
Die geheimen Regenwälder der Meere: Tang-Wälder
Wenn es um Klimaschutz geht, denken viele sofort an den Amazonas-Regenwald. Bäume speichern CO₂ und helfen so, die Erderwärmung zu bremsen. Deshalb werden weltweit neue Wälder gepflanzt.
Doch es gibt noch einen fast unbekannten Klimaretter: Tang-Wälder unter Wasser. Sie wachsen an felsigen Küsten und können über 30 Meter hoch werden. Manche Tangarten wachsen sogar bis zu einem halben Meter pro Tag – viel schneller als Bäume! Jedes Jahr nehmen Tang-Wälder schätzungsweise 30 Millionen Tonnen CO₂ aus dem Wasser auf.

Doch diese Unterwasserwälder sind in Gefahr. In einigen Ländern wird Tang geerntet und als Lebensmittel genutzt. Außerdem haben Tang-Wälder einen gefräßigen Feind: Seeigel. Wenn es zu viele von ihnen gibt, fressen sie ganze Tang-Wälder kahl. Übrig bleibt nur eine „Seeigel-Wüste“.

Auch der Klimawandel macht den Tang-Wäldern zu schaffen. Besonders marine Hitzewellen und steigende Wassertemperaturen setzen ihnen zu. Seeigel kommen mit der Wärme besser zurecht – deshalb breiten sie sich oft stärker aus.
Dabei sind Tang-Wälder nicht nur wichtige CO₂-Speicher. Sie sind auch ein Zuhause für viele Fische, Krebse und andere Meerestiere. Forschende vermuten sogar, dass sie für das Klima ähnlich wichtig sein könnten wie die Regenwälder an Land.
Trotzdem werden Tang-Wälder bisher kaum geschützt. Dabei könnten sie eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen – wenn wir sie besser erforschen und erhalten.
In unserem Klimawiki gibt es mehr Infos dazu:
Erstellt am 08.10.2026, zuletzt geändert am 30.10.2026
Dieser Text steht unter der CC BY-SA 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Anja Hermans und Dieter Kasang für klima2know. Für Bilder, Videos und andere Elemente gelten die jeweiligen Angaben.

