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11. 08. 2011

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Ein Leben lang lernen

Qualifizierungsinitiative verbessert Weiterbildung

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Logo der gleichnamigen Initiative

Lebenslanges Lernen wird heute immer wichtiger. Eine beständige Fort- und Weiterbildung qualifiziert den Einzelnen, trägt aber auch zum Erfolg der Wirtschaft und zur Zukunft der Gesellschaft bei. Die Bundesregierung fördert deshalb im Rahmen der Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“ gemeinsam mit den Ländern vielfältige Möglichkeiten der Weiterbildung.


Lebenslanges Lernen zu verwirklichen, ist eine der großen bildungspolitischen Aufgaben. Lernen hört nicht mit dem Schulabschluss und auch nicht nach der Ausbildung oder dem Studium auf. Nur wer sich der Herausforderung stellt, für Neues offen zu sein und sich ständig neu Bildung aneignet, bleibt „am Ball“ und verbessert seine Lebens- und Arbeitschancen. Wissen muss im Zeitalter der Globalisierung ständig angepasst und erweitert werden. Durch den demographischen Wandel wird die Bedeutung des lebenslangen Lernens noch verstärkt. Denn nicht nur für den einzelnen Menschen ist eine beständige Fort- und Weiterbildung von Vorteil und verbessert seine individuellen Lebenschancen, auch der Erfolg der Wirtschaft und die Zukunft der Gesellschaft hängen von der Bereitschaft und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger ab, sich beständig weiterzubilden. Um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, ist es für den Wirtschafts- und Bildungsstandort Deutschland wichtig, dass hier gut ausgebildete und hoch qualifizierte Frauen und Männer leben und arbeiten.

Die Qualifizierungsinitiative „Aufstieg durch Bildung“
Um mehr Menschen bessere Aufstiegswege zu eröffnen, vereinbarten Bund und Länder auf einem Bildungsgipfel am 22. Oktober 2008 in Dresden Aktivitäten zur Förderung und Unterstützung von Bildung über den gesamten Lebensweg. Die so genannte Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung, die unter Federführung der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, erarbeitet wurde, soll von der frühkindlichen Bildung über Schule und Ausbildung bis hin zum Studium Bildungschancen für alle erhöhen und Aufstieg durch Bildung ermöglichen. Mit diesem zentralen Reformpaket soll das deutsche Aus- und Weiterbildungssystem in Qualität und Wirkungsbreite verbessert werden. Ziel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist es, das Lernen aller Bürgerinnen und Bürger in allen Lebensphasen und Lebensbereichen, an verschiedenen Lernorten und in vielfältigen Lernformen anzuregen und zu unterstützen.

Zielsetzungen einer verbesserten Weiterbildungsbeteiligung
Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Weiterbildung in Deutschland ist in Bezug auf andere Nationen vergleichsweise niedrig. Vor allem Menschen mit geringer Qualifikation nehmen nur selten solche Angebote wahr. Damit sich mehr Menschen beteiligen, will die Bundesregierung die Möglichkeiten für das Lernen im gesamten Lebenslauf verbessern. Dazu gehört in erster Linie, den Wert des Lernens heraufzusetzen. Lernen soll von möglichst vielen als Herausforderung und auch als Chance für die persönliche Lebensgestaltung gesehen werden. Ziel ist es, mehr bezahlbare und zielgruppenspezifische Angebote sowie eine an der Lebens- und Lernsituation der Menschen orientierte Bildungsberatung zu schaffen, damit die Beteiligung an formalisierter Weiterbildung (Kurse und Seminare) bis zum Jahr 2015 von derzeit 43 Prozent auf 50 Prozent steigt, die Gruppe der Geringqualifizierten mindestens zu 40 Prozent (bisher 28 Prozent) aktiv ist und die Beteiligung an allen Lernformen einschließlich des sogenannten informellen Lernens sich von 72 Prozent auf 80 Prozent erhöht.

Vielfalt der Maßnahmen
Das BMBF hat in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe von Initiativen und Programmen angestoßen, die in Zukunft noch weiter ausgebaut werden sollen. So gibt es seit Dezember 2008 eine Bildungsprämie. Erwerbstätige, die nicht mehr als 25.600 Euro im Jahr verdienen, bekommen auf Antrag pro Jahr einen Zuschuss von bis zu 500 Euro für eine berufliche Weiterbildung. Bis 2012 stehen dafür insgesamt 53 Millionen Euro Fördergelder vom BMBF und dem Europäischem Sozialfonds zur Verfügung. Fachlich versierte Berater helfen Angestellten, Selbstständigen und Berufsrückkehrern an insgesamt 512 Beratungsstellen in ganz Deutschland, die richtige Fortbildung zu finden.

Da Bildung vor allem in der eigenen Kommune passiert, fördert das BMBF zusammen mit Stiftungen die Angebotsstruktur auf dieser Ebene. Durch die Initiative "Lernen vor Ort" und die Einführung eines regionalen Bildungsmonitoring stärken beide die Bildungszusammenarbeit in den Regionen. Dabei zielt das Programm auf eine verbindliche Verknüpfung der einzelnen Bildungsangebote – von der frühkindliche Bildung und der Familienbildung bis hin zur Weiterbildung.

Weiterbildung im Beruf ist wichtig, aber auch die Qualität der Angebote ist entscheidend. Die STIFTUNG WARENTEST führt jährlich etwa 15 unabhängige Weiterbildungstests im Bereich beruflicher Weiterbildungsangebote durch. Seit 2008 werden diese vom BMBF als Regelförderung finanziert.

Aufstiegsmöglichkeiten verbessern
Ein entscheidender Punkt für das Funktionieren der Weiterbildungsmöglichkeiten ist eine gute Durchlässigkeit und Verzahnung der Bildungsbereiche. Im Rahmen der Initiative werden deshalb konkrete länderübergreifende Vereinbarungen erarbeitet, die den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte erleichtern. Um mehr Menschen zu ermöglichen, sich aus dem Beruf heraus zu qualifizieren und noch ein Studium anzuschließen, gibt es außerdem das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Aufstiegsstipendium. Auch das „Meister-Bafög“ ist ein großer Erfolg. Dieses unterstützt Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung.

Für Berufstätige ohne Abitur gibt es im Rahmen der Offensive "Offene Hochschulen“ die Möglichkeit, an ausgewählten deutschen Hochschulen zu studieren, um den Aufstieg im Job zu schaffen. Um das Potenzial von Menschen mit Migrationshintergrund besser zu erschließen, wird die berufsbezogene Sprachförderung für sie ausgeweitet und verbessert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Qualifizierungsinitiative im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Förderung der Weiterbildung ist die Förderung des Erlernens von Fremdsprachen. In einem vereinten Europa, in dem immer mehr Grenzen fallen, bekommt das Beherrschen mehrerer Sprachen eine immer größere Bedeutung. Das europaweite Programm für Erwachsenenbildung der Europäischen Kommission Grundtvig hat bereits eine halbe Million Menschen in den vergangenen zehn Jahren gefördert. In Lernpartnerschaften wie BICOM oder multilateralen Projekten wie TRICC werden sprachliche und kulturelle Kompetenzen geschult. Der "europass Mobilität" dokumentiert Qualifikationen und Kompetenzen von Europäern und erhöht dadurch ihre Chancen auf eine gute Stelle im In- wie auch im Ausland.

Spezielle Angebote
Darüber hinaus gibt es spezielle Angebote wie das "Technikum", eine Art freiwilliges Jahr für MINT-Begeisterte, mit dem die Bundesregierung die Studierbereitschaft für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge steigern, aber auch die Studienabbruchsquoten in diesen Fächern senken möchte. Das bisher sehr erfolgreich verlaufende Programm AQUA (Akademikerinnen und Akademiker qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt), mit dem zugewanderte und hiesige Akademiker/innen sowohl beim Einstieg als auch beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt werden, wird auch für Berufsrückkehrer/innen und arbeitslose Ingenieure erprobt. Dabei erfolgt die theoretische Qualifizierung in Verbindung mit mehrmonatigen Betriebspraktika. Auch der Berufseinstieg von Studienabbrechern, deren Anteil derzeit bei 25 Prozent liegt, soll unter Berücksichtigung der im Rahmen des Studiums bereits erworbenen Kompetenzen erhöht werden. In Zusammenarbeit mit den Ländern, den Hochschulen und einzelnen Fachbereichen sowie mit Betrieben und Kammern wird im Rahmen der Qualifizierungsinitiative ein Angebot entwickelt und umgesetzt, das den Einstieg in das Berufsleben oder auch in eine duale Ausbildung erleichtert.

 

Projekte zum Thema in der Projektedatenbank des Innovationsportals:

„Aufstieg durch Bildung"

 „Lernen vor Ort“

„MINToring – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler“

„Technikum“

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 11.08.2011
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