Suche

Gebärdensprache DGS-Button Leichte Sprache LS-Button
Erweiterte Suche

Ariadne Pfad:

Inhalt

Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 20.08.2020:

„Stärken und Gemeinsamkeiten werden betont.“

Das KIWI-Projekt von CARE

Bild

Bildrechte: CARE

Das Projekt KIWI setzt sich für die Integration und Einbindung von interkulturellem Lernen in den schulischen Alltag ein und richtet sich bundesweit an Schulen und an deren Lehrkräfte. Mit spielerischen Methoden werden Themen aus den Bereichen Kultur, interkulturelles Lernen und Werte behandelt und dabei insbesondere die Selbstwirksamkeit und kulturelle Identität der Kinder und Jugendlichen gestärkt.


KIWI steht für: Kultur, interkulturelles Lernen, Werte und Initiative und ist ein Projekt, das die Hilfsorganisation CARE seit Anfang 2016 an weiterführenden Schulen in Deutschland ab der 5. Klasse durchführt, um Lehrkräfte bei der Integration und Einbindung des interkulturellen Lernens in den schulischen Alltag zu unterstützen. Mit spielerischen Methoden werden Themen wie Geschlechterrollen, Diskriminierung und Reflexion der eigenen Kultur behandelt, Kinder und Jugendliche mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte werden dabei in ihrer Selbstwirksamkeit gefördert. KIWI betont ihre Stärken und Gemeinsamkeiten anstatt ihrer Defizite und Unterschiede und verschafft ihnen Erfolgserlebnisse. „Das KIWI-Projekt von CARE steht für `Kinder und Jugendliche willkommen` und richtet sich vor allem an Schulen bundesweit und an deren Lehrkräfte“, so Thomas Knoll, Abteilungsleiter Inlandsprojekte & Bildung von CARE Deutschland.

Die Hilfsorganisation CARE
Die Hilfsorganisation CARE zählt zu den großen privaten Hilfsorganisationen, die sich international für die Bekämpfung von Armut, für Entwicklungsarbeit und Nothilfe einsetzen. CARE Deutschland e. V. mit Sitz in Bonn gehört als eine von 14 Schwesterorganisationen zum Netzwerk „CARE International“ und ist seit mehr als zehn Jahren auch in Deutschland in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aktiv. Schwerpunkte bilden das globale Lernen, die Integrationsförderung und das interkulturelle Lernen an Schulen. Die Angebote von CARE richten sich an junge Menschen in Deutschland in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, an Lehrkräfte und weiteres pädagogisches Fachpersonal.

KIWI-Handbuch und Fortbildungen für Lehrkräfte

„Im Mittelpunkt des Projekts KIWI stehen vier Komponenten“, erklärt Leonie Kutz, Referentin des Projekts. „Das KIWI-Handbuch, die KIWI-Fortbildungen, Workshops und die Schulprojekte.“ Das Handbuch ist für Schüler*innen ab Klasse 5 geeignet und enthält über 150 praxiserprobte Übungen, Spiele und Arbeitsmaterialien für den Unterrichtseinsatz. „In diesen Übungen geht es zum Beispiel um Wertebildung, Toleranz, Geschlechterrollen oder aber auch berufliche Orientierung“, so Kutz. Die Methoden orientieren sich an den Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen und stärken ihre Selbstwahrnehmung, ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstwirksamkeit.

In den KIWI-Fortbildungen lernen Lehrkräfte die Hintergrundinformationen, Theorien und Methoden für den Unterrichtseinsatz zum interkulturellen Lernen und der Integrationsförderung kennen und werden dazu befähigt, die Instrumente und Methoden des KIWI-Handbuches eigenständig anzuwenden. Sie erhalten außerdem Anregungen für die Umsetzung pädagogischer Ansätze wie dem Projektlernen, der Peer Education, dem sozialen Lernen sowie der Demokratiebildung. Zusätzlich bietet die Fortbildung Raum für fachlichen Austausch mit anderen Lehr- und Fachkräften.

Lehr- und Fachkräfte, die bei der schulischen Umsetzung des KIWI-Projektes Unterstützung wünschen, können zusätzlich Workshops für Schüler*innen buchen, die in Abstimmung mit ihnen und angepasst an die Bedarfe der Lerngruppen stattfinden. In den Workshops unterstützt ein internationales KIWI-Schulcoachteam die Lehrkräfte dabei, die Methoden aus dem KIWI-Material umzusetzen und aktiv in den Schulalltag einzubinden. „Workshops können die Lehrkräfte auch selbst durchführen, wenn sie bei uns eine Fortbildung besucht haben“, so Thomas Knoll. Und er ergänzt: „Wir begleiten mit unseren Schulcoaches die Schulen aber auch direkt in den Klassen.“ Die KIWI-Workshops sind für alle Schüler*innen und Klassenformen in allen Bundesländern geeignet. Auch hier wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Stärken und Potenziale der Kinder und Jugendlichen gelegt.

Förderung von Schulprojekten an weiterführenden Schulen

Darüber hinaus fördert CARE im Rahmen des Programms schulische Projekte im Bereich Vielfaltsgestaltung und Integration an weiterführenden Schulen. „Wir bieten den Schülerinnen und Schülern 400 Euro, um ein eigenes Integrationsprojekt umzusetzen“, so Knoll. Bedingung ist, dass die Projekte zur Integration an der Schule oder im schulischen Umfeld beitragen und die Schüler*innen maßgeblich an der Idee, Planung und Umsetzung der Projekte beteiligt sind. Alles andere ist den Schüler*innen selbst überlassen. Es kann also genauso ein Patenprogramm, ein Rap-Song oder ein Theaterworkshop sein. „Die Schülerprojekte sind uns sehr wichtig“, betont Leonie Kutz. „Besonders weil die Schülerinnen und Schüler selbst agieren und eigene Projekte umsetzen.“ Alle Projekte qualifizieren sich automatisch für den Wettbewerb zum „KIWI-Integrationspreis“, der jährlich verliehen wird und mit dem CARE jährlich fünf besonders erfolgreiche Projekte zur Gestaltung von Vielfalt und Begegnung in der Schule auszeichnet. Diese erhalten eine Anschlussfinanzierung.

KIWI kids-Projekt für Grundschulen
KIWI wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union (AMIF) und der Deutsche Bank Stiftung finanziert und ist für die Nutzer kostenfrei. Seit dem Start im Jahr 2016 haben bisher bundesweit mehr als 900 Schulen und andere Bildungseinrichtungen teilgenommen. Es wurden mehr als 100 Schulprojekte gefördert, über 2.500 Lehr- und Fachkräfte fortgebildet und mehr als 57.000 Schüler*innen in KIWI-Workshops geschult.

Seit Anfang 2019 wird das KIWI kids-Projekt, das von der Stiftung RTL „Wir helfen Kindern e.V.“ gefördert wird, auch an Grundschulen durchgeführt. Mit Bildungsmaterialien, Fortbildungen und Workshops verfolgt CARE auch an Grundschulen das Ziel, interkulturelles Lernen und Integrationsförderung zu verankern. CARE arbeitet hier mit den praxisorientierten Unterrichtsmaterialien der KIWI kids-Box, die ebenfalls ein Handbuch für Lehrkräfte mit verschiedenen Unterrichtsmethoden des interkulturellen und sozialen Lernens zu Themen wie Kultur, Heimat, Familie & Freundschaft, Vorurteile & Stereotype oder schulische Teilhabe beinhaltet. Geschichten rund um die Erlebnisse des kleinen Kiwi-Vogels, der seine Heimat verloren hat, bilden dafür den Rahmen. Auch bei dem KIWI kids-Projekt liegt der Fokus auf der Stärkung der Selbstwirksamkeit von Kindern. In den Fortbildungen werden die Lehr- und Fachkräfte insbesondere für die Lebensrealitäten von zugewanderten Schüler*innen sensibilisiert und auf die Arbeit und die damit einhergehenden Herausforderungen in Klassen- und Schulgemeinschaften vorbereitet. Die Schulprojekte der Grundschulkinder werden mit bis zu 250 Euro gefördert. Durch die Planung und Umsetzung der Projekte werden insbesondere zugewanderte Kinder aktiv in die Klassen- und Schulgemeinschaften eingebunden und in ihrer Selbstwirksamkeit und kulturellen Identität bestärkt. Alle durch das KIWI kids-Projekt geförderten Schulprojekte zur Förderung von Vielfalt und Begegnung qualifizieren sich für den KIWI kids-Preis, den CARE jährlich für die beispielhafte Gestaltung von Vielfalt und Begegnung an Grundschulen vergibt.



Ihr Kommentar zu diesem Beitrag. Dieser Beitrag wurde bisher nicht kommentiert.

 Weitere Beiträge in „Bildung + Innovation“.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 20.08.2020
© Innovationsportal

Die Übernahme von Artikeln und Interviews - auch auszugsweise und/oder bei Nennung der Quelle - ist nur nach Zustimmung der Online-Redaktion von Bildung + Innovation erlaubt.

Die Redaktion des Online-Magazins Bildung + Innovation arbeitet journalistisch frei und unabhängig. Die veröffentlichten Beiträge bilden u. a. auch interessante Einzelmeinungen zum Bildungsgeschehen ab; die darin zum Ausdruck gebrachte Meinung entspricht nicht notwendig der Meinung der Redaktion oder des DIPF.

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen (nur vorhanden, wenn Javascript eingeschaltet ist)