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„Wir stellen praxistaugliche Diagnostikverfahren und Förderbausteine für den Übergang zur Grundschule als OER zur Verfügung“

Interview mit Dr. Beatrice Rupprecht von der Universität Leipzig

In dieser Folge der Podcast-Reihe „Bildungsforschung für die Bildungspraxis“ mit dem Schwerpunkt inklusive Bildung geht es um gelingende Übergänge von der Kita in die Grundschule für Kinder mit großen Lern- und Entwicklungsherausforderungen. Das Verbundprojekt ILEA-Basis-T hat dafür praxistaugliche Diagnose- und Förderbausteine für frühe Mathematik, frühe Literalität und das biopsychosoziale Wohlbefinden entwickelt.

Dr. Beatrice Rupprecht erklärt, wie die Materialien entstanden, warum sie wirken und wie Kitas und Grundschulen kostenlos auf die im Projekt erarbeiteten Open Educational Resources (OER) zugreifen können.

Podcast abspielen:

Schlagwörter

Bildungsforschung, Inklusion (Soziologie), Podcast, Schuleingangsuntersuchung, Übergang, Übergang Kita Schule, MInkBi,

Art des Podcasts Forschungstransfer
Autor des Podcasts Christine Schumann
Bildungsbereich Kindertageseinrichtungen / Tagespflege; Vorschule; Grundschule
Laufzeit 00:25:40
Tag der Aufnahme 16.02.2026
Rechte CC-by-sa, Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Letzte Änderung am 2026-02-17 12:55:37

Lesefassung

(Von AI Companion stark zusammengefasste Transkription)

Herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. In dieser Folge geht es darum, wie Kinder mit Behinderungen den Übergang von der Kita in die Grundschule besser meistern können. Um als schulfähig zu gelten, müssen gemeinhin einige Anforderungen erfüllt sein: Kognitive Voraussetzungen wie die Fähigkeit zum konkret logischen Denken, insbesondere Zahl- und Mengenbegriffe, aber auch passives Sprachverständnis und sprachliche Ausdrucksfähigkeit.

Für Kinder mit großen Lern- und Entwicklungsherausforderungen ist das kaum zu leisten. Damit aber auch sie sich beim Übergang in die Schule als kompetent und selbstwirksam wahrnehmen lernen, wurden im Verbundprojekt ILEA-Basis-T – das Kürzel steht für Individuelle Lernentwicklungsanalyse von Basiskompetenzen in der inklusiven Transition Kita-Schule –Diagnosebausteine und Förderempfehlungen für die Bereiche frühe Mathematik, frühe Literalität und das biopsychosoziale Wohlbefinden entwickelt und erprobt. 

Darüber spreche ich mit Dr. Beatrice Rupprecht von der Universität Leipzig.

Frau Rupprecht, stellen Sie sich und das Projekt bitte kurz vor.

Beatrice Rupprecht: Sehr gern. ILEA-Basis-T ist ein Verbundprojekt unter Leitung von Prof. Katrin Liebers, getragen von der Universität Leipzig und der Europa-Universität Flensburg. Wir haben Diagnose- und Fördermaterialien für Kinder entwickelt, die in Bereichen wie früher Schriftsprachlichkeit oder früher Mathematik noch ganz am Anfang stehen. Forschung zeigt, dass gerade sie den Übergang in die Grundschule oft als besonders herausfordernd erleben. Unser Ziel war es, ihre Potenziale sichtbar zu machen und ihnen einen guten Start zu ermöglichen.

Gehen diese Kinder in die Regelgrundschule oder in die Förderschule?

Beatrice Rupprecht: Überwiegend in die Regelgrundschule, einige wechseln im Verlauf auch in eine Förderschule.

Wie sind Sie bei der Entwicklung der Materialien vorgegangen?

Beatrice Rupprecht: Zunächst mussten wir klären, auf welcher Entwicklungsstufe die Kinder stehen. Viele vorhandene Diagnostikverfahren waren ungeeignet – zu anspruchsvoll oder sprachlich zu voraussetzungsvoll. Deshalb haben wir ein eigenes Verfahren entwickelt, das auch Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Behinderungen oder Sprachbarrieren berücksichtigt. Von Anfang an war uns der Austausch mit pädagogischen Fachkräften wichtig. Ihre Erfahrungen flossen in alle Schritte ein: von ersten Entwürfen über Testphasen bis zur finalen Fassung. Wichtig war uns ein Instrument, das Diagnostik und konkrete Förderideen kombiniert, damit Fachkräfte nicht mit Ergebnissen allein gelassen werden.

Wie stark haben die Rückmeldungen aus der Praxis die Entwicklung beeinflusst?

Beatrice Rupprecht: Sehr stark. Alles sollte im Kita-Alltag einsetzbar sein – ohne großen Mehraufwand. Alltägliche Situationen wie Essen, Anziehen oder Tischdecken bieten zahlreiche Anlässe, frühe mathematische oder sprachliche Kompetenzen zu fördern. Die Rückmeldungen der Fachkräfte waren daher zentral.

Wie viele Einrichtungen waren beteiligt?

Beatrice Rupprecht: Das Projekt lief von 2021 bis August 2024 in den Regionen Flensburg und Leipzig. Einige Einrichtungen beteiligten sich niedrigschwellig, andere intensiv mit regelmäßigen Rückmeldeschleifen. Der Zeitaufwand und auch die durch die Pandemie bedingten erschwerten Bedingungen haben die enge Zusammenarbeit teils erschwert.

Konnten Sie nachweisen, dass die Materialien wirken?

Beatrice Rupprecht: Ja. Von ersten Prätests bis zu einer großen Validierungsstudie zeigte sich, dass unsere Diagnosebausteine die basalen Kompetenzen zuverlässig erfassen – ebenso das biopsychosoziale Wohlbefinden, das stark mit Lernprozessen zusammenhängt. Zudem berichten Fachkräfte, dass die Kinder den Übergang gut geschafft haben und sicher in der Grundschule angekommen sind.

Wie gelangen Interessierte an die Materialien?

Beatrice Rupprecht: Alles ist kostenlos als OER verfügbar – über unsere Projektwebseite oder den Deutschen Bildungsserver. Die Bausteine sind selbsterklärend, und die Handreichung führt Schritt für Schritt von der Diagnose zur Förderung.

Was würde die Forschung-Praxis-Kooperation verbessern?

Beatrice Rupprecht: Vor allem mehr Zeitressourcen in den Einrichtungen. Viele wollten mitmachen, scheiterten aber an Personalmangel oder fehlender Zeit. Flexible Arbeitszeitmodelle oder zusätzliche Stundenkapazitäten wären hier wichtig.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Rupprecht.

Beatrice Rupprecht: Vielen Dank – wir freuen uns über Rückmeldungen.


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