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15. 06. 2003

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Nach den Empfehlungen des Forum Bildung, Teil 2

Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg beziehen sich die meisten Maßnahmen auf Schulformen: Die Einrichtung von Ganztagsschulen und das Reformprojekt IMPULSE  beziehen sich beispielsweise auf die Hauptschule (individuelle Förderung). Unter den Maßnahmen finden sich viele interessante Programme wie z. B. die "sport- und bewegungsfreundliche Grundschule" (frühe Förderung), der Aufbau einer Kinderakademie zur Förderung hochbegabter Kinder (individuelle Förderung) und ein Sonderprogramm zur Förderung der Schülermentorenausbildung: "Soziale Verantwortung lernen" (Lernen Verantwortung zu übernehmen). Herauszuheben ist, dass Baden-Württemberg eines der ersten Länder ist, die die Möglichkeit bieten, die Herkunftssprache - zunächst für italienisch stämmige Schülerinnen und Schüler - zertifizieren zu lassen (Bildung und Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten).

Bayern
In Bayern finden sich zwei besonders bemerkenswerte Maßnahmen: Bayern hat als einziges Land einen wissenschaftlich fundierten Bildungs- und Erziehungsplan für Krippen und Kindergärten entwickelt, der ganzheitlich angelegt ist. Eines der interessantesten Projekte in Bayern stellt das Modellprojekt Modus 21 dar, das in seiner Konzeption, der einzelnen Schule mehr Verantwortung zu übertragen, mehrere Empfehlungen des Forum Bildung (individuelle Förderung und Lehrer als Schlüssel der Bildungsreform) integrativ abdeckt.

Berlin
In Berlin ist sichtbar, dass das Land sich verstärkt für die Integration und Sprachförderung von Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache bemüht, unter anderem durch die Verkleinerung von Klassen, das Bärenstark-Programm zur Sprachstandsfeststellung und Bereitstellung von Materialien zur Sprachförderung, die Förderung von Deutsch als Zweitsprache, den Einbezug der Eltern durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und durch das Bemühen, den Anteil von Erzieherinnen und Lehrkräften mit Migrationshintergrund in Berliner Bildungseinrichtungen zu erhöhen. In der individuellen Förderung ist der Schulversuch zum jahrgangsübergreifenden Lernen (JÜL) zu nennen, der in seinem zeitlichen Umfang von Klasse 1 bis Klasse 6 einmalig ist.

Brandenburg
Das Land Brandenburg setzt einen seiner bildungspolitischen Schwerpunkte bei der frühkindlichen Erziehung und Bildung. Die Maßnahmen reichen von der Qualitätssicherung in Kindertagesstätten bis zur Einbeziehung von Eltern in die Kita-Arbeit. Bei der individuellen Förderung legt Brandenburg sowohl auf integrative als auch differenzierte Lernangebote Wert. Die Professionalisierung der Lehrer wird nicht nur durch neu konzipierte Lehrerfortbildungen, sondern auch durch originelle Maßnahmen wie der Schaffung eines Internetportals für angehende Lehrer gemeinsam mit dem Land Berlin oder die Verleihung des "Adolf-Reichwein-Preises" befördert.

Bremen
Bei der individuellen Förderung setzt Bremen auf eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule, Schülern und Eltern durch Erziehungsverträge. Durch Erziehungsverträge sollen mittels geeigneter und überprüfbarer Förderangebote die Wiederholer-, Abstufungs-, Abbrecher- und Schulvermeiderquoten gesenkt werden. Bemerkenswert in Bremen ist auch die Zusammenarbeit zwischen Universität und Schule, die weiter ausgebaut werden soll und die zum einen die Förderung von begabten Schülern (individuelle Förderung) als auch die Fortbildung von Lehrern (Lehrer als Schlüssel der Bildungsreform) umfasst. Die Universität plant zudem ein interdisziplinäres Zentrum für Lehr- und Lernforschung, um verbesserte Konzepte des Lehrens und Lernens auf Basis der neurobiologischen und psychologischen Kognitions- und Emotionsforschung entwickeln zu können.
Bei der Empfehlung zur Förderung von Migrantinnen und Migranten ist in Bremen auffallend, dass neben der Förderung der deutschen Sprache zusätzliche fremdsprachliche Angebote für Ausländerinnen/Ausländer und Aussiedlerinnen/Aussiedler gemacht werden. Zudem wird auch muttersprachlicher Unterricht angeboten.

Hamburg
In Hamburg ist das neue Schulgesetz die zentrale Maßnahme, die die Empfehlungen des Forum Bildung  (frühe Förderung, individuelle Förderung und Lehrer als Schlüssel der Bildungsreform) inhaltlich abdeckt. Im Schulgesetz verankert worden sind die vorschulische Sprachförderung, die individuelle Förderung , die Einführung von Vergleichsarbeiten, die differenzierte Behindertenförderung, die Kombination von Notenzeugnis mit einem Bericht zum individuellen Lernfortschritt in Klasse 3 und Klasse 4 und die Erweiterung und Präzisierung von Ordnungsmaßnahmen durch Lehrer.
Zur Förderung von Begabungen in Tanz, Gesang und Schauspiel hat Hamburg das Angebot der Staatlichen Jugendmusikschule durch neue Projekte erweitert (individuelle Förderung). Zudem hat Hamburg als einziges Land ein neues Lehrerarbeitszeitmodell eingeführt, in dem auch Aufgaben angerechnet werden, die bisher nicht berücksichtigt wurden wie z. B. Projektarbeit und andere ausserunterrichtliche Aktivitäten. Hervorzuheben ist  ebenso die Eröffnung einer Beratungs- und Koordinierungsstelle zur beruflichen Qualifizierung von jungen Migrantinnen und Migranten (BQM).

Hessen
In Hessen liegt der bildungspolitische Schwerpunkt auf dem Ausbau von Ganztagsangeboten (individuelle Förderung). Dazu wurde eine Expertenkommission beauftragt, um Modelle zu Ganztagsangeboten zu prüfen. Bei der Empfehlung zur individuellen Förderung ist zudem die Gründung von Kompetenzzentren an Sonderschulen hervorzuheben. Bundesweit einmalig ist auch die Einführung eines Zeugnisbeiblatts für ehrenamtliches Engagement (Lernen, Verantwortung zu übernehmen). Gemeinsam mit der Landesstiftung Baden-Württemberg richtet das Land Hessen einen Aufbaustudiengang für die Didaktik des frühen Fremdsprachenlernens ein (Lehrer als Schlüssel der Bildungsreform). Die Fortbildung von Chemielehrern durch Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker soll dazu beitragen,  die Attraktivität des Chemieunterrichts zu steigern (Lehrer als Schlüssel der Bildungsreform). In Zusammenarbeit mit der Hertiestiftung hat das Kultusministerium das Modellprojekt Deutsch & PC initiiert: Durch Förderangebote und den Einsatz von Lernprogrammen am PC soll die Sprach-, Lese- und Medienkompetenz von Zuwandererkindern gefördert werden.

Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern lässt sich erkennen, dass curriculare Elemente und die Förderung von Basiskompetenzen in den Maßnahmen eine besondere Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklung gemeinsamer Rahmenpläne für die Grundschule in Zusammenarbeit mit Berlin und Brandenburg (frühe und individuelle Förderung), die Vergabe eines Forschungsprojekts an die Universität Rostock zur Entwicklung curricularer Elemente für fünfjährige Kinder zur Herausbildung grundlegender Kompetenzen (individuelle Förderung), der Bildungsauftrag der regionalen Schule (Lernen, Verantwortung zu übernehmen) und die neuen Rahmenpläne zur Rechterziehung und interkulturellen Bildung, die fachübergreifend wirksam werden sollen (Lernen, Verantwortung zu übernehmen).

Niedersachsen
In Niedersachen werden folgende Maßnahmen zur individuellen Förderung durchgeführt: An ausgewählten Standorten werden Kooperationsverbünde bestehend aus mehreren Schulen zur Hochbegabtenförderung eingerichtet, um Förderkonzepte regional zu planen und umzusetzen. Für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden ebenfalls regionale Integrationskonzepte erarbeitet. Interessante Maßnahme in der Lehrerfortbildung stellen zum einen das Programm KESS goes Internet dar, das aus mehreren Modulen besteht und den Lehrern die Möglichkeit gibt, sich mit Formen der kollegialen Unterstützung, der Qualitätsentwicklung, des Stressmanagements und weiteren Themen zu befassen; zum anderen ist auch der n-21- Fortbildungsmarkt erwähnenswert, der eine Vielzahl an Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Multimedia und Internet bietet.

Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen sollen zukünftig Bildungs- und Erziehungsvereinbarungen dazu beitragen, dass Lehrer, Schüler und Eltern sich auf gemeinsame Erziehungsziele und -grundsätze verständigen und wechselseitige Rechte und Pflichten festlegen (Lernen, Verantwortung zu übernehmen). Die Regelung der Bildungs- und Erziehungsvereinbarungen soll gesetzlich verankert werden.

Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz bietet als spezielle Maßnahme zur Hochbegabtenförderung den Schülern der Hochbegabtenschule/Internationale Schule in Kaiserslautern die Möglichkeit, neben dem Abitur einen zweiten internationalen Schulabschluss zu erwerben (individuelle Förderung). Eine weitere erwähnenswerte Maßnahme ist die Reform der Organisationsstruktur des schulpsychologischen Dienstes, um die Beratungsleistungen für Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Schulen zu verbessern (individuelle Förderung).

Saarland
Bei der Empfehlung zur frühen Förderung ist bemerkenswert, dass Saarland den frühen Fremdsprachenunterricht in Französisch schon im Kindergarten ansetzt. Bei den Maßnahmen zur individuellen Förderung bietet das Saarland für besonders leistungsstarke und motivierte Oberstufenschüler ein Juniorstudium  an der Saar-Universität an.

Sachsen
Eine der umfassendsten Maßnahmen in Sachsen ist die Fortbildungsoffensive des Kultusministeriums (Lehrende als Schlüssel der Bildungsreform), die von der Begleitung von Berufseinsteigern bis zur Qualifizierungsoffensive für Lehrplankommissionsmitglieder reicht. Zudem hat Sachsen ein Verwaltungsvorschrift erlassen, die als Grundlage für die Beurteilung von Lehrkräften und Schulleitern dient und ein Instrument zur Personalentwicklung darstellt.

Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt wird erstmals ein berufbegleitender Studiengang zur Integrationspädagogik angeboten (Maßnahmen zur individuellen Förderung). Zudem setzt Sachsen-Anhalt einen besonderen Schwerpunkt auf die Lehrerfortbildung und Lehrerweiterbildung mit einer Reihe von Angeboten zu aktuellen Themen wie z. B. Englisch an Grundschulen, Handhabung des Internets u. ä..

Schleswig Holstein
In Schleswig-Holstein werden bezogen auf die fünf Empfehlungen die gängigen Maßnahmen umgesetzt, zu denen die frühe Sprachförderung, der Ausbau von Ganztagsangeboten, die Lehrerfortbildung und die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gehören.

Thüringen
Thüringen hat eine Reihe von interessanten Maßnahmen: Dazu gehören u.a. die Einrichtung von Camps für weniger leistungsfähige und für hochbegabte Kinder, die Erprobung eines individuellen Sprachenportfolios, die gesetzlich vorgeschriebene Einschätzung der Kompetenzentwicklung im Zeugnis (individuelle Förderung) und eine ganze Reihe von Maßnahmen, die sich auf die Lehrerfortbildung und Lehrerausbildung beziehen z. B. Angebote zu neuen Themen wie Gehirnforschung oder die Ausbildung von Moderatoren als Begleiter für die Rückmeldung von Schulleistungsuntersuchungen

Autor(in): Jutta Laukart
Kontakt zur Redaktion
Datum: 15.06.2003
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