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Das Professorinnenprogramm 2030 will den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen weiter steigern

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Bildrechte: Ivana Tomášková auf Pixabay

12.03.2026: Der internationale Frauentag macht jedes Jahr am 8. März darauf aufmerksam, dass die Gleichstellung von Mann und Frau noch nicht erreicht ist. So verdienen Frauen u.a. auch in Deutschland im Schnitt nicht nur weniger, sondern besetzen auch seltener Führungspositionen als Männer. Um den Anteil von Frauen in Professuren und wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu steigern, haben Bund und Länder im Jahr 2008 das Professorinnenprogramm aufgelegt. Mehr als 1000 Professuren wurden bereits gefördert. Seit 2023 befindet sich das Programm unter dem Titel „Professorinnenprogramm 2030“ in der vierten Phase.



Frauen sind in Deutschland ausgezeichnet qualifiziert. Doch während sie häufiger Abitur machen und mehr Studienanfänger*innen stellen als Männer, sinkt ihr Anteil im Verlauf der wissenschaftlichen Laufbahn deutlich: Unter den Promovierenden sind es nur noch 46 Prozent, unter den Habilitierenden sogar lediglich 36 Prozent. In der Professorenschaft fällt der Frauenanteil weiter auf derzeit rund 30 Prozent und auch in Führungspositionen spiegelt sich der hohe Anteil qualifizierter Frauen nicht wider. In Wissenschaft und Forschung sind Spitzenpositionen nach wie vor überwiegend von Männern besetzt.

Das Professorinnenprogramm
Um Frauen nach der Promotion stärker im Wissenschaftssystem zu halten und ihre Chancen auf allen Karrierestufen zu verbessern, haben Bund und Länder 2008 das Professorinnenprogramm ins Leben gerufen. Es gilt als wichtigstes gemeinsames Instrument, um die Gleichstellung an Hochschulen voranzubringen. Ziel ist es, den Anteil von Frauen in Professuren, Leitungsfunktionen und wissenschaftlichen Spitzenpositionen deutlich zu steigern, ihre Sichtbarkeit auf allen Qualifikationsstufen zu verbessern und ihre Karrierewege auf dem Weg zur Professur gezielt zu unterstützen. Gleichzeitig stärkt das Programm die Gleichstellungsstrukturen der Hochschulen durch spezifische Maßnahmen und fördert einen nachhaltigen Kulturwandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit an den Instituten. Der DLR-PT begleitet das Programm seit Beginn als verantwortlicher Projektträger und unterstützt sowohl die Hochschulen als auch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt als verlässlicher und fachkundiger Partner.

Für die Teilnahme müssen Hochschulen Gleichstellungskonzepte vorlegen, die eine fundierte Analyse der eigenen Situation enthalten und darauf aufbauend passgenaue Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung formulieren. Nach einer positiven Begutachtung durch ein unabhängiges Gremium können die Hochschulen Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen auf unbefristete W2- und W3-Professuren erhalten. 

Unabhängige Prüforganisationen haben die ersten drei Phasen des Professorinnenprogramms jeweils positiv evaluiert. Demnach ermöglicht das Programm den beteiligten Hochschulen, sich vertieft und strategisch mit dem Thema Gleichstellung zu befassen, was sich in strukturellen Weiterentwicklungen und der Erhöhung des Frauenanteils am wissenschaftlichen Personal zeigt.

Das Professorinnenprogramm 2030
Seit Anfang 2023 befindet sich das Programm in der vierten Phase. Das Professorinnenprogramm 2030 knüpft an die drei erfolgreichen Programmphasen seit 2008 an, erweitert deren Ansatz jedoch und stärkt die inhaltliche Ausrichtung. Die neue Programmlaufzeit ist länger als zuvor, sodass nun drei Förderrunden innerhalb von acht Jahren möglich sind – bislang waren es zwei Förderrunden in fünf Jahren. Zudem entfällt die bisherige Unterscheidung verschiedener Konzepttypen: Alle Hochschulen bewerben sich künftig mit einem einheitlichen Gleichstellungskonzept für Parität an der Hochschule. Kooperationen bei der Erstellung dieser Konzepte sind ausdrücklich möglich, die Einreichung und Begutachtung erfolgen jedoch weiterhin für jede Hochschule separat. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verbindlichkeit, etwa im Bereich der Karriere- und Personalentwicklung, eines geschlechtersensiblen Berufungsmanagements sowie eines systematischen Gleichstellungscontrollings. Auch die dezentrale Ebene der Hochschulen rückt stärker in den Fokus. 

Die Ausweitung auf drei Förderrunden eröffnet insbesondere kleineren oder erstmals teilnehmenden Hochschulen zusätzliche Chancen. Sie erhalten mehr Zeit und Flexibilität, ihre Konzepte weiterzuentwickeln und erneut einzureichen. Damit können sie auch in einer dritten Antragsrunde zeigen, wie stark sie sich für Gleichstellung engagieren. Bisher fanden zwei Auswahlrunden statt. In der zweiten Auswahlrunde des Professorinnenprogramms 2030 im Jahr 2025 konnten 56 Hochschulen überzeugen. Sie haben nun bis zum 30. September 2026 die Möglichkeit, Anträge für bis zu drei Anschubfinanzierungen zur Erstberufung von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren einzureichen.

Das Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“
Eine zentrale Neuerung ist das Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“. Es würdigt Hochschulen, die sich besonders für die Karriere- und Personalentwicklung ihres weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses einsetzen. Hochschulen, die dieses Prädikat erhalten, können eine zusätzliche Stelle für eine Wissenschaftlerin oder Künstlerin auf dem Weg zur Professur beantragen. Diese Förderung setzt einen klaren Anreiz, junge Talente gezielt zu unterstützen und die Planbarkeit wissenschaftlicher und künstlerischer Karrierewege zu verbessern. Das Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ wurde in der ersten Einreichungsrunde an 22 Hochschulen und in der zweiten Runde an weitere 12 Hochschulen vergeben. Diese besondere Auszeichnung im Professorinnenprogramm 2030 führt dazu, dass Gleichstellungsarbeit an den Hochschulen noch sichtbarer und als Qualitätskriterium anerkannt wird.

Das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern hat seit Programmstart im Jahr 2008 zur Verdopplung des Professorinnenanteils von 14 auf 30 Prozent maßgeblich beigetragen. Bis Anfang des Jahres 2026 wurden insgesamt mehr als 1.000 Stellen für Professorinnen gefördert.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 12.03.2026
© Bildung + Innovation

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