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Eine Frau, die mit einem Sonnenschirm auf einem sandigen Weg läuft. Im Hintergrund ist eine hügelige Landschaft zu sehen.
Bildrechte: Werni / Pixabay

Europa erwärmt sich am schnellsten

Hohe Temperaturen an Land und im Meer

Europa erwärmt sich viel schneller als der Rest der Welt – ungefähr doppelt so schnell. Seit den 1980er Jahren klettern die Temperaturen hier immer weiter nach oben. 2024 war sogar das wärmste Jahr, seit es überhaupt Messungen gibt. Auch 2020 und 2023 gehören zu den heißesten Jahren – alle drei sind also erst kürzlich passiert.

Nicht nur die Luft wird immer wärmer, sondern auch das Meer. In den letzten drei Jahren waren die Meeresoberflächen so heiß wie noch nie. Besonders drastisch ist es im Mittelmeer: 2024 lag die durchschnittliche Temperatur bei 21,5 °C, und am 13. August 2024 wurde ein Rekord von 28,7 °C gemessen – für das gesamte Mittelmeer.

 

 

Warum ist das wichtig? Warme Meere geben extrem viel Energie ab. Dadurch können heftige Stürme und Starkregen entstehen. Genau das ist schon passiert:

  • Der Sturm Daniel brachte 2023 massive Regenmengen mit sich – ausgelöst auch durch die warmen Mittelmeer-Temperaturen. In Libyen starben dabei über 10.000 Menschen.
  • Auch die schlimmen Überschwemmungen in Valencia im Oktober 2024 waren stark durch das aufgeheizte Mittelmeer beeinflusst.

 

Warum erwärmt sich Europa so stark?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Europas Nähe zur Arktis

Europa umfasst einen großen Teil der Arktis – und die Arktis ist die Region der Welt, die sich am schnellsten aufheizt. Wenn es dort wärmer wird, spürt Europa das besonders stark.

2. Veränderte Windströmungen

Durch den Klimawandel verändern sich die Windströmungen. Dadurch kommt es z.B. häufiger vor, dass heiße Luft aus Nordafrika bis nach Mitteleuropa gelangt. Das macht unsere Sommer noch heißer. 

3. Der wichtigste Grund: die menschlichen Emissionen

Wir Menschen sind durch den Klimawandel auch für die starke Erwärmung der Arktis und die veränderten Windströmungen verantwortlich.

Wie überall auf der Welt heizen Treibhausgase (durch Kohle, Öl und Gas) auch in Europa das Klima auf. Europa gehört seit Beginn der Industrialisierung zu den Regionen, die besonders viele Emissionen verursacht haben.

Früher fiel das aber kaum auf – und zwar aus einem Grund: Aerosole (kleine Partikel aus Abgasen) kühlten die Luft etwas ab und verdeckten so die Wirkung der Treibhausgase.

ABER: Aerosole sind gesundheitsschädlich und wurden u.a. für das Waldsterben verantwortlich gemacht. Deshalb begann man in den 1970er Jahren, sie herauszufiltern.

Die Folge: Die wahre Erwärmung durch Treibhausgase wurde sichtbar – und zwar heftig. Europa wurde zu einem Hotspot für Hitzewellen.

Seitdem häufen sich extreme Sommer: 2003, 2010, 2015, 2018, 2019, 2022 und auch danach gab es brutale Hitzewellen, die zu Waldbränden, Ernteausfällen und vielen Todesopfern führten. 

Kurz gesagt: Europa heizt sich schneller auf als die anderen Kontinente – und wir bekommen die Folgen deutlich zu spüren.

 

Die Grafik zeigt die Klimaänderungen in Europa anhand der Änderung der Tageshöchsttemperaturen und der Änderung der Hitzetage von 1950 bis 2020.
Änderung der sommerlichen Tageshöchsttemperaturen (blau) und der Anzahl der Hitzewellentage (rot) | Bildrechte: Eigene Darstellung nach Yin et al. (2024)

 


In unserem Klimawiki gibt es noch mehr Infos zum Thema:


 

Erstellt am 21.02.2026, zuletzt geändert am 27.04.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

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