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25. 07. 2013

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„10 Regionen ‒ 100 Unternehmen ‒ 1.000 weibliche Führungskräfte“

Mit den „Regionalen Bündnissen" werden Aufstiegschancen von Frauen in mittleren und kleinen Unternehmen gefördert

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Die bundesweite Initiative „Mehr Frauen in Führungspositionen – Regionale Bündnisse für Chancengleichheit“ unterstützt zehn Kommunen und Landkreise dabei, Strukturen für mehr Chancengleichheit in der Wirtschaft zu schaffen.


Frauen sind in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert. In den deutschen Chefetagen sind sie seltener anzutreffen als in vielen anderen europäischen Ländern. Nach Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft 2010 bei 30 Prozent. Das sind zwar rund acht Prozent mehr als zehn Jahre zuvor, dennoch immer noch – bei gleicher Qualifikation – bedeutend weniger Frauen als Männer.

Regionale Bündnisse für mehr Chancengleichheit
Um die Aufstiegschancen von Frauen in mittleren und kleinen Unternehmen zu fördern, ging im Juni 2012 die Initiative „Mehr Frauen in Führungspositionen ‒ Regionale Bündnisse für Chancengleichheit“ an den Start. 100 Unternehmen quer durch alle Branchen beteiligen sich in ganz Deutschland an dem vierjährigen Modellprojekt. Politik und Wirtschaft verpflichteten sich in einer Gemeinsamen Erklärung, die Karriereentwicklung von Frauen zu fördern und Strukturen für mehr Chancengleichheit zu schaffen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert und ist Teil des Stufenplans „Mehr Frauen – Mehr Vielfalt in Führungspositionen“ der Bundesregierung, der eine Reihe weiterer Maßnahmen umfasst, um die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und in Führungspositionen zu schaffen. Kern des Stufenplans „Mehr Frauen in Führungspositionen" ist die „Flexi-Quote“: Auf Initiative von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder haben sich die DAX-30-Unternehmen am 30. März 2011 dazu verpflichtet, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Bis zum Jahr 2020 soll diese Selbstverpflichtung rund 5.400 Frauen zusätzlich in Führungspositionen zur Folge haben.

Die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft als Koordinatorin und Beraterin
Die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) koordiniert das bundesweite Programm „Mehr Frauen in Führungspositionen ‒ Regionale Bündnisse für Chancengleichheit.“ Es berät die Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und begleitet und unterstützt die Arbeit der Bündnisse vor Ort. Die EAF ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin. Seit 1996 berät sie Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu Chancengleichheit, Diversity Management und Work-Life-Balance. Dass auch Mütter hoch engagierte Führungskräfte sein können, hat die EAF schon 2006 in der Studie „Karrierek(n)ick Kinder. Mütter in Führungspositionen - ein Gewinn für Unternehmen.“ aufgezeigt. Im Rahmen einer bundesweiten Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung wurden rund 500 Mütter in Führungspositionen nach ihren Erfolgsstrategien befragt. Die Karrierewege und Erfahrungen der erfolgreichen Führungsfrauen verdeutlichten eindrucksvoll, wie gute Karrierewege von Frauen bzw. Müttern funktionieren können.

Die Ziele des Programms
„10 Regionen ‒ 100 Unternehmen ‒ 1.000 weibliche Führungskräfte“: In den zehn am Projekt beteiligten regionalen Bündnissen bilden immer mindestens zehn Unternehmen in einer Region einen Projektverbund. Die beteiligten Firmen bilden dabei ein breites Spektrum an Branchen, Größen und Produkten ab, auch öffentliche Unternehmen gehören den Verbünden an. Ziel der Regionalen Bündnisse ist es, in den Unternehmen gemeinsam mit den Kommunen und Landkreisen Strukturen zu schaffen und Konzepte zu gestalten, um Frauen den Weg in Führungsverantwortung zu ermöglichen. Die EAF unterstützt die Unternehmen dabei, diese Vereinbarungen und Strategien zu entwickeln, mit denen der Anteil von Frauen in Führungspositionen langfristig erhöht werden kann.

Die beteiligten Regionen
Die zehn Kommunen und Landkreise wurden von einer Fachjury unter 49 Bewerbungen aus dem ganzen Bundesgebiet ausgewählt. Die Bündnisse starteten jeweils mit dem ersten Runden Tisch der Bündnispartner in der Region. Bei dieser Auftaktveranstaltung wurde ein Plan für regionsspezifische Maßnahmen und Aktivitäten entwickelt. Begonnen hat am 19. Juni 2012 das Regionale Bündnis in Bautzen. Danach folgten die Stadt Rostock (Mecklenburg-Vorpommern), der Lahn-Dill-Kreis (Hessen), das Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt), der Kreis Unna (Nordrhein-Westfalen), die Stadt Salzgitter (Niedersachsen), die Stadt Lörrach (Baden-Württemberg), die Stadt Regensburg (Bayern), die Stadt Dülmen (Nordrhein-Westfalen) und der Kreis Saarlouis (Saarland). Die Regionalen Bündnisse stehen jeweils unter der Leitung der (Ober-) Bürgermeister/innen bzw. der Landräte. Die Bündnisform soll dazu beitragen, in der Kommune bzw. im Landkreis den Erfahrungsaustausch und das Entwickeln der Konzepte zu ermöglichen. Ein regelmäßiger Austausch auf überregionaler und regionaler Ebene in Form von weiteren Runden Tischen oder Workshops ergänzt die Zusammenarbeit.

Erste Ergebnisse
Am 13. Mai 2013 fand das 1. Bundesforum der Regionalen Bündnisse für Chancengleichheit zum regionsübergreifenden Erfahrungsaustausch in Berlin statt. Die beteiligten Unternehmen stellten ihre bereits erreichten Schritte vor. Insgesamt gesehen hat sich überall eine gute Kooperation entwickelt, um die Aufstiegschancen von Frauen in mittleren und kleinen Unternehmen zu erhöhen. Mehrere Vorhaben zum Ausbau flexibler Kinderbetreuung wurden umgesetzt, im Burgendlandkreis wurde eine Initiative zur Unterstützung von Dual-Career-Partnerschaften entwickelt und in Lörrach wurde beispielsweise von August bis November 2012 in der Badischen Zeitung eine mehrfach gelobte Porträtreihe über Frauen in Führungspositionen unter dem Titel „Frauen in Verantwortung“ veröffentlicht. Darüber hinaus wurden einige Projektteams als Good Practices vorgestellt und in einer Diskussionsrunde mit Bundesfrauenministerin Dr. Kristina Schröder wurde über die Bedeutung konkreter Ziele und Maßnahmen und die Herausforderungen eines nachhaltigen Veränderungsprozesses gesprochen.

Das Programm wird 2015 mit einer Abschlusskonferenz zur Präsentation der erreichten Erfolge und Ergebnisse beendet. Die in den Bündnissen gesammelten Erfahrungen sollen dann im gesamten Bundesgebiet zum Nachahmen anregen.


Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 25.07.2013
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