann zu Leitbildern und Handlungsfeldern der niedersächsischen Bildungspolitik ausgearbeitet werden. Konkrete Umsetzungen der Projektergebnisse werden in Zusammenarbeit mit der ebenfalls im Niedersächsischen Kultusministerium verorteten Initiative „Demokratisch Gestalten“ verantwortet. Zwei Angebote, die bereits gemeinsam umgesetzt werden, sind das „Netzwerk Werkstatt Zukunftsschule“ und das „Modellprojekt Zukunftsschule“. Beide Angebote richten sich an Schulen aller Schulformen, die im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und der Demokratiebildung bei der Entwicklung, Erprobung und Umsetzung innovativer pädagogischer Ansätze Unterstützung und Anregungen suchen.

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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 11.02.2021
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