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09. 01. 2014

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Berufsbildung „Made in Germany“ wird immer attraktiver

Das deutsche System der dualen Berufsbildung gilt in vielen Ländern als Erfolgsmodell

Bild

Malaysier während der theoretischen Ausbildung bei den Eckert Schulen; Quelle: iMOVE

 

 

Deutschland kooperiert mit vielen Ländern in der beruflichen Bildung und unterstützt sie bei der Entwicklung praxisorientierter Berufsbildungssysteme. Die Initiative edvance verleiht diesen vielfältigen Maßnahmen und Akteuren „eine Stimme“ und steht im Ausland als zentraler Ansprechpartner in Fragen zur deutschen Berufsbildung zur Verfügung. Die Initiative iMOVE (International Marketing of Vocational Education) hilft deutschen Anbietern der beruflichen Aus- und Weiterbildung bei der Erschließung des schnell wachsenden internationalen Bildungsmarktes.


Das deutsche System der dualen Berufsbildung gilt in vielen Ländern als Erfolgsmodell, als Garant dafür, gut ausgebildete Fachkräfte hervorzubringen, schnell und flexibel auf Innovationsbedarfe der Wirtschaft zu reagieren und für eine geringe Jugendarbeitslosigkeit zu sorgen. Rund ein Viertel der Jugendlichen bis 25 Jahre in Europa ist arbeitslos, einige südeuropäische Staaten weisen Jugendarbeitslosenquoten von über 50 Prozent auf, Deutschland hat mit rund acht Prozent den EU-weit niedrigsten Stand. Das wird auf sein eng mit der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt verzahntes duales Ausbildungssystem zurückgeführt. Die Berufsausbildung „Made in Germany“ wird deshalb überall auf der Welt immer attraktiver.

edvance als Dachverband
Mehr als 60 Länder arbeiten in rund 500 Projekten der Berufsbildung mit deutschen Partnern zusammen. Viele reformieren ihre Berufsbildungssysteme auf der Grundlage des deutschen Systems, einige bauen duale Strukturen in der Erstausbildung auf, andere nehmen die Weiterbildung von Lehrkräften in den Fokus. Die Initiative edvance soll diesen vielfältigen Maßnahmen und Akteuren „eine Stimme“ verleihen, im Ausland als zentraler Ansprechpartner in Fragen zur deutschen Berufsbildung zur Verfügung stehen und der Berufsausbildung „Made in Germany“ ein einheitliches und wahrnehmbares Erscheinungsbild geben.

edvance ist eine Initiative der deutschen Bundesregierung und steht unter der Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Merkmale, die das deutsche duale Berufsbildungssystem auszeichnen – die enge Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft, das Lernen im Arbeitsprozess, gesellschaftlich akzeptierte Standards, die Qualifizierung von Berufsbildungspersonal und die institutionalisierte Forschung und Beratung –, begünstigen die Weiterentwicklung und Anpassung der beruflichen Bildung an wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Veränderungen, durchziehen alle Formen von Bildung und Qualifizierung und stellen auch für andere Berufsbildungssysteme einen Mehrwert dar. Davon sind die Initiatoren überzeugt.

Zur Organisation von edvance
Das edvance-Sekretariat hat seinen Sitz im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn und ist in der Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation aufgegangen, die im September 2013 ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Aktivitäten der Initiative werden durch ein Steuerungsteam gelenkt, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern des BMBF und des BMZ zusammensetzt. Das edvance-Sekretariat setzt die Beschlüsse des Steuerungsteams um und ist für das operative Geschäft verantwortlich. Der Beirat nimmt eine beratende Rolle hinsichtlich der strategischen Ausrichtung der Initiative ein. Er spricht Empfehlungen aus und bereitet Entscheidungen mit vor. Das edvance-Sekretariat organisiert auch das jährliche Forum, das die Aktivitäten der Initiative öffentlich vorstellt.

Gemeinsame Aktivitäten
Im Vordergrund stehen Entwicklungen in der bilateralen Zusammenarbeit, die sich am Qualifikationsbedarf der jeweiligen Wirtschaft orientieren. edvance fördert die Kohärenz und Transparenz zwischen den beteiligten Akteuren im Bereich der beruflichen Bildung und leistet einen Beitrag zur Gestaltung des Übergangs von der Entwicklungszusammenarbeit hin zu Kooperationsformen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen. Die Initiative sorgt durch eine verbesserte Abstimmung unter den Akteuren für ein koordiniertes und einheitliches Auftreten in den Partnerländern und trägt so zum Erfolg von gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen der Berufsbildungszusammenarbeit bei. Grundlage für die Zusammenarbeit von BMBF und BMZ im Rahmen von edvance sind die aktuellen Strategiepapiere beider Ressorts. Danach sind „Bildung und Wissen – und zunehmend auch die berufliche Bildung – weltweit Motor für Innovationen, wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand“ (Internationalisierungsstrategie des BMBF) und erleichtern es den Menschen „eine menschenwürdige Arbeit zu finden, ein eigenes Einkommen zu erzielen und sich aus der Armut zu befreien“ (BMZ-Bildungsstrategie).

Die Initiative iMOVE
Daneben unterstützt das BMBF deutsche Anbieter der beruflichen Aus- und Weiterbildung bei der Erschließung des schnell wachsenden internationalen Bildungsmarktes mit seiner Initiative iMOVE . „iMOVE: Training - Made in Germany“ stellt deutschen Weiterbildungsanbietern ein umfangreiches Serviceangebot zur Verfügung, das die Kontaktaufnahme mit potenziellen Kunden und Kooperationspartnern erleichtert und wichtiges Hintergrundwissen liefert. Es werden Leitfäden und Studien zur beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland, zu Exportmärkten und Rahmenbedingungen für den Export von Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen erstellt. Die Marktinformationen liefern aktuelle Hinweise auf Struktur, Organisation und Bedarf internationaler Bildungsmärkte. Viele Beispiele aus der Praxis zeigen ganz unterschiedliche Wege auf und geben Anregungen für eigene Geschäftsideen. So unterzeichneten die Vietnam National Textile Garment Group Vinatex und die GENEV-Partner Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e.V. (KWB) sowie die Stiftung Bildung und Handwerk e.V. (SBH) Ende 2010 eine Absichtserklärung über den Aufbau eines Aus- und Weiterbildungszentrums in Vietnam. Der Berliner Weiterbilder Renewables Academy RENAC vermittelt Photovoltaik-Kenntnisse an den größten Stromversorger der Region Abu Dhabi. Und seit Mitte Februar 2013 bilden die Eckert Schulen im bayerischen Regenstauf 28 malaysische Fachkräfte aus der Metallbranche zu „Deutschen Industriemeistern International" (DIMI) weiter.

Kooperation international
Alle, die mit dem Ausland in (Berufs-)Bildung und Forschung kooperieren möchten oder hierfür Beratung und Vermittlung benötigen, können sich außerdem auf der Seite Kooperation international informieren. Auf der Kommunikationsplattform für Informations- und Kooperationssuchende aus dem In- und Ausland für alle Fragen der internationalen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung können sich Akteure der internationalen Zusammenarbeit darstellen. Kooperation international ist Teil der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung und ein Instrument der Vernetzung von deutschen Regierungsstellen, Wissenschafts-, Mittler- und Wirtschaftsorganisationen, die sich mit internationaler Zusammenarbeit in Bildung und Forschung befassen.

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 09.01.2014
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