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14. 06. 2012

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Kultur trifft Schule

Das Programm „Kulturagenten für kreative Schulen"

Bild

Quelle: Kulturagenten für kreative Schulen; Diana Döll

Zu Beginn des Schuljahres 2011/2012 ging das Programm „Kulturagenten für kreative Schulen" in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen an den Start. Mit Hilfe von Kulturpädagogen, so genannten Kulturagenten, soll ein künstlerisch-kulturelles Profil an den 138 beteiligten Schulen entwickelt werden, um Kinder und Jugendliche nachhaltig für Kunst und Kultur zu begeistern.


An vielen Schulen in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen finden kurz vor den Sommerferien interessante kulturelle Veranstaltungen statt, die im Rahmen des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen" das ganze Schuljahr über einstudiert wurden. Die Ida-Ehre-Stadtteilschule in Hamburg präsentiert zum Beispiel gemeinsam mit der Theaterschule Zeppelin und der Kinder- und Jugendbühne „HoheLuftschiff“ „Die unendliche Geschichte“, in der Dortmunder Europaschule wird ein Kulturabend veranstaltet, die Ludwig-Uhland-Schule und die Grund- und Werkrealschule in Leinfelden-Echterdingen zeigen die Ergebnisse ihres Workshops „Hip Hop trifft Klassik und Tanz“, an der Sophie-Brahe-Schule in Berlin-Treptow wird das Musical „Sophie B. und ihre Sterne“ aufgeführt, und in der Schule am Staakener Kleeblatt gibt es eine Fotoausstellung zum Thema „Die Jagd nach den neuen und alten Schätzen von Staaken“, in der der Wandel der Schule, der Industriearchitektur und des Sozialraums gezeigt wird.

Das Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“
Das Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ ist ein Modellprogramm der gemeinnützigen Forum K&B GmbH, die im Jahr 2011 zu dem Zweck gegründet wurde, mit innovativen Programmen und Projekten zur Förderung von Bildung, Kunst und Kultur in Schulen sowie in Kultur- und Bildungsinstitutionen beizutragen. Initiiert und gefördert wird das Programm von der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien, der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V., dem conecco UG - Management städtischer Kultur sowie der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Die Forum K&B GmbH setzt das Modellprogramm inhaltlich, strategisch und administrativ um.

Ziele des Programms
Gestartet sind die „Kulturagenten für kreative Schulen“ zum Schuljahr 2011/2012 an insgesamt 138 Schulen, um Kinder und Jugendliche nachhaltig für Kunst und Kultur zu begeistern und dadurch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Durch die regelmäßige Begegnung und Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur soll kulturelle Bildung fest im Alltag der Kinder und Jugendlichen etabliert werden.

Das Programm hat eine Laufzeit von vier Jahren. Die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator stellen bis 2015 bis zu 10 Mio. Euro bereit. Auch die beteiligten Bundesländer unterstützen das Modellprogramm im Rahmen einer erheblichen Kofinanzierung. Sie sind eng in seine Umsetzung eingebunden und haben auch die teilnehmenden Schulen mit ausgewählt.

Die Arbeit der Agenten
Im Mittelpunkt des Programms steht die Arbeit von 46 Kulturagent/innen. Sie entwickeln an den Schulen ein umfassendes und fächerübergreifendes Angebot der kulturellen Bildung und bauen langfristige Kooperationen mit Kulturinstitutionen wie Museen, Konzerthäusern, Bibliotheken, Theatern und Kulturzentren vor Ort auf. Die Kulturagenten haben alle einen künstlerischen Hintergrund und Erfahrung in der Vermittlung kultureller Bildung an Schulen. An den Schulen stehen ihnen „Kulturbeauftragte“ zur Seite, die mit ihnen gemeinsam die entwickelten Angebote in die ganze Schule tragen und einen künstlerischen Schwerpunkt aufbauen oder ein künstlerisch-kulturelles Profil entwickeln. Für die Umsetzung der künstlerischen Projekte können die Schulen im Rahmen des Programms ein Kunstgeld beantragen.

Ein Blick in die Praxis
In allen fünf teilnehmenden Bundesländern sind acht bis zehn Kulturagent/innen aktiv, die jeweils ein Schulnetzwerk aus drei Schulen betreuen. Eine der Kulturagent/innen in Thüringen beispielsweise ist Dorothee Bucher. Sie ist Diplomlehrerin für Germanistik und Kunsterziehung. Im Rahmen des Projekts für das Schulnetzwerk Erfurt-Land zuständig, führt sie die Schülerinnen und Schüler der Regelschule Schloßvippach unter der Leitung einer professionellen Puppenbauerin in die Welt des Theaterpuppenbaus ein und inspirierte die Schule zu einer „Kreativwoche“, in der sich alle künstlerisch austoben konnten – daraus entstanden u.a. eine Baumbibliothek, ein Lesehocker, Theater- und Puppenspiele, Möbel und Pralinenschachteln.

In Berlin macht Michaela Schlagenwerth, eine von zehn Kulturagent/innen, die Lina-Morgenstern-Schule im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain mit dem Stelzentheater Grotest Maru bekannt, das in seinen Inszenierungen mit Pantomimen und Elementen aus Zirkus und Jahrmarkttheater arbeitet. Auf dem Schulhof der Carl-von-Ossietzky-Gemeinschaftsschule entsteht durch ihre Anleitung ein von der Künstlerin Christine Blümer gemeinsam mit 30 Schüler/innen entwickelter Skulpturengarten aus verschieden geformten, organischen Objekten. Und der Hector-Peterson-Schule hilft sie, ein eigenes Schülerradio aufzubauen. Die Schüler/innen erlernen das Handwerkszeug von der Skripterstellung und Aufnahme bis hin zur Schnitt und Tonmischung und bereiten das Hörspiel „So leben wir in Berlin“ als künstlerisches Auftakt-Projekt vor.

An der Anne-Frank-Gesamtschule in Dortmund wurde mit dem sogenannten Kunstgeld die Finanzierung eines neuen Tanzprojekts mit dem Tänzer Justo Moret Ruiz bis Ende des Schuljahres gesichert. Agentin Barbara Müller hat viel dazu beigetragen, dass dort jetzt wieder regelmäßig getanzt wird. In einem anderen Projekt an der Europaschule in Dortmund führt sie in das Wesen der Improvisation ein. In „Musik für den Moment aus dem Moment - die Kunst des Improvisierens” lernen die Schülerinnen und Schüler mit Jazzmusikern musikalische Improvisation kennen und probieren sie selber aus.

Entstehung eines bundesweiten Netzwerkes
Die am Programm beteiligten Schulen und Kulturagenten/innen werden während der gesamten Programmlaufzeit zu allen inhaltlichen und organisatorischen Fragen sowohl durch die Forum K&B GmbH als auch durch die Länderbüros in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Thüringen begleitet. Zusätzlich werden sie regelmäßig in regionalen und auch überregionalen Fortbildungsmaßnahmen in einer programmeigenen Akademie qualifiziert und weitergebildet. So können sie vor Ort noch besser und gezielter unterstützen und den intensiven Austausch über Kunst im Kontext von Bildung und Schule anregen. Die Fortbildungsmaßnahmen fördern darüber hinaus auch einen länderübergreifenden Fachaustausch und die Entstehung eines bundesweiten Netzwerkes.

 

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 14.06.2012
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