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11. 06. 2015

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Mädchen erobern technische Berufe“

Das Projekt girlsatec verschafft jungen Frauen Möglichkeiten, technische Berufe kennenzulernen

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Das Projekt girlsatec liefert einen aktiven Beitrag, Mädchen gewerblich-technische Berufe näher zu bringen. Auf seiner Website informiert es über die Berufe und die Ausbildungsmöglichkeiten, an Schnuppertagen und in Technik-Camps erhalten die jungen Frauen einen ersten praktischen Einblick. Im Mittelpunkt der Initiative stehen Botschafterinnen, die diese Berufe repräsentieren.


Wenn der Schulabschluss näher rückt und die Frage der Berufswahl ansteht, entscheiden sich nach wie vor die meisten Mädchen für eher klassische „Frauenberufe“ wie Bürokauffrau oder Arzthelferin. Dass es noch viel mehr Möglichkeiten für sie in der technisch-gewerblichen Branche gibt, ist den meisten gar nicht bewusst. Dabei sind das Berufe, die auch für sie sehr interessant sind und dazu noch gute Verdienstmöglichkeiten, Aufstiegschancen und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf versprechen.

Botschafterinnen werben für „Männerberufe“
Dies zu ändern steht im Vordergrund des Projekts girlsatec. Die Initiative des Landes Berlin und des ABB Ausbildungszentrums Berlin gGmbH bemüht sich seit zwei Jahren darum, Mädchen und junge Frauen in der Phase der Berufsorientierung besser über gewerblich-technische Berufe zu informieren. „Noch gibt es zu wenige Frauen in technischen Berufen. Das wollen wir ändern“, fordert Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen in Berlin und Schirmherrin des Projekts. Aus diesem Grunde unterstützen sie und weitere Mentor/innen aus der Wirtschaft das Vorhaben. Über die Website von girlsatec können sich Mädchen und ihre Eltern über Berufe im technisch-gewerblichen Bereich informieren und dadurch ihr Berufswahlspektrum erweitern. Auf der Plattform werden sechs gewerblich-technische Berufe vorgestellt, für weitere Berufe wird auf BERUFENET (Bundesagentur für Arbeit) oder das Berufsinformationszentrum (BIZ) verwiesen. Diese sechs Berufe werden von sechs Botschafterinnen repräsentiert ‒ jungen Facharbeiterinnen und Auszubildenden, die sich für eine technisch-gewerbliche Ausbildung entschieden haben und davon begeistert sind. Sie berichten, wie sie zu ihrer Ausbildung gekommen sind und was sie eigentlich genau machen. Die Botschafterinnen Julia (Zerspanungsmechanikerin), Annika (Industriemechanikerin), Mareike (Mechatronikerin), Janine (Technische Systemplanerin bzw. Technische Produktdesignerin), Nora (Elektronikerin für Betriebstechnik) und Astrid (Werkzeugmechanikerin) besuchen auf Nachfrage auch Schulen, Ausbildungsmessen und Veranstaltungen, um hier über Ausbildungsinhalte und Perspektiven für junge Frauen in gewerblich-technischen Berufen zu informieren. Überall ermutigen sie Mädchen, eine technische Ausbildung zu ergreifen oder sich für ein technisches Studium zu entscheiden. Sie erzählen von ihren persönlichen Werdegängen und Wegen zur Berufswahl und beschreiben erste Ausbildungs- bzw. Berufserfahrungen aus ihrer Branche.

Erste praktische Erfahrungen sind wichtig
Unter dem Motto „Mädchen erobern technische Berufe“ versucht die Initiative die jungen Mädchen auch mit niedrigschwelligen Angeboten zu erreichen und ihnen so den Zugang zu gewerblich-technischen Berufen zu ermöglichen. Im Rahmen des Girls’ Day beispielsweise können sie das ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH im eintägigen Schnupperangebot kennenlernen. Und in den Schulferien gibt es fünftägige kostenlose Technik-Camps, in denen sie das technische Arbeiten selbst ausprobieren und sich einen Eindruck von ihrem technischen Geschick machen können. An diesen fünf Tagen erhalten sie Informationen rund um die Ausbildung gewerblich-technischer Berufe sowie über Entwicklungsmöglichkeiten und tauschen sich mit Auszubildenden und den girlsatec-Botschafterinnen aus. Sie erleben praktisch die Bereiche Metalltechnik, Elektrotechnik, Pneumatik und Technische Kommunikation und besichtigen kleine und mittlere Berliner Unternehmen.

Unternehmen können kooperieren
Das Projekt wendet sich auch an Eltern, Schulen und Unternehmen. Unternehmen, die beabsichtigen, junge Frauen auszubilden, können mit girlsatec kooperieren. Sie haben die Möglichkeit, sich als Ausbildungsbetrieb für Mädchen zu präsentieren, und können sich dabei von Betrieben, die dies durch die Entsendung der Botschafterinnen bereits tun, beraten lassen. Denn die Botschafterinnen sind nicht nur Vorbilder für junge, technisch interessierte Mädchen, sondern auch Repräsentantinnen von Unternehmen, die junge Frauen ausbilden. Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. (VME), dazu: „Die Ausbildung von Mädchen und Frauen in technischen Berufen ist eine Chance bei der Fachkräftesicherung. Die Metall- und Elektroindustrie bietet eine attraktive und zukunftssichere Ausbildung. Deshalb unterstützt der VME als Kooperationspartner das Projekt girlsatec, damit zukünftig mehr Mädchen erkennen, dass sie durch eine technische Ausbildung ihre Berufschancen erheblich verbessern. Dank der Unterstützung der Botschafterinnen aus den Firmen der Metall- und Elektroindustrie wird authentisch vermittelt, dass es in der Ausbildung nicht nur auf Technik und Präzision, sondern auch auf Teamarbeit und auf Kommunikationsstärke ankommt und dass Technik auch jungen Frauen Spaß macht.“

Angebote für Eltern
Und weil die Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder keine geringe Rolle spielen, werden auch sie von der Initiative direkt angesprochen. So gibt es regelmäßig einen Parents’ Day, ein kostenloses Angebot für Eltern und ihre Kinder, an dem diese sich im ABB Training Center Berlin rund um die Berufe informieren können. Am Tag der offenen Tür können sie sich außerdem ein Bild vom ABB Ausbildungszentrum machen. Dort werden diverse gewerblich-technische Berufe vorgestellt, und an mehreren Stationen können sie sich über einzelne Berufe vertiefend mit den Botschafterinnen und Ausbilder/innen zu den Anforderungen und Chancen austauschen. Höhepunkt des diesjährigen Tages der offenen Tür am 28. Mai war die Demonstration des Sechs-Achsengelenkarmindustrieroboters IRB 140 von ABB und die Präsentation des neuen Metall + Elektro–InfoTrucks vom Verband der Metall- und Elektroindustrie, mit denen anhand hochmoderner und jugendgerechter Informationsmedien die Faszination Technik erlebbar gemacht wurde.





Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 11.06.2015
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