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28. 10. 2010

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Indikatoren als Orientierungshilfe

Europa sucht gemeinsame Wege in der beruflichen Bildung

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Die deutsche EQAVET-Auftaktveranstaltung

Ende September fand die deutsche EQAVET-Auftaktveranstaltung im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn statt. Viele Akteure der beruflichen Bildung tauschten sich über den aktuellen Stand der Anwendung von Qualitätssicherungsverfahren in Deutschland aus und diskutierten über den mit der Anwendung des Europäischen Bezugsrahmens verbundenen Mehrwert.


Am 22. September 2010 fand beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn die deutsche EQAVET-Auftaktveranstaltung statt. Das im Jahr 2010 gegründete neue EU-Netzwerk für Qualitätssicherung in der Berufsbildung (EQAVET — European Quality Assurance in Vocational Education and Training) geht aus dem im Jahr 2005 gebildeten ENQA-VET (European Network for Quality Assurance in Vocational Education and Training) hervor. Es wird von der Europäischen Kommission geleitet. Mitglieder sind alle 27 EU-Mitgliedsstaaten, die drei EWR-Länder Island, Liechtenstein und Norwegen, die Beitrittskandidaten Kroatien und Türkei sowie Sozialpartner.

Ziel der europäischen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung ist die Errichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (EQF) sowie eines europäischen Kreditpunktesystems (ECVET). ENQA-VET wurde eingerichtet, um die Zusammenarbeit im Bereich der Qualitätssicherung zu intensivieren. Im Rahmen von ENQA-VET wurden in den vergangenen fünf Jahren gemeinsame Kriterien, Instrumente und Tools entwickelt sowie nationale Referenzstellen (QANRPs) in den Mitgliedsstaaten geschaffen. EQAVET setzt die Arbeit von ENQA-VET fort und möchte die europäische Zusammenarbeit bei der Qualitätsentwicklung in der beruflichen Bildung weiter ausbauen.

Ein hilfreicher „Werkzeugkasten“
Um die Umsetzung der Qualitätssicherungs- und Qualitätsentwicklungssysteme in den einzelnen Ländern zu erleichtern, hat die Europäische Union im Juni 2009 Empfehlungen für einen Europäischen Bezugsrahmen zur Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQARF) verabschiedet. Diese liegen in Form von Kriterien und Referenzindikatoren vor, mit deren Hilfe nationale Maßnahmen zur Qualitätssicherung geplant, durchgeführt, gemessen und optimiert werden können. Mit diesem „Werkzeugkasten“ können die Mitgliedsstaaten Aussagen über den Stand der Qualitätssicherung beruflicher Bildung im eigenen Land treffen. Die vorgeschlagenen Indikatoren sind dabei als Orientierungshilfe gedacht. Sie ersetzen nicht die bestehenden Qualitätssicherungssysteme, sondern ergänzen diese und können im Einklang mit den nationalen Gegebenheiten ausgewählt und angewandt werden.

Die Europäische Union hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert, bis 2011 einen nationalen Ansatz zu entwickeln und die Indikatoren des EQARF bis 2013 auf ihre Anwendbarkeit hin zu überprüfen und ggf. zu modifizieren. Die Umsetzung von EQARF wird den nationalen Referenzstellen zugeordnet. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe die Deutsche Referenzstelle für Qualitätssicherung in der Beruflichen Bildung – DEQA-VET. Sie wurde im August 2008 gegründet und ist beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) angesiedelt.

Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Strategie
Die deutsche EQAVET-Auftaktveranstaltung, zu der rund 100 Akteure und Experten aus den Bereichen Berufsbildung, Weiterbildung, Politik und Forschung geladen waren, wurde von DEQA-VET zusammen mit der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt. Sie stand unter dem Titel „Auf dem Weg zu einer nationalen Strategie für die Umsetzung des Europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung”. Es ging in erster Linie darum, sich über den aktuellen Stand der Anwendung von Qualitätssicherungsverfahren in Deutschland auszutauschen und über den mit der Anwendung des Europäischen Bezugsrahmens verbundenen Mehrwert zu diskutieren. Beabsichtigt war, dass der Austausch auch zu einem vertrauensvolleren Verhältnis unter den an der beruflichen Bildung Beteiligten führt. Die Diskussion stand unter dem Einfluss des neuen Strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung, „ET2020“, der auf dem Vorläuferprogramm „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ (ET 2010) aufbaut. Die Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung ist eines der vier strategischen Ziele der EU-Bildungspolitik bis 2020, wie sie im Strategischen Rahmen „ET2020“ festgelegt sind.

Vorträge von Experten
Begrüßt wurden die Teilnehmer der Fachtagung von Stefan Schneider vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Bonn), von Sophie Weißwange von der EU-Kommission (Brüssel) und von Prof. Dr. Michael Heister vom BIBB (Bonn). Stefan Schneider betonte, dass es Sinn und Zweck der Veranstaltung sei, so kurz nach der Verabschiedung des Strategischen Rahmens „ET2020“ im Juni 2010 Anstöße von Deutschland aus nach Europa zu senden. Dass die Ziele von „ET2020“ im Einklang mit dem Bezugsrahmen zur Weiterbildung stehen, bestätigte Sophie Weißwange. Beide wollen mehr in Bildung investieren, das Bildungsniveau und die Qualität der Bildung steigern und die Schulabbrecherquote senken. Wichtig sei es jetzt, neue Impulse für mehr Mobilität zu geben und die Qualitätssicherungssysteme der Bereiche Hochschule und berufliche Bildung miteinander zu verzahnen. Prof. Dr. Michael Heister wagte einen Blick in die Zukunft: Ihn interessierte, welches Vertrauen im Jahr 2020 unter den einzelnen Akteuren und den Mitgliedsstaaten entstanden und welcher Mehrwert sichtbar sein werde.

Im Anschluss folgten Beiträge verschiedener Akteure der beruflichen Bildung. Wolfgang Kreher vom Hessischen Kultusministerium, der auch Vertreter der Länder im EQAVET-Netzwerk ist, ging der Frage nach, wie das europäische Netzwerk die Entwicklung in Deutschland unterstützen könne. Er schlug vor, zunächst die Ausbildung in Deutschland stärker arbeitsmarktbezogen auszurichten, da Ausbildung zwar Ländersache, Arbeitsmarktpolitik aber Europasache sei. Die Herausforderungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt lägen in der Professionalität, dem lebenslangen Lernen, der Erstausbildung und der Aufstiegsausbildung. Wichtig sei es daher, Theorie und Praxis in Deutschland enger miteinander zu verbinden und auf mehr Kooperationen zwischen Lehrern und Trainern und auf die Einhaltung der Kriterien zu achten. Die Ausbildung müsse nach einheitlichen Kompetenzen und Kriterien erfolgen. Das Netzwerk EQAVET könne dabei helfen, solche Fragen zu klären wie: Wer ist verantwortlich für die gesamte Ausbildung, wer evaluiert und wer entwickelt sie?

Thomas Gruber, Projektleiter der Deutschen Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung, stellte in seinem Beitrag die Arbeit der nationalen Referenzstelle DEQA-VET vor, die durch eine Informations- und Kommunikationsstrategie Vertrauen schaffen und mit dem Verfahren der offenen Koordinierung (OKM) ein gemeinsames Verständnis der Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung in Deutschland und Europa erreichen möchte. Nach dem Motto: „Einen Prozess, den man weder verhindern noch aufhalten wird, sollte man mitgestalten, indem man sich frühzeitig einbringt, um sich entwickelnde Standards mit zu beeinflussen“ werden die Indikatoren auf ihre Tauglichkeit hin überprüft.

Einen Überblick über das System der Qualitätssicherung in der Berufsbildung der Schweiz gab Dani Duttweiler vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie in Bern. In der Schweiz wurde im Jahr 2004 das neue Berufsbildungsgesetz in Kraft gesetzt, das den einzelnen Akteuren (Bund, Betriebe und ca. 600 Organisationen der Arbeitswelt) mehr Verantwortung übertrug, woraus mehr Flexibilität und Offenheit in der Systemsteuerung entstanden und die Qualitätsentwicklung rechtlich stärker verankert wurde. Der Bund fördert die Qualitätsentwicklung, stellt Qualitätsstandards auf und überwacht deren Einhaltung. Die Anbieter von Berufsbildung sichern die Qualitätsentwicklung. Außerdem gibt es verschiedene Projekte zur Qualitätsentwicklung, wie die „Qualicarte“ oder „Qualität leben“.

Auf die Indikatoren, die die EU als Vorschlag für den Bezugsrahmen herausgearbeitet hat, ging Prof. Dr. Erwin Seyfried von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht in seinem Vortrag „Anforderungen an einen indikatorengestützten Qualitätssicherungsansatz für die berufliche Bildung in Deutschland“ ein. Die Indikatoren sollen u. a. dabei helfen, sich zu orientieren, Ziele festzusetzen, deren Erreichen zu messen und sich zu vergleichen. Die zehn europäischen Qualitätsindikatoren, für die sich die EU entschieden hat, sind die Relevanz von Qualitätssicherungs-Systemen, die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, die Teilnahmequote an Berufsbildungsmaßnahmen, die Abschlussquote, die Vermittlungsquote, die Nutzung erworbener Kompetenzen am Arbeitsplatz, die Erwerbslosenquote, die Prävalenz besonderer Gruppen, das Matching von Berufsbildung und Arbeitsmarkt und die Verbesserung des Zugangs zur Berufsbildung. Nach Prüfung der Indikatoren können die Mitgliedsstaaten zur weiteren Entwicklung des europäischen Indikatorensets beitragen.

Themen an den Expertentischen
Am Nachmittag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, an zwei Expertentischen teilzunehmen und sich im Anschluss an Kurzpräsentationen von je zwei bis drei Experten über ihre Erfahrungen auszutauschen. Insgesamt wurden vier Expertentische zur Implementation des EQAVET und Nutzung der Referenzindikatoren auf der Basis von aktuellen Initiativen und Good-Practice-Beispielen angeboten. Expertentisch A beschäftigte sich mit dem Thema: „Herausforderungen für Qualitätssicherung in Betrieb und Schule“. Beim Expertentisch B ging es um die Qualitätssicherung in der beruflichen Weiterbildung. Die Rolle des Bildungspersonals bei der Qualitätssicherung in der beruflichen Weiterbildung wurde am Expertentisch C beleuchtet, Expertentisch D thematisierte die „Aufgaben und Rolle der nationalen Referenzstellen für Qualitätssicherung“.

Die Experten informierten in Kurzreferaten aus ihren jeweiligen Bereichen. Arnulf Zöller vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung in München zeigte beispielsweise im Expertentisch A auf, dass für die meisten Schulen eine Schulentwicklungsarbeit inzwischen selbstverständlich sei und mehr als die Hälfte der Bundesländer mit systematischen Qualitätsmanagement-Systemen arbeite. Auch sei eine hohe Kongruenz zwischen den europäischen und regionalen Qualitätskriterien nachweisbar, die man in einer länderübergreifenden Zusammenarbeit intensivieren könnte.

Beim Expertentisch B wurde die Auffassung vertreten, dass nationale Aspekte keineswegs zur Übertragung auf die internationale Ebene geeignet seien, weil Lernprozesse und Abschlüsse zu unterschiedlich seien. Innerhalb der beruflichen Aus- und Weiterbildung seien deshalb Abstimmung, Koordinierung und Kooperation über den nationalen Rahmen dringend notwendig.
In der Diskussion wurde deutlich, dass durch den Rückzug öffentlicher Auftraggeber ein großer Marktdruck entstanden ist. Qualität werde durch den Preis bestimmt, da es global player gebe, die eben nicht durch die Anerkennungs- und Zulassungsverordnung (AZWV) ausgewiesene Fachleute nehmen, sondern sich für einen billigeren Anbieter entscheiden. Es sei daher wichtig, auf gleiche Bedingungen zu dringen, diese zu bündeln und Lobbybildung zu betreiben.

In der Diskussionsrunde von Expertentisch C kamen die Teilnehmenden zu dem Ergebnis, dass nicht allein Aus-, Fort- und Weiterbildung der Motor für die Qualität des Bildungspersonals sein können. Vielmehr seien Qualitätsprozesse notwendig, die bei der alltäglichen Ausbildungspraxis und Gestaltung von Lernprozessen ansetzten. Dafür würden Unterstützungsstrukturen wie etwa Teamkonzepte gebraucht.

Als Bedingung für die Möglichkeit der erfolgreichen Kommunikation und Kooperation einer nationalen Referenzstelle nannte Thomas Gruber im Expertentisch D eine Systematisierung der vielfältigen Ansätze und Informationen des Themenfeldes als ersten Schritt in einem langfristigen Prozess. Da die Zuständigkeit für die Berufsbildung in Deutschland ein sehr komplexes Gefüge darstelle, habe die DEQA-VET zunächst den Charakter einer Informationsplattform. Sie solle aber sukzessiv zu einer Kommunikationsplattform erweitert werden. Im Hinblick auf Aufbau und Erweiterung des Netzwerkes sei nicht beabsichtigt, eine eigene Community aufzubauen, sondern Anschlüsse zu bestehenden Netzwerken herzustellen.

Auch in Österreich besitzt die Zusammenarbeit von betrieblicher und schulischer Ausbildung im dualen System noch Optimierungspotenzial. Allerdings seien die Gestaltungsmöglichkeiten im Schulbereich deutlich größer, wie Dr. Franz Gramlinger von der Österreichischen Referenzstelle für Qualität in der Berufsbildung (ARQA-VET) darlegte, weil die Kulturhoheit beim Bund und nicht — wie in Deutschland — bei den Ländern liegt.
In der Diskussion wurde die Befürchtung geäußert, dass zum Teil langjährig bestehende Qualitätssicherungssysteme im Laufe des EQAVET-Entwicklungsprozesses negiert werden könnten. Hierzu gab es von Seiten der Experten Entwarnung. Vielmehr gehe es darum, die Ansätze zu sichten und zu überlegen, wie diese vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Zielverständnisses in Richtung der zehn Qualitätsindikatoren weiter entwickelt werden können.

Anforderungen an die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Umsetzung von EQAVET in Deutschland
Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten Barbara Fabian von der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Thomas Giessler, Bundesvorstand vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Wolfgang Kreher vom Hessischen Kultusministerium, Isabelle Bonnaire von der Nationalen Agentur beim BIBB und Karin Küßner vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über die Anforderungen, die an die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Umsetzung von EQAVET in Deutschland gestellt werden.
Ausgangsfrage war, ob es in Deutschland gemeinsame Qualitätsziele gibt, die verfolgt werden und welchen Stellenwert EQARF für eine solche Strategie hat.
Karin Küßner merkte an, dass es durch das Berufsbildungsgesetz für die betriebliche Erstausbildung und seine kontinuierliche Modernisierung gemeinsame Standards gebe. Beim Prüfen und Feststellen, ob die Ziele erreicht sind, bestehe aber auf jeden Fall noch Handlungsbedarf. Auch Wolfgang Kreher bestätigte gemeinsame Ziele, wie z. B. die Stärkung der Kompetenzorientierung bei Jugendlichen. Um dies zu erreichen, müsse die Ausbildung betriebs- und unternehmensorientiert stattfinden, am besten durch Lernortkooperationen. Er betonte, wie wichtig es sei, noch mehr in Richtung EU-Konformität hinzuarbeiten, vor allem dort, wo das europäische Arbeitsrecht betroffen sei.

Thomas Giessler hingegen sah noch keine ausreichende Verständigung über die Ziele. Auch das Berufsbildungsgesetz könne nur ein Anfang sein. Er bewertete die Abstimmung der Ausbildungsinhalte und Rahmenpläne vor der Ausbildung als gut, bemängelte aber die Abstimmung während der Ausbildung. Auch müssten die Betroffenen stärker ins Boot geholt werden. Ähnlich sieht dies Barbara Fabian. Es gebe zwar schon gute Maßnahmen wie etwa das Berufsbildungsgesetz und auch die von der IHK entwickelten bundeseinheitlichen Prüfungsordnungen, die Umsetzung müsse aber insgesamt noch verbessert werden.

Anschließend kam die Frage auf, ob man sich in Deutschland auf Indikatoren einigen könne. Karin Küßner betonte, dass ein Instrumentenkasten entstehen soll, der eine sinnhafte Benutzung voraussetzt. Ziel sei, sichtbar zu machen, was es schon gibt, und auf das Bestehende aufzubauen. Sie verwies darauf, dass die duale Ausbildung schon einige Indikatoren benutze, wie bspw. die Beschäftigungsfähigkeit, die Arbeitsmarktfähigkeit und auch die Nutzung der erworbenen Kompetenzen am Arbeitsplatz. Bedenklich sei allerdings, dass nicht immer bedarfsgerecht ausgebildet werde. Darauf müsse man in Zukunft noch genauer achten. Ebenso müsste noch an einer Qualitätssicherung für Ausbildungsanbieter gearbeitet werden.

Auch Wolfgang Kreher verwies auf einige Indikatoren, die in Deutschland hervorragend umgesetzt würden, wie z. B. die Bestehensquote (die deutsche Ausbildung ist hierin führend in Europa), die Ausbildungsdauer oder ausbildungsrelevante Aspekte für Europa. An anderen Indikatoren, wie die der Weiterbildung, der Evaluation oder der Akkreditierung, müsse Deutschland noch arbeiten.

Moderator Klaus Fahle von der Nationalen Agentur beim BIBB betonte zum Schluss, wie wichtig in diesem Zusammenhang der Mut zur Fehlerkultur sei, um zu lernen, mit dem Instrumentarium umzugehen. Auch solle Deutschland ruhig mal einen Blick in die Nachbarländer werfen, um „abzuschreiben“. „Auch wenn wir schon gut sind, wir kommen oft in eine Abwehrhaltung, um uns zu beweisen, wie gut wir sind“, resümierte er.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 28.10.2010
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