Der KI-Schulpreis zeichnet Schulen, die Künstliche Intelligenz bewusst und verantwortungsvoll einsetzen, aus und macht sie als Vorbilder sichtbar
19.02.2026: Am 16. Januar 2026 wurde der KI-Schulpreis 2025 verliehen. Ausgezeichnet wurden Schulen, die Künstliche Intelligenz (KI) bereits erfolgreich und praxisnah in ihrem Schulalltag einsetzen – in der Schulorganisation, im Unterricht oder zur individuellen Förderung von Schüler*innen. Die Konzepte der Gewinnerschulen zeigen, wie der praxisorientierte Einsatz von KI den Schulalltag u.a. mit adaptiven Lernsystemen und intelligenten Assistenzsystemen vorantreiben und verbessern kann.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändert nicht nur den Alltag und die Berufswelt, sondern auch die Bildung. Adaptive Lernplattformen ermöglichen schon heute eine personalisierte Förderung, KI-gestützte Analysen unterstützen Lehrkräfte, Lernprozesse gezielt zu begleiten, und intelligente Systeme bereiten Unterrichtsmaterialien passgenau auf. Besonders Sprachmodelle wie ChatGPT eröffnen neue Möglichkeiten – von individuellem Feedback bis hin zur Unterstützung bei der Unterrichtsplanung. Während an vielen Schulen gegenüber KI noch Unsicherheit herrscht, weil technische Voraussetzungen, durchdachte Konzepte und praktische Erfahrungen fehlen und zudem Fragen zu Datenschutz und Ethik bestehen, schreiten andere Schulen voran und entwickeln eigene Strategien, mit denen sie KI sinnvoll in den Schulalltag integrieren und ihr Potenzial verantwortungsvoll nutzen wollen.
Der KI-Schulpreis
Die Initiative Deutschland – Land der Ideen hat gemeinsam mit der Deutsche Telekom Stiftung und der Dieter Schwarz Stiftung den bundesweiten KI-Schulpreis 2025 ausgerichtet und Schulen gesucht, die mit KI bereits neue Wege gehen, innovative KI-Konzepte entwickeln und Künstliche Intelligenz erfolgreich und praxisnah in ihrem Schulalltag einsetzen, beispielsweise in der Schulorganisation, im Unterricht, zur Entlastung von Lehrkräften oder zur individuellen Förderung von Schüler*innen. Mit dem Wettbewerb sollen Schulen, die KI bewusst und verantwortungsvoll einsetzen, ausgezeichnet und erfolgreiche Konzepte sichtbar gemacht werden, damit andere Schulen inspiriert werden, Vorbehalte abbauen und die Chancen von KI im Bildungsbereich erkennen.
Bewerbung mit einem Gesamt- oder Teilkonzept
Bis zum 10. Oktober 2025 konnten alle Primar- und Sekundarschulen ihre Beiträge in zwei Kategorien einreichen: In der ersten Kategorie stand ein umfassendes KI-Gesamtkonzept im Mittelpunkt, das den strategischen und breit angelegten Einsatz von KI beschreibt – etwa im Unterricht, zur Unterstützung von Inklusion oder zur Automatisierung administrativer Abläufe. In der zweiten Kategorie konnten Schulen ein KI-Teilkonzept vorlegen, das sich auf einen klar umrissenen Fachbereich oder einen spezifischen Anwendungsfall konzentriert – beispielsweise auf individuelle Lernangebote oder innovative Pilotprojekte.
Auswahl der Bewerbungen
Insgesamt hatten sich 191 Schulen für die Auszeichnung beworben. Eine Expert*innen-Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Ulrike Cress, Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) in Tübingen und Professorin für Psychologie an der Universität Tübingen, nominierte 18 Schulen und wählte von diesen sieben Gewinnerschulen aus. Diese zeigen, wie Künstliche Intelligenz Lernen, Lehren und Schulorganisation verantwortungsvoll, wirksam und pädagogisch sinnvoll unterstützen kann. Auf einer feierlichen Preisverleihung am 16. Januar 2026 auf dem Bildungscampus Heilbronn wurden die Gewinnerschulen geehrt und als bundesweite Vorreiter im Bereich KI sichtbar gemacht.
Gewinnerschulen 2025 in der Kategorie KI-Gesamtkonzept
Gewonnen in der Kategorie KI-Gesamtkonzept haben das Carl Fuhlrott Gymnasium Wuppertal/NRW (Platz 1) und die Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf/Hessen (Platz 2). Die Neue Grundschule Potsdam (Brandenburg) teilt sich mit dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin Platz 3. Das Carl Fuhlrott Gymnasium (CFG) setzt KI umfassend im Unterricht und in der Organisation ein: mit eigenen didaktischen Agents, automatisiertem Feedback und einem Schulbot und stets verbunden mit klaren ethischen Leitlinien und inklusiven Anwendungen. Die didaktischen KI-Agents entwickeln die Lehrkräfte selbst. Diese digitalen Lernbegleiter führen Schüler*innen Schritt für Schritt zum Ziel und regen durch gezielte Impulse zum Denken an. Ergänzt wird das System durch FelloFish für automatisiertes Feedback, Classtime zur Lernstandsanalyse und Fobizz als Assistenztool für Planung und Materialerstellung. Parallel entsteht der Schulbot „Carl“, der Wissen bündelt, häufige Fragen beantwortet und das Kollegium organisatorisch unterstützt. Ein eigener Prompt-Framework-Bot hilft Schüler*innen zudem, präziser mit KI zu arbeiten und Sprachkompetenz aufzubauen. Am CFG ist KI-Nutzung eng mit Verantwortung verknüpft: Es werden ausschließlich DSGVO-konforme Anwendungen eingesetzt, KI-Beiträge gekennzeichnet und die Nutzung regelmäßig reflektiert. Über Medienscouts sowie einen iPad- und KI-Führerschein lernen Schüler*innen, Chancen und Risiken digitaler Technologien einzuschätzen.
Gewinnerschulen 2025 in der Kategorie KI-Teilkonzept
Die Gewinnerschulen in der Kategorie KI-Teilkonzept sind die Friedensschule Osnabrück/Niedersachsen (Platz 1), die Carl-Orff-Grundschule Wiesbach/Rheinland-Pfalz (Platz 2) und die Ernst-Reuter-Schule Pattensen/Niedersachsen (Platz 3). Die Friedensschule versteht sich als Labor für zukunftsgerichtete Lernformen, wozu auch der bewusste Einsatz von Künstlicher Intelligenz gehört. Im Mittelpunkt steht das Modellprojekt „demoKI“, das KI- und Demokratiebildung verbindet. In drei Phasen lernen die Schüler*innen, was KI leisten kann, wie sie funktioniert und welche ethischen und gesellschaftlichen Folgen sie hat. Sie entwickeln eigene Bots, gestalten KI-basierte Lernspiele und veröffentlichen ihre Ergebnisse über Social Media oder die Plattform demoKI.info, auf der alle Materialien als Open Educational Resources (OER) frei zugänglich sind.
Austausch bei der Preisverleihung
Auch die Gesamt- und Teilkonzepte der anderen Gewinnerschulen sind beeindruckend. So verknüpft die Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf beispielsweise ihr etabliertes Konzept des selbstgesteuerten Lernens mit KI-gestützter Diagnostik und Förderung und baut eine datensouveräne, pädagogisch kontrollierte Infrastruktur für adaptive Lernprozesse auf. Mit dem KI-gestützten „Krisenhelfer RLP“ unterstützt die Carl-Orff-Grundschule Wiesbach Lehrkräfte in Ausnahmesituationen durch strukturierte, datenschutzkonforme Handlungsempfehlungen und zeigt, wie KI Schulorganisation wirksam entlasten kann. Und die Ernst-Reuter-Schule Pattensen vermittelt Jugendlichen mit dem Fach „Cyberethik“ ein tiefes Verständnis für Funktionsweise, Chancen und Grenzen von KI und verankert verantwortungsvolle Nutzung, Datenschutz und kritische Medienbildung fest im Curriculum.
Neben der öffentlichen Würdigung und einem Preisgeld im Gesamtwert von 100.000 Euro erhielten die Schulen auf der Preisverleihung auch die Möglichkeit, sich untereinander über ihre Konzepte auszutauschen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 19.02.2026
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