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Das digitale Schülerfeedback gibt Schüler*innen die Möglichkeit, Auskunft über ihr Wohlbefinden zu geben

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Bildrechte: Gerd Altmann auf Pixabay

09.04.2026: Nordrhein-Westfalen (NRW) führt das „Zentrale Schülerfeedback“ ein. Über digitale Fragebögen können Schüler*innen anonym Auskunft über ihr Wohlbefinden an Schulen geben. Das Instrument dient als Grundlage zur Stärkung der sozial-emotionalen Entwicklung von Schüler*innen und ist Teil der Gesamtstrategie „Schulkompass NRW 2030“. Diese bündelt bestehende Maßnahmen, ergänzt sie um zusätzliche Lernstandserhebungen sowie das zentrale Schülerfeedback und setzt auf datengestützte Schulentwicklung. So sollen Schulen bis 2030 bessere Lernleistungen, stärkere Basiskompetenzen und mehr Wohlbefinden der Schüler*innen erzielen. 


Schüler*innen in Nordrhein-Westfalen können jetzt angeben, wie es ihnen in der Schule geht. In einem digitalen Fragebogen können sie mitteilen, ob sie gerne zur Schule gehen, sich dort wohlfühlen, sich gesehen fühlen und sich einbringen können.

Mit der Möglichkeit zu einem Schülerfeedback reagiert das Schulministerium NRW auf Studien wie die jüngsten IQB-Bildungstrends, nach denen viele Schüler*innen nicht nur Unterstützung in den Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Zuhören und Rechnen benötigen, sondern auch in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung. Diese ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und ein respektvolles Miteinander in der Schule. Erst Mitte März hat das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung gezeigt, dass der Anteil an Schüler*innen, die sich in Schule nicht wohlfühlen, gestiegen ist.

Altersgerechte Fragebögen
Die digitalen Fragebögen für das Zentrale Schülerfeedback, die von den Schüler*innen in einem digitalen Portal anonym beantwortet werden können, hat das Schulministerium gemeinsam mit der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), Schüler*innen, die an dem Programm Your Vision – Schule NRW beteiligt waren, der Landesschüler*innenvertretung NRW und der AG Schulleitung entwickelt. Sie umfassen an Grundschulen rund 30 Fragen und an weiterführenden Schulen sowie an den Berufskollegs rund 40 Fragen. Die Ergebnisse der Befragungen verbleiben an den Schulen. Schulleitungen und Lehrkräfte können die Antworten gemeinsam mit der Schulaufsicht auswerten, um Problemlagen zu identifizieren, Maßnahmen zu entwickeln und Kinder und Jugendliche gezielt in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung fördern zu können.

Portal und Fragebögen wurden bereits auf ihre Praxistauglichkeit an einzelnen Schulen getestet. Mit dem Versand der Einladungen Mitte März 2026 sind nun alle Schulen aufgefordert, sich am ersten großen Testlauf des neuen Schülerfeedbacks zu beteiligen. Die Teilnahme ist freiwillig, langfristig könnte das Instrument verpflichtend für Schulen werden. Für Schüler*innen soll die Teilnahme aber freiwillig bleiben.

Schulkompass NRW 2030
Das Schülerfeedback ist Teil der Gesamtstrategie „Schulkompass NRW 2030“, mit der das Schulministerium die Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen wieder zu besseren Lern- und Bildungserfolgen führen will. In den Schulen liegt schon seit Beginn des Schuljahres 2023/24 der Fokus auf den Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Zuhören und Rechnen sowie auf den sozial-emotionalen Kompetenzen. Mit bereits eingeführten Maßnahmen wie Reformen der Lehrkräfteaus- und -fortbildung, der verbindlichen Lesezeit, digitalen Tools zur Lese- und Mathematikförderung sowie einem Programm zur Stärkung der sozial-emotionalen Kompetenzen, sollen die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen verbessert werden. Erweitert werden die Bemühungen jetzt um digitale Screening-Verfahren zur Erfassung der Lernstände der angehenden Erstklässler*innen, eine verbindliche Sprachförderung in den sogenannten ABC-Klassen sowie eine datengestützte Qualitätsentwicklung an Schulen.

Datengestützte Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht
Neben den Daten, die den Schulen bereits zur Verfügung stehen - die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA3 und VERA8, der Zentralen Prüfungen in Klasse 10 (ZP10) und des Zentralabiturs - wird das Schülerfeedback weitere wichtige Daten liefern. Außerdem plant das Schulministerium drei zusätzliche Lernstandserhebungen in den Klassen 2, 5 und 7, die Aufschluss über den individuellen Lernstand der Kinder und Jugendlichen geben, und Lehrkräfte in die Lage versetzen sollen, bestimmte Kompetenzen ihrer Schüler*innen noch passgenauer fördern zu können und wichtige Inhalte im Unterricht gezielt zu wiederholen und zu vertiefen.

Mit der Datengestützten Qualitätsentwicklung (DQE) an Schulen und einer ebenso frühzeitigen wie verbindlichen Sprachförderung knüpft die Landesregierung an erfolgreiche Erfahrungen anderer Staaten und Bundesländer wie zum Beispiel Hamburg an. Sämtliche Daten sollen den Schulen in NRW perspektivisch über ein digitales Dashboard zur Verfügung gestellt werden. Bis die technische Lösung dafür steht, erhalten die Schulen eine Zusammenstellung ihrer wesentlichen Daten als nutzerfreundliches Schuldatenblatt.

Zusammenarbeit mit Schulaufsicht
Bei der datengestützten Qualitätsentwicklung sollen die Schulen künftig durch die Schulaufsicht, also von den Schulämtern und Bezirksregierungen, beraten und unterstützt werden. Das Schuldatenblatt und die Ergebnisse aus dem Schülerfeedback werden die Grundlage für Zielvereinbarungsgespräche zwischen Schulen und Schulaufsicht bilden. Beide vereinbaren gemeinsam, wie Schulleitungen und Lehrkräfte zum Beispiel durch bestimmte Fortbildungen für das Kollegium und inhaltliche Schwerpunkte im Unterricht den Bildungserfolg ihrer Schüler*innen verbessern können. Auch werden Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulaufsicht für die neue Arbeitsweise der datengestützten Qualitätsentwicklung in Schulen durch Erklärvideos, Webinare und Podcasts qualifiziert.

Sämtliche Maßnahmen sollen schrittweise entwickelt, zunächst freiwillig pilotiert und dann landesweit verbindlich eingesetzt werden. Der gesamte Entwicklungs- und Implementationsprozess soll bis zum Sommer 2030 abgeschlossen sein. Ziel ist es so, langfristig die Zahl der Schüler*innen, die die Mindeststandards verfehlen, zu verringern, die Zahl der Schüler*innen, die die Optimalstandards erreichen, zu steigern, Schüler*innen in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung zu stärken und mehr Jugendliche am Berufskolleg zu einem erfolgreichen Abschluss mit konkreter Anschlussperspektive zu führen.



Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 09.04.2026
© Bildung + Innovation

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