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16. 09. 2010

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Übung macht den Meister

Mathematik als Alltagsgut

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Das Logo der Stiftung Rechnen

Gegenüber mathematischen Formeln empfinden die meisten Menschen eine natürliche Abneigung, wenn nicht sogar Angst. Doch Formeln spiegeln nur einen Teil dessen wider, was Mathematik alles ausmacht. Die Stiftung Rechnen macht bewusst, dass prinzipiell jeder rechnen kann und dass es darüber hinaus noch Spaß macht.

Zahlen umgeben uns überall
Neben Schreiben, Lesen und Sprechen ist Rechnen eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir als Menschen erlernen. Prinzipiell kann jeder Mensch rechnen, er muss nicht Adam heißen und ein Ries(e) im Rechnen sein. Zahlen lassen sich nicht ignorieren, denn sie umgeben uns überall, nicht nur an der Kasse im Supermarkt. Schon die einfachen Grundrechenarten sind für den Automobilbau, die Straßenplanung, die Architektur, den Bahnverkehr, die Wettervorhersage und viele andere technische Entwicklungen unverzichtbar. „Rechnen und mathematische Kompetenz sind Themen, die uns alle angehen. Unser Bild von Mathematik ist viel zu schmal und zu abstrakt. Daher ist es wichtig, dass wir neue Wege beschreiten, um Mathematik und Rechnen vielfältiger darzustellen als bisher“, meint Günter M. Ziegler, Mathematikprofessor und Mitglied im Kuratorium der Stiftung Rechnen. Auch in Philosophie und Spiritualität spielen Zahlen eine zentrale Rolle. Wer rechnen kann, versteht unsere Welt deshalb tiefgründiger und kann Herausforderungen im Beruf und im Privatleben besser begegnen.

Die bundesweite Förderung der Rechenkompetenz ist das Hauptziel der gemeinnützigen Stiftung Rechnen, für die das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Schirmherrschaft übernommen hat. Bildung, Wissenschaft und Forschung sollen auf allen Gebieten des Rechnens und der Mathematik gefördert sowie Institutionen und Bildungseinrichtungen bei der Beschaffung und Weitergabe von Fördermitteln unterstützt werden. Zudem hilft die Stiftung bei Aktivitäten, die das Image von Rechnen(den) verbessern und die öffentliche Aufmerksamkeit für die Welt der Brüche, Terme und Algorithmen steigern. Insofern bietet die Stiftung mit Sitz in Hamburg eine Plattform für zahlreiche Projekte, die ein breites Publikum für den Umgang mit Zahlen begeistern helfen.

Mit Mathe Tore schießen, Lieblinge finden und Meister werden
„Mathe macht das Tor“ ist ein deutschlandweiter Wettbewerb von Schulklassen, der im Oktober 2010 startet. Er könnte auch „Mathe mit Miroslav“ heißen, denn den Siegern in den Klassenstufen fünf bis sieben winken als Hauptpreise eine Stunde Mathematikunterricht und zwei Sportstunden mit deutschen Fußballnationalspielern und Bundesligaprofis. Das Projekt zielt auf Schülerinnen und Schüler ab, für die ein zusätzlicher Anreiz hilfreich ist, um sich stärker für Mathematik zu interessieren. Mathematik wird damit zur Teamsache. Bereits seit dem 13. September 2010 können Lehrer sich und ihre Schüler für den Wettbewerb anmelden.

Auf mathematische Entdeckungsreise gehen Schülerinnen und Schüler in dem Praxisprojekt „Mathe.Forscher“, für das aus 40 Bewerberschulen aus Hamburg, Bremen und Hannover mittlerweile neun Schulen ausgewählt wurden. In dem Programm, das mit 300.000 Euro von der „PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur“ gefördert wird, erleben Kinder und Jugendliche Mathematik anhand von Alltagsphänomenen, die sie beschäftigen. So erfahren sie, wie Töne und Musik entstehen oder wie E-Mails verschlüsselt werden. „Für viele Kinder ist Mathematik ein ungeliebtes Schulfach“, meint Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die an dem Programm zusammen mit der Stiftung Rechnen beteiligt ist. „Dabei steckt Mathematik in allen Winkeln ihres Lebens – Lieblingssong, im Sport, in ihrer Musik, im Internet“. Der interdisziplinäre Ansatz spiegelt sich auch in der Beteiligung der Lehrer wider: Neben einem Mathematiker arbeiten in jedem Projekt ein Geisteswissenschaftler, Kunst- und Musiklehrer mit.

Jeder hat seine Lieblinge: Lieblingsessen, Lieblingstiere, Lieblingsfreunde, Lieblingsfächer – warum dann nicht auch einmal eine Lieblings-Matheaufgabe herausfinden? Die „Scout 24-Gruppe“ hat gemeinsam mit der Stiftung Rechnen und FOCUS-SCHULE Lehrer, Eltern und natürlich Schüler nach ihren favorisierten Rechenaufgaben befragt. Eingegangen sind 300 erstaunliche Vorschläge: je kniffeliger, desto besser. So fragt der siebenjährige Angelo aus Bad Griesbach: „Wie zaubert man acht Achter auf seinen Taschenrechner, ohne die Zahl acht einzutippen?“ Für den kleinen Rechenmeister, dessen Aufgabe es unter die Top Twelve der Lieblings-Matheaufgaben geschafft hat, ganz einfach: Man gibt die Rechnung 12345679 x 7,2 in den Taschenrechner ein. Das Ergebnis lautet: 88 888 888. Übung macht den Meister.

Doch die Stiftung Rechnen unterstützt nicht allein Projekte, die die Rechenkompetenz von Kindern und Jugendlichen fördern. Ein gutes Beispiel für Erwachsenenbildung in der Praxis ist das Projekt „Mathe-Meister“ des Instituts für Didaktik der Mathematik und Informatik der Universität Münster. Teilnehmer von Meisterlehrgängen im Handwerk lernen dabei in entsprechenden Kursen ihre mathematischen Fähigkeiten besser einzuschätzen und Defizite auszugleichen – sind gute Rechenkünste doch eine wichtige Voraussetzung für die Qualifikation zum Meister.

Kenntnisse in Mathematik verbessern die Berufschancen

Viele Menschen in Deutschland wissen nicht, wie wichtig Mathematik für ihren Alltag ist – und wie hinderlich fehlende mathematische Kenntnisse für ihre Berufschancen sein können. Das beginnt bereits mit der Selbsteinschätzung. Laut forsa-Studie „Rechnen in Deutschland“ vom Sommer 2009 legten die Deutschen insgesamt eher geringe Maßstäbe an Rechenfähigkeiten an. Die meisten Jugendlichen und Erwachsenen, so die Studie, halten sich zwar für gute bis sehr gute Rechner, dennoch schnitt 2009 jeder fünfte Schüler im Fach Mathematik mit der Note vier oder schlechter ab. Zudem sind auch die Ergebnisse im internationalen Vergleich, wie Studien wie PISA oder TIMSS belegen, nur mittelmäßig. An freiwilligen Mathematik-Arbeitsgemeinschaften nimmt gerade einmal ein Prozent der Schüler teil. Dabei lassen sich mit entsprechender Förderung erstaunliche Fähigkeiten in Rechnen und Mathematik schon bei den Jüngsten zutage fördern.

 

 

Autor(in): Arndt Kremer
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Datum: 16.09.2010
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