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Thermometer zeigt 41 Grad Celsius an, im unscharfen Hintergrund ist eine Pflanze zu sehen.
Bildrechte: Sumekler / Pixabay

Hitzewellen in Europa – warum Hitze so gefährlich ist

Hitzewellen sind viel gefährlicher, als viele denken – sie werden daher auch "stiller Killer" genannt. Während man bei Fluten oder Stürmen sofort Bilder der Zerstörung sieht, bleiben die Opfer von Hitze oft unsichtbar. Meist trifft es ältere Menschen oder Kranke, deren Körper die extreme Belastung nicht mehr schafft.

 

Rekord-Sommer in Europa

Europa heizt sich schneller auf als jeder andere Kontinent. In den letzten 20 Jahren gab es immer wieder extreme Hitzewellen:

  • 2003: die "Mega-Hitzewelle" mit über 70.000 Toten.
  • 2010: Russland, über 40 °C, dazu Wald- und Torfbrände – ca. 55.000 Tote.
  • 2015–2018: viele Hitzewellen plus Dürren, besonders in Mitteleuropa.
  • 2022: fast 63.000 Tote, in Italien allein 18.000.
  • 2023–2026: neue Rekorde in Süd- und Westeuropa mit bis zu 48 °C, selbst in Deutschland wird die neue Höchsttemperatur von 41,8 °C erreicht. Nach vorläufigen Daten des Robert Koch-Instituts betrug die Zahl der Hitzetoten allein in Deutschland 5.120.

Besonders heftig ist es, wenn auch die Nächte über 20 °C warm sind und wir eine tropische Nacht haben. Dann kann sich der Körper kaum erholen.

 

Die Grafik zeigt auf einer Europakarte die Änderung der jährlichen Hitzetoten in Europa pro Jahrzehnt pro eine Million Einwohner im Zeitraum 2000-2020.
Änderung der jährlichen Hitzetoten in Europa pro Jahrzehnt pro eine Million Einwohner im Zeitraum 2000-2020. | Bildrechte: van Daalen, K.R., M. Romanello, J. Rocklöv (2022): The 2022 Europe report of the Lancet Countdown on health and climate change: towards a climate resilient future. Übersetzt von HBS, CC BY 3.0

 

Wer sind die Risikogruppen?

Am meisten gefährdet sind:

  • Ältere Menschen über 65,
  • Menschen mit Herz- oder Lungenproblemen,
  • Frauen häufiger als Männer, weil sie älter werden.

Schon 2–3 Grad über der normalen Sommertemperatur können tausende Tote bedeuten.

 

Zukunftsaussichten

  • Europa wird noch heißer: Hitzewellen, heiße Tage und tropische Nächte nehmen stark zu.
  • Bis Mitte des Jahrhunderts könnten 100 Millionen Menschen pro Jahr in Europa extremen Hitzewellen ausgesetzt sein.
  • Mit steigender Erwärmung steigt auch die Zahl der Todesfälle drastisch: Bei einer Zunahme der jährlichen Mitteltemperatur um +3 °C könnten es am Ende des Jahrhunderts Hunderttausende pro Jahr sein.

 

Fazit

Hitzewellen sind nicht nur "nervig heiß", sondern eine echte Lebensgefahr. Der Klimawandel und eine alternde Gesellschaft sorgen dafür, dass Hitze in Europa zu einem der größten Gesundheitsrisiken der Zukunft wird.

 


PODCAST

Woran merke ich, dass mir die hohen Temperaturen gerade nicht guttun? Und wie kann ich mich am besten vor gesundheitlichen Risiken von Hitze schützen? Darüber sprechen wir von klima2know mit der Medizinpädagogin Dr. Julia Hellmann. Sie hat auch Tipps für Jugendliche:



 


 Mehr Infos und die Quellen gibt es im Klimawiki:


 

Erstellt am 13.07.2026, zuletzt geändert am 23.07.2026
Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dieter Kasang und Anja Hermans für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

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