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Waldbrand mit aufsteigenden Flammen und Rauch über einem bewaldeten Gebiet.
Bildrechte: Ylvers / Pixabay

Waldbrände im Mittelmeerraum – Klimawandel im Turbo-Modus

Das Foto zeigt das Carrascal-Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal.
Das Carrascal Feuer im August 2023 in Zentral-Portugal. Betroffen war eine Kiefern-, Eukalyptus- und Buschvegetation. | Bildrechte: ICNF, Portugal

Der Mittelmeerraum gehört zu den Regionen, die der Klimawandel besonders hart trifft. Hier steigen die Temperaturen schneller als im weltweiten Durchschnitt – und die Hitzewellen werden immer extremer. 2003, 2017 und 2021 lagen die Werte oft über 40 °C. Am 11. August 2021 wurde auf Sizilien sogar ein neuer europäischer Hitzerekord aufgestellt: unglaubliche 48,8 °C! Auch Sardinien und Griechenland waren nur knapp darunter. Und das Krasse: Die Hitzewellen starten inzwischen viel früher. In Spanien kletterte das Thermometer im April 2023 schon auf fast 40 °C.

 

Hitze, Dürre und Wasserknappheit

Die extreme Hitze geht oft Hand in Hand mit langen Dürren. 2022 erlebte die Po-Ebene in Norditalien die schlimmste Trockenheit seit 200 Jahren. Flüsse führten kaum noch Wasser, Stauseen trockneten aus, und manche Haushalte bekamen gar kein Leitungswasser mehr.

 

Waldbrände – und warum sie immer schlimmer werden

Mit Hitze und Trockenheit steigt das Risiko für Waldbrände enorm. Über 60 % aller Brände in Europa betreffen nur sechs Länder: Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Bei der verbrannten Fläche sind es sogar 80 %. Besonders gefährlich sind die "Megafeuer", die über 5.000 Hektar groß sind – vor allem in Spanien und Portugal nehmen sie zu.

Klar: Damit es brennt, braucht es auch genug Pflanzen als "Futter" für die Flammen. Im Mittelmeerraum regnet es im Winter durchaus, was das Pflanzenwachstum ankurbelt. Früher wurde viel Land bewirtschaftet – Felder, Weiden, Holzschlag. Durch die Industrialisierung im 20. Jahrhundert kam es zur Landflucht. Als Folge wurden viele Dörfer verlassen. Auf den Flächen wachsen nun Büsche und Wälder, ohne dass sie gepflegt werden. Das Unterholz wird dichter, und damit steigt das Risiko, dass ein Funke einen großen Brand auslöst.

Und der Funke kommt oft von uns Menschen: weggeworfene Zigaretten, Lagerfeuer, defekte Stromleitungen – manchmal sogar Brandstiftung. Nur rund 5 % der Feuer werden durch Blitze ausgelöst.

 

Wie es weitergehen könnte

Forschende rechnen damit, dass sich mit jedem zusätzlichen Grad Erwärmung die Wahrscheinlichkeit für extreme Brände verdoppelt. Bis zum Jahr 2100 könnte sich das Risiko verdreifachen. Dazu verlängert sich die "Feuersaison": Schon jetzt brennt es nicht mehr nur im Hochsommer, sondern immer öfter auch im Frühjahr und Herbst. Bis Ende des Jahrhunderts könnte die Saison in manchen Regionen sogar um mehr als drei Wochen länger dauern.

 


Quellen und mehr Infos gibt es im Klimawiki:


 

Erstellt am 20.04.2026, zuletzt geändert am 26.04.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

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