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28. 02. 2013

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

LegaKids informiert und hilft

Spielerische Übungen für Kinder mit Lese- und Rechtschreibproblemen

Bild

Lurs, das Lese- und Rechtschreib-Monster; Quelle: LegaKids

 

Viele Kinder in Deutschland können nicht richtig lesen. Etwa fünf bis 15 Prozent gelten als „legasthen“ oder „leseschwach.“ Oft beginnt damit für sie und ihre Familien ein langer Leidensweg. Das Online-Projekt LegaKids will hier Abhilfe schaffen. Es richtet sich an Kinder, Eltern, Lehrer und andere Interessierte, die Hilfestellung beim Umgang mit Lese- und Rechtschreibproblemen, LRS, Legasthenie oder Rechenschwäche suchen. Die Homepage enthält wertvolle Informationen und hilfreiche Tipps, Adressen und Lernmaterialien zum Thema Legasthenie und Dyskalkulie und will Kindern Mut und Selbstvertrauen geben und ihre Lernfreude fördern. Dazu hält es viele spielerische Anregungen und Übungsmöglichkeiten in Form von Online-Lern- und Lesespielen und Tipps & Tricks bereit, die den Kindern die Angst vor Buchstaben, Zahlen und Sprache nehmen.

LegaKids
Gegründet wurde LegaKids 2004 von dem Ehepaar Michael Kortländer und Dr. Britta Büchner, die beide therapeutisch tätig sind. Als Partner stehen dem Projekt die AOK Gesundheitskasse und der Mildenberger Verlag zur Seite. LegaKids arbeitet außerdem mit vielen Verbänden und Instituten zusammen, wie dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V, der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben oder der Stiftung Lesen. Ziel der Initiative ist es dabei mitzuhelfen, ein eventuelles Handicap in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen frühzeitig zu erkennen, um betroffene Kinder vor schwerwiegenden Folgen zu bewahren. Mit Hilfe von Geschichten und Hörspielen werden die Kinder mit der Problematik Leseschwäche vertraut gemacht und aus ihrer unverschuldeten Isolation herausgelöst.

Geschichten um Lurs, das Lese- und Rechtschreib-Monster
Die Geschichten auf LegaKids.net haben sich aus Begegnungen mit Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten heraus entwickelt und befassen sich überwiegend mit Themen, die betroffene Kinder beschäftigen. Diese Kinder haben oft das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, sie schämen sich. Daraus entstand die Figur des Lese- und Rechtschreib-Monsters Lurs. Lurs macht den Kindern begreiflich, dass sie keine Schuld an ihren Schwierigkeiten haben und dass sie dagegen selbst aktiv werden können.

Diese Geschichten lassen sich in verschiedene Kategorien aufteilen: In Geschichten, die die Lese- und Rechtschreibproblematik erklären („Ich bin Lurs") und in Geschichten, in denen die Kinder ihre eigene Situation wiederfinden und verstehen, wie „Bin ich doof oder was?", „Steni und die Reflektormaschine" oder „Ausgelacht". In Geschichten, die die Kinder entlasten, wie „Auf dem Schulhof", „Rache ist süß" oder „Die Notenbombe", oder die sie motivieren. Dazu gehören etwa „Der verhexte Ring", „Lauter kleine Lürslein", „Die Böse-Träume-Waffe" und „Lurs hat einen Plan." Mit Hilfe dieser Geschichten sollen sich die Kinder vom „Leseversager", „Nicht-Leser" und „Legastheniker" zu einem „selbstbewussten Kämpfer gegen Lurs" entwickeln. Erwachsene, die sich mit LegaKids beschäftigen, können sich besser in die Kinder einfühlen und sie dann in ihrem Kampf gegen Lurs begleiten.

Übungen zu Lesetechnik und Leseverständnis
Vielfältige Übungen und Spiele rund um Lurs geben den Kindern die verlorene Lern-, Lese- und Schreibfreude sowie den Spaß an Buchstaben oder Zahlen zurück. Es gibt Übungen und Spiele, die die Lesetechnik schulen, und welche, die zum besseren Leseverständnis beitragen. Für die Kinder, die als „legasthen“ oder als „leseschwach“ gelten, ist der LursMinimator ein sehr gutes Übungsinstrument. Er übt mit ihnen die Lesetechnik und bietet einen hohen Motivationsfaktor, da die Kinder selbst ausgewählte und beliebte Texte einlesen können.
Außerdem gibt es Spiele zur Fehlererkennung, die die Lesegenauigkeit trainieren und zugleich eine thematisch spezifizierte Rechtschreibung üben. Bei allen Spielen gibt es am Ende eine Erfolgskontrolle, Aufmunterung und Lob, was einen positiven Einfluss auf das Selbstbild der Kinder und ihre weitere Lesemotivation hat.

Für Kinder, die Probleme mit dem Leseverständnis haben – sie beherrschen zwar die Lesetechnik, haben aber große Schwierigkeiten, Inhalte und Struktur eines Textes zu erkennen und in übergeordnete Zusammenhänge zu setzen –, gibt es Leseverständnisspiele, die den Fokus auf den Inhalt der Geschichte lenken. Darüber sollen die Kinder zum Lesen angeregt und ein positives Leseerlebnis ermöglicht werden. Konstruktiv wirkt sich hierbei auch der Einsatz eines Computers aus, ein Medium, das für die meisten Kinder positiv besetzt ist. Durch Fragen nach jeder gelesenen Seite werden Lesegenauigkeit und übergreifendes Verständnis unterstützt.

Darüber hinaus klärt LegaKids.net auch über Rechenschwäche (Dyskalkulie) auf. Es gibt viele Kinder, die zwar gut lesen und schreiben können, aber mit Zahlen und Mengen nicht zurechtkommen. Einige können auch beides nicht so gut. Darum wird auch über dieses Phänomen informiert, und es gibt Tipps und Übungen zum Rechnen und zur frühen Mathematik im Vorschulalter wie „Lurs` Zahlenjagd“ oder „Onkel Lurs Dosenwerfen“.

Informationen für Eltern und Lehrkräfte

LegaKids enthält zusätzlich eine Seite für Eltern, Lehrer und andere Förderkräfte, auf der diese mit wertvollen Informationen rund um die Themen Lese- und Rechtschreibprobleme sowie Rechenschwäche unterstützt werden. Es gibt Tipps zum Umgang mit Lurs und kindgemäßem Lernen, kostenfreie Lernmaterialien, Lernspiele und Lernsoftware sowie interessante Berichte rund ums Thema, darunter beispielsweise Informationen zur Lesekompetenz von Jungen oder zu „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BISS), der neuen Bund-Länder-Initiative zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zur Hilfe vor Ort aufgezeigt und eine Datenbank angeboten, mit der man in ganz Deutschland nach Therapieeinrichtungen und Praxen suchen kann.
Auch Jugendliche oder Erwachsene, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben, finden bei LegaKids wichtige Informationen: etwa einen Selbsttest, Kursangebote oder Berichte von Betroffenen.

In den vergangenen Jahren ist das Projekt für sein Engagement und seine hochwertigen Angebote vielfach ausgezeichnet worden. So erhielt es beispielsweise 2007 den Sonderpreis der Bundeskanzlerin, war im Jahr 2011 Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ und 2012/13 Preisträger im Wettbewerb „Bildung in Deutschland – Land der Ideen". Und schließlich erhielt das LegaKids-Lernabenteuer „Vater verzweifelt gesucht“ als bestes Lernspiel in der Kategorie Kinder ab 10 Jahren die GIGA–Maus 2012.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 28.02.2013
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