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31. 07. 2006

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

"Ich bin überall positiv überrascht worden"

Ausländische Besucher fühlen sich in Deutschland wohl

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Sommerinterviews, Teil 2

Colin Lovesey, Australien

Bildung PLUS: Warum sind deutsche Schulen im internationalen Vergleich nur durchschnittlich?

Lovesey: Ich weiß auch nicht genau, warum die deutschen Schulen im internationalen Vergleich mittelmäßig sind. Meine These ist: Die Bundesregierung hat nach der Wiedervereinigung andere Prioritäten gesetzt und weniger Geld in die Schulen gesteckt. Man hat den Schulen Geld abgezogen, um die Wiedervereinigung finanzieren zu können.

Bildung PLUS: Welchen Stellenwert hat Bildung in Australien?

Lovesey: Bildung ist auch bei uns zentral. Wir müssen wie ihr in Deutschland lebenslang lernen. Jeder Mensch sollte sich in irgendeiner Form weiterbilden. Nach einem Schulabschluss darf es nicht zum Ruhestand des Lernens kommen. Bildung muss sowohl für eine gesamte Nation als auch für das Individuum in allen Lebensphasen immer verfügbar sein. Die Universitäten bei uns sind dazu übergegangen, Studiengebühren zu verlangen. Studierende aus dem Ausland müssen eine besonders hohe Studiengebühr entrichten. Trotzdem gibt es im öffentlichen Schulwesen in Australien eine Menge Probleme. Das führt dazu, dass viele Eltern ihre Kinder auf Privatschulen schicken. Dort gibt es eine größere Kontrolle der Lernleistungen und an den Schulen wird mehr Disziplin verlangt.

Colin Lovesey, Australien Bildung PLUS: Australien ist ein klassisches Einwanderungsland. Was hat Australien im Unterschied zu anderen Ländern besser gemacht, um die Integration zu erleichtern?

Lovesey: Zugewanderte Kinder und Erwachsene erhalten bei uns einen Anreiz zu lernen. Sie wissen, dass Bildung die Chancen in Beruf und Gesellschaft erhöht und vor allem dazu beiträgt, ihren Lebensstandard zu erhöhen.

Bildung PLUS: Fühlen Sie sich zu Gast bei Freunden?

Lovesey: Ich finde es wunderbar hier, die Menschen sind sehr freundlich und erscheinen glücklich. Mir sind noch keine erbosten Leute begegnet. Was die sprachlichen Fähigkeiten der Deutschen angelangt, finde ich das Niveau sehr hoch. Ich bin in München, Stuttgart, Kaiserslautern, Mainz, Frankfurt und Köln gewesen. Überall bin ich positiv überrascht worden.


Micha, Taiwan

Bildung PLUS: Fühlen Sie sich zu Gast bei Freunden?

Micha,TaiwanMicha: Ja, es ist sehr nett hier. Ich bin hierher gekommen, um Urlaub zu machen.

Bildung PLUS: Können Sie sich vorstellen, in Deutschland zu studieren?

Micha: Nein. Ich möchte lieber in der Schweiz studieren. Ich finde es dort schöner und auch der Unterricht dort gefällt mir besser. Ich kenne einige Lehrer in der Schweiz, und ich möchte auch selber einmal als Lehrerin arbeiten. Allerdings weiß ich wenig über das Bildungswesen in Deutschland. Mein Bruder möchte gerne in Deutschland studieren, weil er glaubt, dass Deutschland für Maschinenbau und Naturwissenschaften sehr gut ist.

Bildung PLUS: Können Sie uns etwas über das Bildungssystem in Ihrer Heimat erzählen?

Micha: In Taiwan ist es sehr wichtig, Englisch zu lernen. Im Alter von acht Jahren fängt man an, Englisch zu lernen. Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder schon im Kindergarten Englisch lernen, also wird sogar in einigen Kindergärten schon Englisch angeboten.

Bildung PLUS: Glauben Sie, dass man von dem Land Deutschland etwas lernen kann?

Micha: Ich denke, der öffentliche Verkehr ist sehr komfortabel. Und die Landschaft ist sehr sauber.


Alberto, SpanienAlberto, Spanien

Bildung PLUS: Fühlen Sie sich zu Gast bei Freunden?

Alberto: Hier in Deutschland? Oh ja.

Bildung PLUS: Können Sie sich vorstellen, hier in Deutschland zu studieren oder zu leben?

Alberto: Momentan studiere ich Flugzeugtechnik in Spanien, aber ich möchte später gerne einmal hier leben und studieren. Deutschland ist sehr viel moderner als Spanien. Hier gibt es mehr Jobs und ich habe bessere Karrierechancen.

Bildung PLUS: Wie beurteilen Sie das spanische Bildungssystem?

Alberto: Es ist schlimmer als das deutsche. Es bereitet uns nicht auf die Zukunft vor und ermöglicht uns keine Karrierechancen im technologischen Bereich. Das Niveau in den Fächern Mathematik und Physik ist niedriger als das im restlichen Europa.

Bildung PLUS: Beim PISA-Test hat Deutschland nur durchschnittliche Platzierungen erreicht, wussten Sie das?

Alberto: Nein, aber Spanien hat sicher noch schlechter abgeschnitten.

Bildung PLUS: Was könnte man Ihrer Ansicht nach von Deutschland lernen?

Alberto: Es gibt hier sehr viele technologisch-fortschrittliche Sachen wie zum Beispiel Recycling.

Autor(in): Matthias Denke, Arnd Zickgraf
Kontakt zur Redaktion
Datum: 31.07.2006
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Die Redaktion des Online-Magazins Bildung + Innovation arbeitet journalistisch frei und unabhängig. Die veröffentlichten Beiträge bilden u. a. auch interessante Einzelmeinungen zum Bildungsgeschehen ab; die darin zum Ausdruck gebrachte Meinung entspricht nicht notwendig der Meinung der Redaktion oder des DIPF.