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29. 07. 2010

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

BIBER bildet

Ein Online-Portal fördert die Frühpädagogik

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BIBER - Netzwerk frühkindliche Bildung

Wann muss die gezielte Bildung von Kindern beginnen? So früh wie möglich, am besten schon im Kindergarten. Darüber ist man sich inzwischen einig. Hilfreich dafür ist ein umfangreiches Netzwerk im Internet, bei dem sich Frühpädagogen informieren, aus- und weiterbilden können. Das Projekt BIBER bietet eben dies an.


Das von dem Verein „Schulen ans Netz“ 2007 initiierte und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte Projekt BIBER mit sieben Beiräten hat es sich zur Aufgabe gemacht, frühkindliche Bildung zu fördern sowie Erzieherinnen und Erzieher weiterzubilden. Die Kindertagesstätte als erster institutionalisierter Bildungsort bietet unter anderem die große Chance, die kindliche Medienkompetenz zu stärken. Dafür nutzt BIBER die Vorteile digitaler Medien. Bilderbücher, Hörspiele, Portfolios im Kindergarten – sie alle können auch ins Netz gestellt werden, nur eben in etwas anderer Form. So lernen Kinder früh den kreativen und aktiven Umgang mit Medien, die ohnehin überall im Tagesablauf von Kindern auftauchen. Zielgruppe des Projektes sind alle, die in der Frühpädagogik aktiv sind: Erzieher, Studierende, Lehrkräfte, Fachleute aus der Wissenschaft und Bildungsträger. Unterteilt ist der umfangreiche Internetauftritt des Projektes BIBER in drei große Bereiche, welche auch die Schwerpunkte abstecken: Informieren, Vernetzen und Weiterbilden.

Informationen aus der Praxis

Das Projekt BIBER bietet Informationen zu aktuellen Themen und Fragen aus der frühpädagogischen Praxis. Empfehlenswerte Fachmedien, Spiel- oder Lernsoftware werden besprochen, ausgewählte Praxisprojekte zur Nachahmung empfohlen. Die Datenbank „Website für Kinder“ gibt Pädagogen Anleitungen im schwer durchschaubaren Dschungel von Internetseiten, während ein anderes Konzept erklärt, wie man eine Website aufbaut. Diese Seite des Portals zeigt aber vor allem, wie man interessante Themen aus Bildungsplänen aufgreifen und mit starkem Praxisbezug neu bearbeiten kann. Schwerpunkte sind die Themen Sprachförderung, mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung und Bildungsdokumentation.

So beleuchtet ein Film, wie der interkulturelle Kindergarten „Kinderwelt Augsburg“ Sprachförderung von Kindern aus zehn Nationen mit dem Fairplay im Fußball verbindet. Eine andere Idee sucht Wortschatzarbeit mit den Sinnen zu (er-)fassen: „Kastanien und andere Schätze“ stimmt die Kinder bei einem Waldspaziergang mit einer angeleiteten Erkundungstour auf die Wörter im Herbst ein. Eine „Herbstmappe“, ein Quiz und ein selbst gebasteltes Memory helfen die Ergebnisse ins Gedächtnis zu rufen. Der Podcast „Spitz die Ohren!“ fördert die auditive Wahrnehmung der Kinder, indem er sie mit Geräuschen aus und in ihrer Umgebung vertraut macht. Die Seite zeigt genau auf, wie ein solcher Audio-Podcast erstellt werden kann und liefert anschauliche Beispiele. Virtuelle Portfolios in der Frühpädagogik, also die Sammlung der Werke von Kindern im Internet, finden sich ebenfalls auf der Projektseite. Diese Art von Portfolio hat gegenüber „realen“ Mappen den Vorteil, Ton- und Filmdateien einbinden und alles am Ende auf CD brennen zu können.

„Das geht gut mit Medien!“: Vernetzen und Weiterbilden
Gute Online-Netzwerke sind heutzutage von zentraler Bedeutung. In solchen Netzwerken können die User im Forum diskutieren, in Gruppen arbeiten, Erfahrungen austauschen und Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet kennen lernen. Auf der „BIBER-Community“ hat jeder registrierte Nutzer die Option, in Foren zu Themen seiner Wahl Fragen zu stellen, zeitnah zu chatten oder gleich einen eigenen Blog zu gründen, der zum Beispiel Erlebnisse aus dem Pädagogenalltag vermittelt. Entscheidend ist der Austausch: Vielleicht weiß ein anderer eine Lösung für ein Problem. Per Dateiabgabe hat jedes Mitglied des Portals Zugriff auf gemeinsame Dateien, per Mail-Verteiler wird er ausgiebig informiert. Natürlich dient auch dies der Weiterbildung. Aber BIBER fördert die frühpädagogische Weiterqualifizierung ganz gezielt.

In dem einjährigen Kurs „Das geht gut mit Medien!“ findet sich eine Mischung aus Präsenz- und Online-Lernen. In interaktiven Übungen, alleine oder im Tandem durchgeführt, erarbeiten sich die Lernenden Basiswissen in Medienpädagogik und in Projektplanung. Der Blick gilt dabei auch der eigenen Kita oder Schule. Als Einstieg in ein Thema dienen kurze Videoclips, bevor das Wissen dann mittels Online-Kursen vertieft wird. Ein gutes Beispiel ist der Kurs „Experimentieren mit Energie“. In Videoclips können dazu registrierte Mitglieder des Online-Kurses Kinder in eine Kita begleiten, in der gerade die Phänomene schmelzendes Eis und gefrierendes Wasser untersucht werden. Dabei kann der Zuschauer den Lehrerinnen und Lehrern über die Schulter schauen. Auf der Seite wird in kurzen Kästchen darüber informiert, wie viel Zeit einzukalkulieren wäre, würde man den ins Internet gestellten Unterricht selbst verwenden. Alle Bildungsanstrengungen in Kindergarten und Grundschule müssen jedoch von denen unterstützt werden, welche den wichtigsten und längsten Einfluss auf die Bildung von Kindern ausüben: den Eltern. Der Kurs „Medien und Elternarbeit“ der Reihe Medienkompetenz zeigt auf, was Erzieherinnen und Erzieher tun können, um Eltern dabei zu unterstützen, ihre eigene Medienkompetenz und die ihrer Kinder zu fördern.

Wissenschaftliche Begleitung
Ein erklärtes Ziel des Projektes ist es, „Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten, die optimal auf die Zielgruppe zugeschnitten sind.“ Dazu werden die Angebote vom Institut für Medienpädagogik wissenschaftlich begleitet. Das Evaluationsteam soll eine dauerhafte Sicherung von Qualitätsstandards sichern, wobei die wissenschaftliche Evaluation in Form von teilstandardisierten Befragungen, Leitfadeninterviews, Gruppendiskussionen und partizipierenden Beobachtern stattfindet. BIBER betritt mit der Entscheidung zur wissenschaftlichen Evaluation des Projektes ein noch relativ unerforschtes Gebiet. Bleibt zu hoffen, dass Ergebnisse bald vorliegen, und dass das Projekt ein akademisches „standing“ erfährt. Das Portal ist vielfältig, offen für Verbesserungen und neue Ideen. Und es unterstützt die Frühpädagogen, deren lange geschmähtes Fach nun eine kleine Renaissance erlebt. So schreibt Norbert Neuß, habilitierter Hochschullehrer: „Bildung in der frühen Kindheit ist eine zentrale Entwicklungsaufgabe des deutschen Bildungssystems“.

 

 

Autor(in): Arndt Kremer
Kontakt zur Redaktion
Datum: 29.07.2010
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