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26. 02. 2015

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Eine gerechte Zukunft für alle“

Auszeichnungsfeiern für „Schulen der Zukunft“ beginnen

Bild

Logo; Quelle: Schule der Zukunft

Die Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ ist ein Beitrag des Landes Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Im Rahmen der Kampagne beschäftigten sich in den vergangenen Jahren über 1500 Schulen, Kindertagesstätten, Netzwerke sowie außerschulische Partner mit dem Themenfeld der nachhaltigen Entwicklung.


Naturnahe Schulhofgestaltung, Anlegen von Hochbeeten für Gemüseanbau, Klimaschutz: Mit unterschiedlichsten Aktionen haben sich viele Schulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) in den vergangenen Jahren der Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ angeschlossen. Ziel der Kampagne ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Alltag von Schulen, Kitas und deren außerschulischen Partnern zu tragen und dort zu verankern. Bewerben konnten sich 2012 Schulen aller Schulformen aus Nordrhein-Westfalen, Kitas, die mit einer oder mehreren Schulen im Netzwerk arbeiten wollten, und Netzwerke von Schulen, Kitas und außerschulischen Partnern. Getragen wird die Kampagne von zwei Landesministerien, dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) und dem Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW). Die landesweite Koordination liegt bei der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA). In diesem Jahr endet die Laufzeit der Kampagne.

Umsetzung der UN-Dekade in NRW
Die Kampagne „Schule der Zukunft" ist ein wesentlicher Beitrag des Landes NRW zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und wurde als Dekade-Projekt 2013 ausgezeichnet. Auf der Weltkonferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 haben 179 Länder der Erde die „Agenda 21“, das Aktionsprogramm der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, unterschrieben und auf dem Weltgipfel 2002 in Johannesburg bekräftigt. Ökonomische Entwicklung, soziale und globale Gerechtigkeit sowie ökologische Tragfähigkeit sollen gleichberechtigt gefördert und verbunden und weltweit in die nationalen Bildungssysteme integriert werden. Nur eine nachhaltige Entwicklung, die die Interessen der heutigen ebenso wie der kommenden Generationen auf der ganzen Welt berücksichtigt, ermöglicht eine gerechte Zukunft für alle.

Bei der Umsetzung dieser Ziele spielt Bildung eine zentrale Rolle. Für die Jahre 2005 bis 2014 haben die Vereinten Nationen deshalb die Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Die Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ ist eines der fünf Leitprojekte der nordrhein-westfälischen Landesregierung zur Umsetzung der UN-Dekade und findet bereits in der vierten Phase statt: 2003 bis 2005 und 2006 bis 2008 unter dem Titel „Agenda 21“, 2009 bis 2012 und 2012 bis 2015 unter dem Namen „Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit“.

Methoden und Projekte
Im Rahmen der Kampagne beschäftigten sich landesweit über 1500 Schulen, Kindertagesstätten und Netzwerke sowie außerschulische Partner mit dem Themenfeld der nachhaltigen Entwicklung. Viele haben sich der Thematik, darunter zum Beispiel Verbraucherbildung, Ernährung, Klimaschutz und „Eine Welt“, zunächst mit kleinen Projekten genähert und sich dann immer intensiver und selbstverständlicher mit Fragen der Zukunft beschäftigt. Oft wurden nach und nach immer mehr Klassen hinzugezogen, in manchen Fällen sogar die gesamte Schulgemeinde. Zum Teil wurden auch bereits begonnene oder laufende Projekte aufgegriffen und ausgebaut. Gern gewählte Formen waren Unterrichtsprojekte, Aktionen im Rahmen von Projektwochen, AG's oder Angebote im Rahmen der (offenen) Ganztagsschule, beliebte Methoden zum Beispiel Lernen an Stationen, selbst organisiertes Lernen, kooperatives Lernen, fächerübergreifende Projekte, Einbeziehung außerschulischer Lernorte oder Schulpartnerschaften mit anderen Ländern.

Jede Schule oder Kita wählte ihre Schwerpunkte selbst, wesentlich war nur, dass sie sich unter der Leitfrage „Wie wir verantwortlich im weltweiten Horizont und mit Rücksicht auch auf künftige Generationen leben können“ mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Lebensgrundlagen auseinandersetzten und diese aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Die Schülerinnen und Schüler wurden an allen Entscheidungen beteiligt und waren für deren Umsetzung und Folgen mitverantwortlich. Die Kooperation mit außerschulischen Partnern wie Naturparks, Naturschutzverbänden, Agenda-Büros, biologischen Stationen, Bibliotheken, Umweltverbänden, Eine-Welt-Gruppen und vielen anderen war Bestandteil des Schulprojekts. Darüber hinaus konnten die teilnehmenden Institutionen begleitende Fortbildungen besuchen oder mit anderen Kampagne-Schulen an den halbjährlich stattfindenden regionalen Begleitveranstaltungen teilnehmen.

Ein Blick in die Praxis
Ergebnis sind viele hundert Projekte, die für viele Schulen der Einstieg in den Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung waren. An der Eichendorffschule in Bielefeld beispielsweise stand das Einsparen von Müll im Vordergrund. Alle Schüler/innen wurden zu einem umweltgerechten Umgang mit Müll angehalten, so dass die Restmüllmengen seit Beginn des Projektes entschieden zurückgegangen sind. Die Bodelschwinghschule in Münster hat den Unterricht am Vormittag und die ganztägige Betreuung am Nachmittag durch Projekte im Schulgarten miteinander verknüpft und neben der allgemeinen Schulgartenarbeit auch die Errichtung eines Insektenhotels geplant. Die Bodenbergschule in Schladern gründete die AG „Leben und Lernen mit und in der Natur auf soziale und demokratische Weise“. Sie kultivierte Pflanzen, Kräuter und Blumen, um Schmetterlingen, Bienen, Insekten, Vögeln und Amphibien eine Heimat zu geben, nutzte ihre Pflanzen für eine gesunde Ernährung (Kräuterbeet, Kartoffelanbau, Kompostanlage, Früchte tragende Bäume), kam im Walking-Bus zu Fuß zur Schule und vermied unnötige Autofahrten. Beim Clara-Schumann-Gymnasium in Holzwickede stand das Wasser im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler untersuchten die Wasserqualität des schulnahen Holzwickeder Bachs, besuchten eine Trinkwasseraufbereitungs- und eine Kläranlage, um Aspekte des Wasserkreislaufs vor Ort kennen und verstehen zu lernen, und machten eigene Experimente, in denen sie z. B. die Wasserlöslichkeit verschiedener Substanzen überprüften. Die Fairtrade-AG des Gymnasiums St. Michael in Paderborn verbreitete und förderte die Idee des fairen Handels in der ganzen Schule mit regelmäßigen Verkäufen und verschiedene Aktionen. Und das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) in Hagen initiierte eine Partnerschaft mit einer Schule im Senegal. Finanziert durch Aktionen von Schülerinnen und Schülern konnten die ungünstigen Lebens- und Lernbedingungen in Waounde deutlich verbessert werden. So wurde u.a. eine Solaranlage auf dem Schuldach installiert. Im Rahmen einer kommunalen Klimapartnerschaft der Stadt Hagen mit der Stadt Portmore in Jamaika baut das THG derzeit eine weitere klimabezogene Schulpartnerschaft auf.

Auszeichnung bei erfolgreicher Teilnahme
Über 550 Schulen, Kitas und Netzwerke werden in diesem Jahr in insgesamt 31 offiziellen Feiern in Nordrhein-Westfalen als „Schule bzw. Netzwerk der Zukunft“ ausgezeichnet. Sie erhalten dann eine Urkunde, ein Hausschild und eine Fahne über die erreichte Zertifizierung. Im Rahmen dieser Auszeichnungsfeiern präsentieren sie auf einem „Markt der Möglichkeiten“ ihre Projekte. Die an der Kampagne „Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit" teilnehmenden Schulen in Bochum, Herne, Hagen, Düsseldorf und Siegen gehören zu den ersten Schulen, die nach der Projektdauer von drei Jahren Ende Februar 2015 ausgezeichnet werden. Im November 2015 schließt sich die Runde mit der Auszeichnung der Schulen und Netzwerke in Köln und Münster. Das Thema „Bildung für Nachhaltigkeit“ wird aber für alle Schulen dann noch lange nicht zu Ende sein.

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 26.02.2015
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