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Bildung + Innovation Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Erschienen am 14.11.2019:

„Wir möchten Kindern unabhängig von ihrer Herkunft Chancen ermöglichen.“

EDUCATION Y setzt sich für eine Kultur der Solidarität und Kooperation ein

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Bildrechte: EDUCATION Y

Die Organisation EDUCATION Y möchte mit verschiedenen Programmen in den Handlungsfeldern Familie, Schule und Digitales einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche, die in einem benachteiligendem Umfeld aufgewachsen sind, einen gerechten Zugang zu Bildung und Aufstiegsmöglichkeiten erhalten.


Bei großen Herausforderungen wie der digitalen Transformation, der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und der Umsetzung der Inklusion ist Bildung einer der Schlüssel, der die Gesellschaft zusammenhält. Doch nicht jeder kann gleichberechtigt am Bildungssystem teilhaben. Die Social-Profit-Organisation EDUCATION Y setzt sich deshalb für mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung und gegen Ausgrenzung ein und möchte mit ihrer Arbeit einen Beitrag dazu leisten, eine Kultur der Solidarität und Kooperation zu etablieren.

EDUCATION Y
Hervorgegangen ist die Organisation aus dem Buddy-Projekt und dem gleichnamigen Verein, die 1999 von der Vodafone Stiftung initiiert wurden und sich seitdem für soziales Lernen von Kindern und Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Rahmen stark machen. Heute ist die in EDUCATION Y umbenannte Organisation gewachsen und beeinflusst gleich mit mehreren Programmen die Bildungsbiographie von Kindern und Jugendlichen. Ein solidarisches Miteinander, ein gerechter Zugang zu Bildung und Aufstiegsmöglichkeiten für Menschen, die in einem benachteiligenden Umfeld aufgewachsen sind, stehen im Fokus. Kinder und Jugendliche sollen lernen, selbstbestimmt agieren zu können und ihre Rechte kennen. „Mit innovativer Bildung und wirkungsorientiertem Agieren möchten wir Kindern unabhängig von ihrer Herkunft Chancen ermöglichen“, betont Roman R. Rüdiger, geschäftsführender Vorstand. Angesiedelt sind die Programme in den entscheidenden Institutionen Familie, Kita, Schule, Hochschule und deren Übergängen. Zielgruppe sind neben den Kindern und Jugendlichen die Erwachsenen, die die jungen Menschen begleiten, um eine Haltung bei ihnen zu stärken, die von Wertschätzung und Kompetenzorientierung geprägt ist. Die ehemalige Familienministerin und Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süßmuth lenkt als Vorstandspräsidentin zusammen mit dem Vorstand die strategische Ausrichtung der in Düsseldorf ansässigen Organisation.

Das Handlungsfeld Familie
Spätestens seit der PISA-Studie aus dem Jahr 2001 ist bekannt, dass die familiäre Herkunft in Deutschland den Bildungsweg eines Kindes wesentlich bestimmt. Kinder aus Familien, die armutsgefährdet sind, andere kulturelle Hintergründe mitbringen oder die deutsche Sprache nicht gut sprechen, sind dadurch benachteiligt. Die meisten Eltern möchten ihren Kindern zwar helfen, wissen jedoch nicht, wie und wo sie Unterstützung bekommen. Hier setzt EDUCATION Y an und unterstützt mit seinem familY-Programm insbesondere Eltern von Vorschulkindern, die keine, kaum oder schlechte Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem gemacht haben, bei der Begleitung ihrer Kinder im Übergang von der Kita in die Grundschule. In bis zu 12 Elterngruppentreffen erhalten die teilnehmenden Familien die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu informieren, und werden dazu befähigt, das Lernen ihres Kindes zu beobachten, zu verstehen und es aus diesen Erkenntnissen heraus zu fördern. Moderiert werden die Treffen von pädagogischen Fachkräften aus Kitas, Grundschulen, Familienbildungszentren und Jugendhilfen, die dazu von EDUCATION Y zu familY-Begleiter/inne/n ausgebildet werden. Durch die Zusammenarbeit mit den Kommunen kann familY direkt in kommunal-staatlichen Strukturen wirken und soll langfristig bundesweit eingesetzt werden können.

Handlungsfeld Schule

Für das Handlungsfeld Schule hat EDUCATION Y Projekte mit den Schwerpunkten soziales Lernen, Kinderrechtsbildung, Schulentwicklung und Übergänge in der Bildungsbiografie entwickelt - geleitet von dem Ziel der Kompetenzorientierung für ein individuelles und gesellschaftliches Wohlergehen und der Vision von mehr Chancengerechtigkeit. Hier werden Schulen durch eine systemische und wirkungsorientierte Arbeit zu zentralen Orten für den Erwerb emotionaler, sozialer und kognitiver Kompetenzen sowie unmittelbar gelebter demokratischer Werte.

Das Buddy-Programm stärkt schon seit zwanzig Jahren Schülerinnen und Schüler in ihren sozialen und emotionalen Kompetenzen, unterstützt das Erlernen von Konflikt- und Kooperationsfähigkeit, Reflexionsfähigkeit, Perspektivübernahme, Engagement und Zuverlässigkeit. Unter dem Motto „Aufeinander achten. Füreinander da sein. Miteinander lernen.“ übernehmen BuddYs („buddy“ = englisch für Kumpel) an rund 1.600 Schulen in sechs Bundesländern Verantwortung für sich und andere und versuchen, entstandene Konflikte konstruktiv zu lösen. Sie engagieren sich als Paten für jüngere Mitschüler/innen, helfen anderen über Schul- und Altersgrenzen hinweg beim Lernen und beim Umgang mit digitalen Medien und sind Streitschlichter/innen oder Ansprechpartner/innen bei Problemen. Dadurch werden sie in ihrer Persönlichkeit gestärkt und erfahren, dass ihr eigenes Handeln positiv auf sie selbst und andere wirkt. Sie lernen, ihre Haltung und ihr Handeln zu reflektieren und Veränderungen an ihrer Schule anzustoßen. Lehrkräfte werden dabei zu Lernbegleiter/inne/n und Coaches.

Weitere Projekte an Schulen

Daneben führt EDUCATION Y in Kooperation mit der Stiftung TalentMetropole Ruhr seit 2012 an inzwischen über 20 Haupt-, Real-, Gesamt- und Sekundarschulen im Ruhrgebiet das Get Ready/buddY-Programm durch, das speziell die Potenziale von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife fördert und ihnen den Übergang in eine Berufsausbildung erleichtert. In Kooperation mit UNICEF hat EDUCATION Y das buddY-Landesprogramm Kinderrechte entwickelt, das Fortbildungen für schulische Fachkräfte an Grundschulen und Sekundarschulen in Nordrhein-Westfalen anbietet, die dabei lernen, wie sie im täglichen Fachunterricht und in außerunterrichtlichen Angeboten Kinderrechte platzieren und in das Bewusstsein aller am Schulleben Beteiligten rücken können. Das Ziel des fünfjährigen Pilotprojekts #WirGestaltenSchule, das auf Initiative und durch Förderung der BASF SE in Kooperation mit EDUCATION Y, der Stadt Ludwigshafen sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz (ADD) an zwei Realschulen in Ludwigshafen realisiert wird - dort gibt es besonders hohe Schulabbruchquoten - ist es, Schüler/innen zu fördern und sie bei ihrem Übergang in das Ausbildungssystem und die spätere Berufstätigkeit zu unterstützen. In dem im Oktober 2018 gestarteten Programm „Wa(h)re Werte. Die Wirtschafts.Forscher!“, einer gemeinsamen Initiative von der PwC-Stiftung, von EDUCATION Y, dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) in Oldenburg und der Karl Schlecht Stiftung, lernen Jugendliche, sich forschend und reflektiert mit Zusammenhängen der Wirtschaft zu befassen und Wirtschaft insbesondere unter ethischen Gesichtspunkten zu analysieren und neu zu denken. Damit sollen sie befähigt werden, aktiv und souverän die Gesellschaft, in der sie zukünftig leben werden, mitzugestalten.

Da auch der Erwerb digitaler Kompetenzen neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen immer wichtiger wird, setzt EDUCATION Y außerdem auf wirksame Projekte im Bereich Digitales. Die Pacemaker-Initiative gibt Impulse zur Transformation der Lernkultur an Schulen und unterstützt Schulen dabei, dynamischen, interaktiven Unterricht zu gestalten, in dem Schüler/innen durch digitale Hilfsmittel zu aktiv gestaltenden Akteuren werden.

Gestaltung von Bildung auf internationaler Ebene
Als einer von fünf „Social Partnern“ der OECD in Deutschland - neben der Telekom Stiftung, der Bertelsmann Stiftung, der Siemens Stiftung und dem Global Goals Curriculum e.V. - gestaltet EDUCATION Y auch auf internationaler Ebene das Lernen im 21. Jahrhundert mit. Zusammen mit über 200 Teilnehmer/inne/n aus Politik, Verwaltung, Schule und Zivilgesellschaft aus über 40 Mitgliedsländern arbeitet die Organisation beim OECD-Bildungsprojekt „Future of Education and Skills 2030!" mit. Im Rahmen des Projekts hat sie den „OECD Learning Compass 2030“ mitentwickelt - ein sich entwickelnder Lernrahmen, der zeigt, wie Bildungssysteme ihren Beitrag dazu leisten können, dass Schüler/innen die in der Agenda 2030 formulierten Ziele und ein kollektives Wohlbefinden erreichen.




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Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 14.11.2019
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