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Das Foto zeigt mehrere Heu fressende Kühe nebeneinander im Stall.
Bildrechte: Syda Productions / Colourbox.de

Methan – der starke Klimaheizer

Diagramm der Anteile an Treibhausgasen: Kohlendioxid 66%, Methan, 16%, andere Gase 18%.
Anteile am menschengemachten Treibhauseffekt. | Bildrechte: A. Hermans, CC BY-SA 4.0

Was ist Methan?

Methan ist nach Kohlendioxid (CO₂) das wichtigste Treibhausgas. Seine chemische Formel lautet CH4.

Methan kommt zwar viel seltener in der Atmosphäre vor als CO₂, ist aber besonders wirksam: Über einen Zeitraum von 100 Jahren erwärmt ein Kilogramm Methan die Erde etwa 28-mal stärker als ein Kilogramm CO₂.

Dafür bleibt Methan nicht so lange in der Atmosphäre. Nach ungefähr zwölf Jahren ist ein großer Teil davon abgebaut. CO₂ kann dagegen viele Jahrhunderte wirken. Methan trägt ungefähr 16 Prozent zum menschengemachten Treibhauseffekt bei, CO₂ etwa 66 Prozent.

 

Woher kommt Methan?

Methan entsteht häufig dort, wo Pflanzenreste ohne oder mit wenig Sauerstoff verrotten – zum Beispiel unter Wasser. In der Natur passiert das vor allem in Sümpfen, Mooren und anderen Feuchtgebieten.

 

Symbolische Darstellung wichtiger Methanquellen: Feuchtgebiete, Permafrost, Rinder & Schafe, Reisfelder.
Bildrechte: KI-generiert, 2026, CC0

Auch tauender Permafrost kann Methan freisetzen. Permafrost ist Boden, der normalerweise das ganze Jahr über gefroren bleibt. Taut er auf, beginnen Mikroorganismen, die darin gespeicherten Pflanzenreste zu zersetzen.

Dabei kann ein gefährlicher Kreislauf entstehen:  

Die Grafik stellt schematisch den Kreislauf dar, der sich selbst verstärken kann: Mehr Erwärmung -> Mehr Methan aus Feuchtgebieten und Permafrost -> zusätzliche Erwärmung
Bildrechte: KI-generiert, 2026, CC0

 

Welche Rolle spielt der Mensch?

Ein großer Teil der Methanemissionen entsteht durch Landwirtschaft und Energiegewinnung.

Rinder und Schafe gehören zu den Wiederkäuern. Bei ihrer Verdauung bilden sich große Mengen Methan, die vor allem beim Rülpsen freigesetzt werden. Auch Gülle kann Methan abgeben.

Beim Reisanbau werden viele Felder unter Wasser gesetzt. Im sauerstoffarmen Boden zersetzen sich Pflanzenreste – dabei entsteht ebenfalls Methan.

Weitere Quellen sind:

  • Mülldeponien,
  • Kohlebergwerke,
  • die Förderung von Erdöl und Erdgas sowie
  • undichte Gasleitungen. Manchmal gelangt Methan durch kleine Lecks unbemerkt in die Atmosphäre.

 

Warum ist Methan für den Klimaschutz wichtig?

Methan ist ein Problem – aber auch eine Chance. Weil es viel kürzer in der Atmosphäre bleibt als CO₂, wirken geringere Methanemissionen vergleichsweise schnell. Wenn weniger Methan freigesetzt wird, kann seine Konzentration schon innerhalb einiger Jahre sinken. Dadurch lässt sich die Erwärmung kurzfristig bremsen.

Die Emissionen können zum Beispiel verringert werden, indem

  • Lecks an Gasleitungen schneller entdeckt und repariert werden,
  • Methan auf Mülldeponien und in Biogasanlagen aufgefangen wird,
  • Gülle besser gelagert wird,
  • Rinder mit Algen gefüttert werden,
  • beim Reisanbau weniger lange Wasser auf den Feldern steht und
  • weniger Lebensmittel weggeworfen werden.

Dafür müssen weder der Reisanbau noch die Tierhaltung vollständig beendet werden. Wichtig ist, sie klimafreundlicher zu gestalten und den Konsum tierischer Produkte in wohlhabenden Ländern zu verringern.

 

Was passiert in der Zukunft?

Wie viel Methan künftig in die Atmosphäre gelangt, hängt stark von unserem Handeln ab. Senken wir die Emissionen schnell, können wir die Erderwärmung spürbar bremsen.

Steigen die Temperaturen dagegen weiter, könnten Feuchtgebiete mehr Methan freisetzen und große Permafrostgebiete auftauen. Dadurch würde der Klimawandel zusätzlich verstärkt. Forschende untersuchen, ob dabei Kipppunkte erreicht werden könnten, nach denen sich einige Veränderungen kaum noch aufhalten lassen.

Deshalb gilt: Weniger Methan bringt dem Klima besonders schnell etwas – CO₂ müssen wir trotzdem ebenfalls deutlich reduzieren.

 


Im Klimawiki gibt es noch mehr Informationen:


 

Erstellt am 21.08.2026, zuletzt geändert am 31.08.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

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