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Lesen in Deutschland

Initiativen zur Leseförderung in den Ländern

Leseland Niedersachsen - Kompetent und gut vernetzt. Analog und digital.
Lesenetzwerke und lokale Initiativen zur Leseförderung




Herbstakademie 2021
Herbstakademie 2021
© Jutta Wollenberg / GWLB

Leseförderer wirken überall in Niedersachsen, bilden lokale Netzwerke und lassen sich viel einfallen, um Kinder und Jugendliche in ihrer Lesesozialisation zu unterstützen und die Lesekompetenz zu fördern. Als feste Einrichtung in Niedersachsen unterstützt die Akademie für Leseförderung Projekte, Initiativen und Lesenetzwerke im ganzen Land. Das folgende Porträt gibt einen Überblick über Akteure der Leseförderung in Niedersachsen und stellt landesweite Projekte sowie ausgewählte lokale Leseförderangebote vor.

Die Akademie für Leseförderung Niedersachsen
Die zentrale Einrichtung für die Leseförderung in Niedersachsen ist die Akademie für Leseförderung. Sie hat ihren Sitz in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover und ist eine Kooperationseinrichtung des Niedersächsischen Kultusministeriums und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie der Stiftung Lesen. Ihre Aufgabenbereiche umfassen die Beratung, Schulung und Fortbildung von Eltern, Erziehenden, Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, Lehrkräften sowie Ehrenamtlichen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Leseförderung. Die Akademie ist mit einem Fortbildungsprogramm in ganz Niedersachsen unterwegs und führt digitale Fortbildungen durch. Zudem können interessierte Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Bibliotheken oder andere Bildungseinrichtungen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akademie für eine Fortbildung zu sich einladen. Bei der Ausbildung der Ehrenamtlichen arbeitet die Akademie mit von ihr ausgebildeten Referentinnen und Referenten zusammen. Die Akademie richtet jährlich den Niedersächsischen Schulbibliothekstag und eine Herbstakademie zu unterschiedlichen Themen der Leseförderung aus. Sie veröffentlicht jedes Jahr einen Lesekalender mit Praxisideen zur Leseförderung.

Akteure der Leseförderung
Neben der Akademie für Leseförderung unterstützen weitere landesweite Einrichtungen die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen. Die Büchereizentrale Niedersachsen initiiert landesweite Projekte wie den Julius-Club oder Lesestart Niedersachsen. Der Friedrich-Bödecker-Kreis in Niedersachsen e.V. organisiert Autorenlesungen und Schreibwerkstätten und weitere Projekte wie „Salto Wortale“ und den LeseKunstSommer für Schülerinnen und Schüler. Der Verein Mentor - Die Leselernhelfer, Landesverband Niedersachsen e.V. qualifiziert ehrenamtliche Leselernhelferinnen und -helfer, die Kinder beim Lesenlernen unterstützen.

Zusätzlich zu den landesweiten Angeboten gibt es in Niedersachsen zahlreiche regionale Einrichtungen, Projekte und Initiativen, die auf der Website der Akademie für Leseförderung unter Lesenetzwerke und regionale Initiativen erfasst sind.

Landesweite Projekte
Lesestart Niedersachsen - Frühkindliche Leseförderung durch Öffentliche Bibliotheken“ ist ein Projekt der Büchereizentrale Niedersachsen in Kooperation mit der Stiftung Lesen, der Akademie für Leseförderung und den Öffentlichen Bibliotheken in Niedersachsen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt das Projekt mit einem hohen finanziellen Beitrag.

Zentrales Ziel von Lesestart Niedersachsen ist es, die Beschäftigung mit Sprache, Literatur und Büchern möglichst frühzeitig in den Alltag der Kinder und Lesen als festen Bestandteil in den Familien zu verankern. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Öffentlichen Bibliotheken, die als lokale Ansprechpartner für die Verteilung von Lesestart-Sets vorwiegend über die Kinderärzte und Kinderärztinnen sorgen und mit vielfältigen Begleitveranstaltungen wie Bücher-Baby-Gruppen das Projekt unterstützen.

Der Julius-Club ist ein Leseförderprojekt der VGH-Stiftung und der Büchereizentrale Niedersachsen, das in den Sommerferien angeboten wird. Unter dem Motto „Jugend liest und schreibt“ haben 11- bis 14-Jährige die Möglichkeit, jährlich am Julius-Club teilzunehmen. Dazu wird in ca. 50 Öffentlichen Bibliotheken eine Vielfalt von Kinder- und Jugendbüchern angeboten, die unterschiedliche Leseinteressen und Lesekompetenzen berücksichtigen. Zusätzlich gibt es ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. Kooperationspartner sind die Akademie für Leseförderung Niedersachsen, das Niedersächsische Kultusministerium, das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg.

Im Rahmen des Projekts Lesementoring helfen ältere Schülerinnen und Schüler jüngeren dabei, lesen zu lernen und Freude am Lesen zu entwickeln. Die Lesementorinnen und Lesementoren werden für ihre Aufgabe von einem Team speziell geschulter Fachkräfte aus Bibliotheken und Kultureinrichtungen ausgebildet, beraten und unterstützt.

BISS Transfer – Lesen macht stark Niedersachsen
Im August 2020 startete das Programm Lesen macht stark als 3-jähriges Projekt an 150 Pilotschulen Niedersachsens. Ziel des Programms ist es, die Lesekompetenz aller Schülerinnen und Schüler durch eine systematische und durchgängige Leseförderung im Primar- und Sekundarbereich zu verbessern. Dazu werden pro teilnehmende Schule zwei Lehrkräfte in fünf ganztägigen Fortbildungsveranstaltungen zu Lesecoaches ausgebildet. Als Ansprechpartnerin für alle am Projekt Beteiligten und für die Planung des optimalen Einsatzes der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren steht eine Landeskoordination mit Sitz in der Akademie für Leseförderung Niedersachsen zur Verfügung.

BISS-Transfer bietet eine optimale Verzahnung mit dem niedersächsischen Schwerpunkt „Systematische Leseförderung“. In neun BISS-Verbünden werden die Projektschulen inhaltlich und organisatorisch bei der Implementierung von „Lesen macht stark“ unterstützt und der auf das Programm bezogene regionale Austausch ermöglicht.

Schulbibliotheken in Niedersachsen
Viele niedersächsische Schulen haben Schulbibliotheken, die eine wichtige Rolle in der Leseförderung, dem Fachunterricht und im Schulleben spielen. Zudem sind Schulbibliotheken ideale Lernorte für den Umgang mit verschiedenen Medien. Das Netzwerk Niedersächsischer Schulbibliotheken ist ein Netzwerk von Leiterinnen und Leitern von Schulbibliotheken. Jährlich findet an einem anderen Ort der Niedersächsische Schulbibliothekstag statt. Informationen über Schulbibliotheken in Niedersachsen befinden sich auf der Internetseite des Niedersächsischen Kultusministeriums.

Kinder- und Jugendbuchpreise in Niedersachsen
Der Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ist der älteste Jugendbuchpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wird zum Andenken an den Schriftsteller Friedrich Gerstäcker von der Stadt Braunschweig seit 1952 verliehen. Ausgezeichnet werden Jugendbücher, die Jugendlichen die Begegnung mit fremden Welten ermöglichen und besonders zur Toleranz anregen.
Mit dem Buxtehuder Bullen wird seit 1971 jährlich das beste in deutscher Sprache veröffentlichte erzählende Jugendbuch prämiert. Die Jury für diesen Jugendbuchpreis der Stadt Buxtehude besteht aus elf Jugendlichen und elf Erwachsenen. 2005 wurde erstmals das Buxtehuder Kälbchen, ein Preis für das beste Bilderbuch, verliehen.
Die Stadt Oldenburg vergibt seit 1977 einen Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur. Der im Rahmen der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) verliehene Förderpreis wird an Autorinnen und Autoren sowie Illustratorinnen und Illustratoren vergeben, die erstmals mit einem eigenständigen Werk auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur an die Öffentlichkeit treten.
Die Stadt Hameln zeichnet seit 1984 für Kinder und Jugendliche geschriebene Märchen- oder Sagenbücher, phantastische Erzählungen, moderne Kunstmärchen oder Erzählungen zum Thema Mittelalter mit dem Rattenfänger-Literaturpreis aus.
Der Bad Harzburger Jugendliteraturpreis wird seit 1989 von der Stadt Harzburg verliehen. Die Preistrophäe ist das „Harzburger Eselsohr“ in Silber.
Die Nordstemmer Zuckerrübe ist ein Kinderbuchpreis, der seit 2003 vergeben wird. Der von der VGH-Stiftung ausgelobte Preis wird von Kindern der 3. und 4. Klassen aus Nordstemmer Schulen ausgewählt.

Ausgewählte lokale Leseförderangebote
Die Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) in Oldenburg präsentiert jedes Jahr im November mehr als 2.000 Neuerscheinungen im Bereich der Kinder- und Jugendmedien. Sie ist die größte, nicht kommerzielle Messe ihrer Art in der Bundesrepublik Deutschland und wird seit 1974 von der Stadt Oldenburg und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gemeinsam veranstaltet. Eine Vielzahl von Veranstaltungen wie Lesungen und Ausstellungen, z.B. eine jährliche Sonderausstellung der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, begleitet die Messe.

Lese-Experten Celle ist ein Projekt der Bibliotheksgesellschaft Celle, das seit 2006 gemeinsam mit den Öffentlichen Bibliotheken in Stadt und Landkreis Celle alle zwei Jahre durchgeführt wird. Lese-Experten Celle fördert besonders die enge Zusammenarbeit der weiterführenden Schulen mit den Öffentlichen Bibliotheken.

In zahlreichen Städten und Gemeinden werden in Niedersachsen regelmäßig Jugendbuchwochen angeboten, bei denen Kinder- und Jugendbuchautoren Lesungen anbieten. Die größten finden in Hannover, Braunschweig, Göttingen, Lüneburg, Celle, Peine und Leer statt.

Die wichtige Rolle der Eltern bei der Sprachentwicklung ihrer Kinder wird in dem landesweit an einzelnen Orten angebotenen Programmen „Rucksack Kita“, „Griffbereit“ und „Rucksack Schule“ betont. Besonders Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, werden sowohl beim Erlernen ihrer Erstsprache als auch beim Erlernen der Zweitsprache Deutsch unterstützt. Die Eltern werden dazu von qualifizierten und mehrsprachigen Elternbegleiterinnen angeleitet.

Autorinnen:
Anke Märk-Bürmann, Imke Hanssen, Katja Bauer, Frauke Krug
Akademie für Leseförderung Niedersachsen
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Waterloostr. 8
30169 Hannover
E-Mail: alf@gwlb.de
www.alf-hannover.de
www.facebook.com/alf.hannover
www.instagram.com/akademiefuerlesefoerderung


Redaktionskontakt: anda@dipf.de


Landesporträt erstellt am:

11.12.2015

Zuletzt aktualisiert am: 01.11.2021


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