
Extremer Hitzestart im Sommer 2025
Schon ganz am Anfang des Sommers 2025 wurde es in Süd- und Westeuropa richtig heiß: Zwei starke Hitzewellen hintereinander sorgten für Temperaturen von bis zu 48 °C. In Griechenland und sogar in Thüringen gab es Waldbrände, in Frankreich mussten Schulen schließen und ein Atomkraftwerk wurde heruntergefahren. Auf Kreta mussten viele Menschen ihre Häuser verlassen.
Die erste Hitzewelle kam Mitte Juni, die zweite folgte schon Ende Juni. Verantwortlich war ein großes Hochdruckgebiet, das die heiße Luft über Südwesteuropa festhielt – man nennt das eine Hitzeglocke. Die Sonne konnte ungebremst auf die Erde scheinen, zusätzlich strömte heiße Luft aus Nordafrika ein. Am 30. Juni lag die Tagestemperatur bei fast 25 °C – so heiß war es noch nie an einem Junitag in Westeuropa.
Auch das Mittelmeer war ungewöhnlich warm – stellenweise über 28 °C und damit 5 Grad mehr als normal. Dadurch kühlte es nachts kaum ab – vor allem an den Küsten. Das machte die Hitze für die Bewohner noch unerträglicher.

Die Extremwerte "am kühlsten" und "am wärmsten" sind dabei mit dem Mittel derselben Tage im Zeitraum 1979-2024 verglichen, die übrigen Werte mit 1991-2020.
| Bildrechte: C3S/ECMWF, übersetzt von HBS
Warum war es schon so früh so heiß?
Obwohl das Jahr 2025 bis dahin weltweit gar nicht besonders warm war, trafen die Hitzewellen Europa sehr früh. In Spanien und England war es der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnung, in Frankreich der zweitheißeste.
Dafür gab es mehrere Gründe:
- Das sehr warme Mittelmeer: Die Wassertemperaturen waren extrem hoch und brachten kaum eine Abkühlung.
- Trockene Böden: Weil es vorher wenig geregnet hatte, konnten Böden und Pflanzen kaum Wasser verdunsten – und das hätte für etwas Abkühlung gesorgt.
- Wenig Meereis in der Arktis: Weniger Meereis kann das Wetter in Europa beeinflussen und dafür sorgen, dass Hochdruckgebiete mit viel Sonne länger bleiben.
Viele Tote durch Hitze – Klimawandel verschärft die Lage
Laut einer Studie starben durch die Hitzewellen im Juni und Juli 2025 in zwölf ausgewählten europäischen Städten rund 2300 Menschen. Davon wären 1500 Todesfälle (65 %) ohne den Klimawandel wohl nicht passiert. Besonders betroffen waren Mailand, Barcelona und Paris, aber auch in Frankfurt am Main starben 21 Menschen, die ohne den menschengemachten Klimawandel wahrscheinlich noch leben würden.
Die Zahlen sind erste Schätzungen – genau weiß man so etwas erst später. Zum Vergleich: Bei der schlimmen Hitzewelle 2003 starben in ganz Europa rund 70.000 Menschen, 2022 waren es etwa 61.000 und 2023 etwa 47.000.
Dass die Zahlen trotz heißerer Sommer zurückgehen, liegt daran, dass ältere Menschen heute besser geschützt sind – zum Beispiel in Pflegeheimen oder Krankenhäusern.
Im Klimawiki gibt es noch mehr Infos zum Thema:
Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.Auch interessant
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