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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 15.08.2019:

Die Grundlagen für Bildungschancen werden vor Ort gelegt

Die „Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement“

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Bildrechte: „Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement“

Im Rahmen der „Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bereiten bundesweit neun Transferagenturen Modelle für ein kommunales Bildungsmanagement aus dem Programm „Lernen vor Ort“ für alle interessierten Kommunen auf und unterstützen sie dabei, diese an die Bedingungen vor Ort anzupassen.


Zu den wichtigsten Aufgaben einer Kommune zählt, für eine gute und gerechte Bildung zu sorgen. Um in Städten und Landkreisen die Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen und dabei auch Fachkräfte zu sichern und wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen kommunale Bildungslandschaften heute innovative Lösungen und zukunftsorientierte Angebote vor Ort. Der Aufbau eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements, das Bildung über alle Lebensphasen hinweg in den Mittelpunkt rückt und mit vielen Akteuren gemeinsam neue Prozesse anstößt, ist dafür eine wichtige Grundlage. Datenbasiertes kommunales Bildungsmanagement verbindet die verschiedenen Bildungsstufen im Lebenslauf, optimiert verwaltungsinterne Prozesse und Abläufe und bringt Bildungsakteure in einem Netzwerk zusammen. Durch eine bessere Koordination der Bildungsangebote und eine nachhaltige Kooperation der beteiligten Akteure in den Kommunen werden Bildungsstrukturen transparenter und effizienter.
 
Bildungsmonitoring
Damit das Management von Bildung gelingt, sind alle beteiligten Akteure auf aktuelle und verlässliche Daten und Fakten angewiesen. Diese können im Rahmen einer fortlaufenden Bildungsberichterstattung gewonnen werden. Mithilfe eines Bildungsmonitorings erhalten Kommunen die nötige Ausrüstung, um fundierte bildungspolitische Entscheidungen zu treffen, denn das Bildungsmonitoring liefert nicht nur eine wichtige Datenbasis und hilft, die Ausgangslage in einer Kommune herauszuarbeiten, sondern weist auch auf bildungsrelevante Herausforderungen hin, wie sie sich zum Beispiel im demographischen Wandel und Fachkräftebedarf widerspiegeln. Das zeigen die Erfahrungen von Kommunen, die im Rahmen des Bundesprogramms „Lernen vor Ort“ („LvO“) gemeinsam mit lokalen Stiftungen bereits erfolgreiche Modelle zum kommunalen Bildungsmanagement entwickelt haben.
 
Lernen findet in den Kommunen vor Ort und ein Leben lang statt
Bildung für alle, vor Ort in den Städten und Landkreisen, auf den Bedarf des Einzelnen abgestimmt - diesem Leitgedanken folgte die Initiative „Lernen vor Ort“, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Kooperation mit mehr als 180 deutschen Stiftungen ins Leben gerufen und von 2009 bis 2014 modellhaft in 40 Kreisen und kreisfreien Städten zur Entwicklung und Etablierung eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements durchgeführt wurde. Die Initiative hat die Weichen für lebenslanges Lernen in den Kommunen neu gestellt, indem sich alle Bildungsakteure gemeinsam dafür eingesetzt haben, ihre Angebote zu verknüpfen, um optimale Bildungsbedingungen vor Ort zu schaffen. Dadurch sind in den beteiligten Kommunen viele tragfähige Kooperationsstrukturen und nachhaltige lokale Bildungslandschaften entstanden, die aufeinander bezogen und abgestimmt wurden und auf die konkreten Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet wurden. Als ein weiteres wichtiges Element hat sich die Entwicklung eines Beratungsangebotes für das Lernen im Lebenslauf erwiesen, das vor allem an der bildungsbereichsübergreifenden Begleitung der Lernenden orientiert ist und damit eine an der Biographie orientierte Begleitung über einzelne Bildungsabschnitte hinaus gewährleistet.

Die „Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement“
Um die Ergebnisse und Erfolge von „Lernen vor Ort“ in die Breite der kommunalen Bildungslandschaft zu tragen, hat das BMBF 2013 die Initiative „Transferagenturen Kommunales Bildungsmanagement“ ins Leben gerufen. Seit 2014 stellen bundesweit neun Transferagenturen die Resultate gezielt interessierten Kommunen zur Verfügung. Es stehen allen Kommunen verlässliche Ansprechpartner und kompetente Berater in ihrer Region zur Seite, die sie auf dem Weg zur Etablierung eines kommunalen Bildungsmanagements begleiten. Die Transferagenturen bereiten im Rahmen ihrer Beratung bundesweit erfolgreiche Modelle aus „Lernen vor Ort“ und weiteren Programmen für alle interessierten Kommunen für ein kommunales Bildungsmanagement auf und passen diese an die jeweilige Situation vor Ort an. Sie unterstützen Kommunen dabei, ihre Ausgangssituation zu analysieren, Bedarfe zu identifizieren und beraten sie hinsichtlich der Entwicklung von Zielen für die Gestaltung einer kommunalen Bildungslandschaft und deren Umsetzung. Die Transferagenturen verfügen über spezifisches Wissen für Großstädte und ländliche Regionen und ermöglichen einen Dialog in den Kommunen zwischen den beteiligten Bildungsakteuren.

„Bildung integriert“
Die Förderrichtlinie „Bildung integriert“ ist vom BMBF eingerichtet worden, um den Transfer zu stärken und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Über die Förderung stehen u.a. Personalmittel für einen Bildungsmanager /eine Bildungsmanagerin und einen Bildungsmonitorer/eine Monitorerin sowie Mittel für Monitoring-Software und Dienstreisen zur Verfügung. Die verbindliche Zusammenarbeit mit einer Transferagentur ist Voraussetzung für die Förderung im Rahmen des Programms „Bildung integriert“. Das Programm befindet sich bereits in der zweiten Förderrunde und endet zum 30. Juni 2021. Es unterstützt aktuell 89 Kommunen dabei - unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Programm „LvO“ - ein datenbasiertes Bildungsmanagement aufzubauen und weiterzuentwickeln. Dazu werden die kommunalen Bildungsakteure vernetzt, bisher verteilte Zuständigkeiten in der Kommunalverwaltung gebündelt und die Kooperation mit weiteren Schlüsselakteuren der Bildung hergestellt, um Managementstrukturen für ein ganzheitliches Bildungswesen zu etablieren. Dazu gehört auch, bereits vor Ort bestehende Programme, Projekte, Ressourcen oder Netzwerke einzubeziehen, um durch eine Abstimmung vor Ort und Kooperationen im Land die Kräfte zu bündeln.

Bildung für Neuzugewanderte

Abgerundet wird die Bildungsinitiative durch die Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte, mit der sie die Integration von geflüchteten Menschen unterstützt. Bildung ist Voraussetzung für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, dabei kommt den Kommunen eine maßgebliche Rolle zu. Gefördert werden Koordinatoren und Koordinatorinnen, die relevante Bildungsakteure auf kommunaler Ebene koordinieren. Die Resonanz auf das Förderangebot ist sehr groß: rund 320 Kommunen nehmen an dem Programm teil - das entspricht etwa 80 Prozent aller Kreise und kreisfreien Städte. Rund 450 Koordinatorinnen und Koordinatoren sind mittlerweile bundesweit aktiv. Ihnen gelingt es, die vielfältigen Bildungs- und Weiterbildungsakteure auf kommunaler Ebene zusammenzubringen, die koordinierte Zusammenarbeit zu initiieren sowie Bildungs- und Weiterbildungsangebote aufeinander abzustimmen.





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Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 15.08.2019
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