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26. 07. 2012

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Kooperation zwischen Kultur und Schule

Preisträger des Wettbewerbs „MIXED UP“ ermittelt

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Unter dem Motto „Durch Zusammenarbeit gewinnen!“ prämiert der Wettbewerb „MIXED UP“ seit dem Jahr 2005 gelungene Kooperationsmodelle zwischen Trägern der kulturellen Bildung und Schulen. Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ausgelobt. Neben den drei regulären ersten Preisen gibt es einen Sonderpreis zu jährlich wechselnden Themen, einen Preis der Jugendjury und in diesem Jahr zum ersten Mal den „StartUp“-Preis für Neueinsteiger.

„Kultur macht Schule“ und „MIXED UP“
Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. engagiert sich intensiv für die Zusammenarbeit von Kultur und Schule. Sie hat die bundesweite Fachstelle für mehr kulturelle Bildung an Schulen „Kultur macht Schule“ eingerichtet, deren Ziel es ist, lokale Bildungslandschaften auszubauen, den Wert von Bildung in Lernorten außerhalb von Schule und Familie zu betonen und kulturelle Bildung in Familien, Kindertagesstätten, Schulen, Jugendhilfe und Kulturförderung zu ermöglichen. Dazu bündelt und kommuniziert die Fachstelle Informationen, Entwicklungen und Impulse rund um die Themen „Kooperationen zwischen Kultur und Schule“, „Kulturelle Bildung in lokalen Bildungslandschaften“ und „Kulturelle Schulentwicklung“ und sorgt so für eine beständige Qualitätsentwicklung kultureller Bildungsangebote an Schulen.

Seit 2005 schreibt die BKJ gemeinsam mit dem BMFSFJ den Wettbewerb „MIXED UP“ aus, um die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit, Kultur und Schule zu fördern. Kulturelle Bildung unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und macht sie offen für ein aktives kulturelles Leben.
Die Ausschreibung adressiert Kooperationen von Kultur und Schule im gesamten Bundesgebiet. Bewerben können sich die Kooperationsteams nur gemeinsam. Antragsteller können sowohl die Schulen als auch die kulturellen Partner sein. Dies sind etwa Kultureinrichtungen oder Einrichtungen der kulturellen Bildung, Kulturvereine und Kulturpädagogen sowie Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Film/Video, Fotografie, Musik, Museum, Neue Medien, Spiel, Tanz, Theater und Zirkus. Wettbewerbsfähig sind Kooperationen, die den Lernort Schule weiterentwickeln, die Schüler in den Mittelpunkt stellen, einen Beitrag zu mehr Bildungschancen und Teilhabe leisten oder Impulse für weitere Kooperationen geben und sich durch ihren Netzwerkcharakter auszeichnen.

Die Preise
Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Fach- und eine Jugendjury. Die Fachjury versammelt Experten aus Kultur, Schule, Politik und Praxis. Die Jugendjury besteht aus jungen Erwachsenen, die selbst schon einmal prämiert wurden, sowie Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen. Insgesamt warten auf die teilnehmenden Kooperationspartner sechs Preise in Höhe von jeweils 2.500 Euro. Davon gehen drei reguläre Preise an gelungene Kooperationen zwischen Kultur und Schule. Der Jugendjurypreis ist für eine Kooperation bestimmt, die besondere Beteiligungsmöglichkeiten der Schüler an der Planung und Umsetzung des gemeinsamen Projekts vorsieht. Darüber hinaus wird im Rahmen von „MIXED UP“ seit 2008 zu jährlich wechselnden Themenschwerpunkten noch ein Sonderpreis verliehen. „Mehr kulturelle Teilhabe auf dem Land!“ lautet das Motto des diesjährigen Sonderpreises „KulturLand“. Ihn bekommt ein Kooperationsteam, das in einer ländlichen Region für mehr kulturelle Bildung an Schulen und eine nachhaltige Vernetzung von Kultur und Schule sorgt.
Der neue „StartUp“-Preis zeichnet Neueinsteiger in der schulisch-kulturellen Kooperationslandschaft aus. Neue Kooperationsgemeinschaften erhalten so die Chance, neben großen Netzwerkinitiativen und über Jahre gewachsenen Bildungspartnerschaften zu bestehen. Alle Wettbewerbsbeiträge werden auf der Homepage der BKJ in der Datenbank für Kooperationen erfasst.

Die Preisträger 2012
Erster Gewinner in diesem Jahr ist das faszinierende Projekt „Tanz der Maschinen“ des Theater Kontra-Punkt in Kooperation mit der Realschule Benrath und der DEMA Cranes AG, Düsseldorf. Schauspieler des Theater Kontra-Punkt beschäftigte die Frage, welche Bilder junge Menschen heute zu technischen Geräuschen wie Lärmen, Tönen, Rauschen schaffen würden. Sie nahmen Kontakt zur Realschule Benrath auf und beauftragten die zeitgenössischen Komponisten Hauke Berheide und Frank Zabel, dem im frühen 20. Jahrhundert von George Antheil geschaffenen „Ballet Mécanique“ ein zeitgenössisches Musikwerk gegenüberzustellen. Die Realschüler setzten in Filmen, Videoclips und Performances um, was sie hörten und lernten dabei viel über Kameraführung, filmische Tricks und Filmschnitt.

Spannend ist auch das Projekt „Kultur.Klassen“, der zweite Preisträger. Hier kooperiert der Kultur- und Schulservice Bamberg mit Schulen und Kindertagesstätten in Stadt und Landkreis. Mit diesem Vorhaben gelingt es dem Kulturamt Bamberg, regional vorhandene Ressourcen kultureller Bildung zu bündeln und an Schulen und Kindertagesstätten zu etablieren. Jeder „Kultur.Klasse“ wird eine bestimmte Anzahl von Unterrichtseinheiten zur Verfügung gestellt, um kulturelle Bildungsangebote umzusetzen. Das Projekt läuft erfolgreich seit zwei Jahren, mittlerweile nehmen 45 Klassen in 20 Bildungseinrichtungen an den „Kultur.Klassen“ teil. Diese können fast alle in den Regelunterricht integriert werden – wahlweise in den Vor- oder Nachmittagsunterricht, als gesamte Klasse oder Jahrgangsstufe, als jahrgangsübergreifendes Projekt, Wahlpflichtfach oder Ganztagsklasse.

Intention des dritten prämierten Projekts ist es, mit Kunst und Kultur den Schulalltag zu gestalten - unter Einbeziehung der gesamten Schulgemeinschaft. „SESAM öffne dich - (neue) Wege in die Kunst“ - von der Anne-Frank-Grundschule Freiburg in Kooperation mit dem Theater Karawane und weiteren Partnern initiiert - räumt kreativen Ansätzen und Elementen mehr Platz im alltäglichen Unterricht ein und ebnet künstlerischen Zugängen zu Unterrichtsthemen den Weg. So wird die Schulgemeinschaft sensibilisiert, Chancen des künstlerisch-kreativen Ausdrucks im Schulalltag zu erkennen und zu nutzen.

Die Sonderpreise
Interessant sind auch die Sonderpreise.
Der Preis der Jugendjury geht in diesem Jahr an das Projekt „Schlaraffenland“ der Laborschule Bielefeld in Kooperation mit dem Theaterlabor in Bielefeld. Die Projektverantwortlichen fragten sich, was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse über den Zeitraum von acht Wochen nur einmal wöchentlich regulären Unterricht haben und ansonsten an einem außerschulischen Projekt mitwirken, das sie in ihrer Planung, Ausrichtung und Umsetzung eigenverantwortlich mitgestalten? Die Schüler der Laborschule stellten sich dem Experiment: Nach langen Diskussionen entschieden sie sich für ein Theaterprojekt, welches sie mit Schauspielerinnen vom Theaterlabor in den Räumen des alten Stadtarchivs erarbeiten wollten. Dabei machten sie alles selbst: Sie schrieben das Stück, nähten die Kostüme, bauten das Bühnenbild, stellten die Musik zusammen, installierten die Bühnentechnik und betrieben die Pressearbeit.

Das Projekt „Focus On Landscape“ der Akademie für Landschaftskommunikation in Zusammenarbeit mit der Insel-Grundschule Neuenhagen erhielt den Preis „KulturLand". Das Vorhaben beschreitet jenseits der großen Ballungsgebiete innovative Wege der Kooperationspraxis von Kultur und Schule und regt die Grundschulkinder im Brandenburgischen Oderbruch zur kreativen Beschäftigung mit der eigenen Landschaft an: Darstellendes Spiel, Kunst und Musik machen ihren Lebensraum sinnlich erfahrbar und werden zum Teil ihres Schulalltags.

Den „StartUp“-Preis erhielt das Projekt „Pocket Movie - Die Verwandlung“ der Zinnschmelze in Kooperation mit den Stadtteilschulen Barmbek und Helmuth Hübener in Hamburg. Rund 80 Schüler aus vier Klassen drehten mit ihren Handys Kurzfilme, die die Verwandlung eines Ortes thematisieren. Ausgangspunkt ihrer Recherchen war ein ehemaliges Fabrikgelände in Hamburg, auf dem heute Kulturschaffende angesiedelt sind. Von hier aus suchten sie ihre individuellen Orte der „Verwandlung“.

„MIXED UP“-Preisverleihung 2012 in Potsdam
Die Preisverleihung findet am 20. September 2012 in der „fabrik POTSDAM“ statt. Der Intention des Sonderpreises „KulturLand“ entsprechend, steht der Schwerpunkt der Veranstaltung dabei unter der Fragestellung, wie die Vernetzung von Kultur- und Bildungspartnern auch in ländlichen, strukturschwachen Regionen erfolgreich gestaltet werden kann. Dazu gibt es verschiedene Vorträge und Thementische.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 26.07.2012
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