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20. 10. 2011

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Durchblick mit dem Thüringer Schulportal

Seit 2008 verzeichnet die Website eine explodierende Nachfrage

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Seit 2008 steht das Thüringer Schulportal im Netz. Seitdem sind die Zugriffszahlen rasant gestiegen. Bei dem Gemeinschaftsprojekt des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) und des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) sind besonders die Schulporträts nachgefragt.

Diese Zahlen können sich sehen lassen: Seit seinem Start am 2. April 2008 nach einer halbjährigen Testphase hat das Thüringer Schulportal (TSP) bis heute einen Anstieg der Benutzerzahlen um 339 Prozent im Vergleich zum ersten Jahr verzeichnen können. Dabei lag die Steigerung der Benutzerzahlen vom ersten zum zweiten Jahr bei 92 Prozent, vom zweiten zum dritten bei 45 Prozent und vom dritten zum vierten bei 57 Prozent. Die Besucherinnen und Besucher der umfangreichen Seiten wählen in etwa gleichem Maße die Rubriken Artikel, Schulporträt, Mediothek und das Veranstaltungsmanagement mit Katalog an, wobei das Schulporträt mit Informationen zu allen staatlichen Schulen des Freistaates am häufigsten abgerufen wird.

„Die angebotenen Inhalte sind sehr vielfältig und reichen vom kleinen Software-Modul zum Erstellen von Wochenplänen über eine Schulbuchbörse für Thüringer Schulen bis zu artikelgebundenen Veröffentlichungen, zum Beispiel zu außerschulischen Lernorten in Thüringen“, beschreibt Bernd Kittlaus, Projektleiter des Thüringer Schulportals und des Thüringer Informationssystems, die gut nachgefragten Beiträge. „Des Weiteren rufen die Leserinnen und Leser Seiten in der Mediothek mit Angeboten für den Unterrichtseinsatz auf, beispielsweise das Lernobjekt zum Schall.“ Das Portlet „Beliebteste Medien“ auf der entsprechenden Startseite der Mediothek-Applikation zeigt den Nutzerinnen und Nutzern dabei, welche Medien am häufigsten nachgefragt sind.

Das Thüringer Schulportal
Das Thüringer Schulportal ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) und des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm). Betreut werden das Portal und die zu Grunde liegende Verwaltungssoftware TIS (Informations-, Steuerungs- und Verwaltungssystem für Fort- und Weiterbildungen am Thillm) durch Mitarbeiter des Thillm. Neben Projektleiter Kittlaus sind André Kröckel, Christian Jung und Jörg Becker für die Mediothek zuständig, während Ulrich Eberhardt-König TIS betreut. Technisch wird das Thüringer Schulportal mit allen Modulen ebenfalls vom Thillm gehostet, auch Layout und Gestaltung im Rahmen der Corporate Identity des Thüringer Schulportals übernehmen ausschließlich Mitarbeiter im Thillm. Die inhaltliche Fortentwicklung der veröffentlichten Informationen ist von den jeweiligen Autoren abhängig und wird über eine Steuergruppe zwischen Ministerium und Thillm abgestimmt; die Ansprechpartner des Portals übernehmen dabei eine beratende Funktion.

2.000 Lernobjekte in der Mediothek
„Wir veröffentlichen Informationen und Materialien des Bildungsministeriums und des Thillm sowie der Kooperations- und Medienpartner beider Einrichtungen“, berichtet Bernd Kittlaus. „Darüber hinaus pflegen wir Veranstaltungshinweise und Wettbewerbsangebote ein, wenn in der Zielgruppe Thüringer Pädagogen angesprochen werden oder die Angebote als Lehrerfortbildung in Thüringen akkreditiert sind.“ Nutzerinnen und Nutzer können sich über bildungsrelevante Themen, Veranstaltungsangebote und Wettbewerbe im Bereich „Portal“ informieren. Das Angebot wird stetig erweitert und aktualisiert.

„Die erste zentrale Applikation auf dem Portal war das Schulporträt, in dem alle staatlichen Schulen die Daten in ihrem eigenen Porträt über die Web-Oberfläche selbst einpflegen können“, erinnert sich Kittlaus. Im Herbst 2008 sei dann mit der Mediothek die zweite große Applikation dazugekommen. Hier startete man mit etwa 60 Lernobjekten – heute sind es mehr als 2.000.

Im Mittelpunkt der Anwendung „Schulporträt“ steht die öffentliche Präsentation aller staatlichen Schulen in Thüringen, um die inhaltliche Arbeit aller Schulen nach einheitlichen Kriterien betrachten und vergleichen zu können. Durch eine vielfältige thematische Struktur innerhalb der Schulporträts können die Schulen ihren Ist-Stand zu einem bestimmten Zeitpunkt im Schulentwicklungsprozess transparent dokumentieren und stetig fortschreiben, um Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Schulämtern und Schulträgern, Interessierten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die konkreten schulischen Prozesse der Qualitätsentwicklung aufzuzeigen. Gleichzeitig wird der Blick auf andere schulische Einrichtungen möglich. So können Partnerschaften initiiert und eine schulübergreifende Zusammenarbeit angeregt werden.

Eigenverantwortung der Schule stärken helfen
„Diese neue Form der öffentlichen Berichterstattung stärkt das Ansehen der Schule im regionalen Bedingungsgefüge und hilft, die Anerkennung solider schulischer Arbeit bei allen an Bildung und Erziehung Interessierten zu verbessern. Klare pädagogische Zielvorstellungen, ein schulspezifisches Profil sowie die inhaltliche Ausgestaltung der schulischen Angebote stehen im Zentrum der Entwicklung zu mehr Eigenverantwortung in der Schule. Mit dem Schulporträt haben die Schulen ein einfach zu bedienendes Instrument in der Hand, um ihre Entwicklungsstände zu dokumentieren, zu aktualisieren und zu ergänzen“, erklärt der Projektleiter.

Das Modul „Schulporträt“ liefert dem Online-Nutzer darüber hinaus vielfältige Recherchemöglichkeiten, Angaben zu den Stammdaten von Schulen sowie Daten zum Personal, zu den Gebäuden, zu Ausstattungen, zu den Mitwirkungsgremien, zu den Schülerzahlen, zur Schulentwicklung, zu Schultraditionen und Partnern der Einrichtung. Die Darstellung im Schulporträt wird im Hintergrund durch das Thüringer Schulportal unterstützt. Dort erfolgt die zentrale Datenhaltung der Adress- und Kommunikationsdaten der Dienststellen. Somit können Änderungen im Schulporträt wie beispielsweise die Aktualisierung der E-Mail-Adresse, der Telefon- und Faxverbindungen der Dienststelle und Ähnliches aktuell aufgenommen, bereitgestellt und direkt per Schnittstelle weitergegeben werden.

Die Mediothek präsentiert Lernobjekte
Im Herbst 2008 kam das Modul „Mediothek“ hinzu. Dabei können nicht angemeldete Portalbenutzer aus lizenzrechtlichen Gründen nur auf öffentliche Medien zugreifen, allen autorisierten Besuchern stehen sämtliche Lernobjekte zur Verfügung. Autorisierte Nutzer sind alle an Thüringer Schulen tätigen Lehrerinnen und Lehrer. Eine Anmeldung im Portal erfolgt mittels persönlicher Zugangsdaten. In der Mediothek werden Lernobjekte für alle Schularten und zu den unterschiedlichsten Themen präsentiert, die aus beliebig vielen Dateien zusammengesetzt sind. Dabei können Videos oder Audiodateien genauso enthalten sein wie beispielsweise Präsentationen, weiterführende Links, Arbeitsblätter und deren Lösungen. Videodateien können darüber hinaus über eine Vorschau direkt angesehen werden, um vor dem Prozess des Herunterladens entscheiden zu können, welche Sequenzen für den konkreten Unterrichtseinsatz relevant sind.

Planung und Organisation der eigenen Fortbildungen
Die Inhalte der Mediothek als zentrales Angebot in Thüringen ergänzen die regionalen Medienangebote der kommunalen Medienzentren und unterstützen die Entwicklung der Medienkompetenz sowie die Qualitätsentwicklung des Unterrichts. Den Nutzerinnen und Nutzern der Mediothek stehen hier vielfältige Recherchemöglichkeiten nach Titeln, Sachgebieten, Adressaten sowie eine Freitextsuche zur Verfügung. Die moderne Präsentation der Medien ergänzt eine Auflistung aktuell bereitgestellter und beliebter Lernobjekte. Für Informationen rund um die Handhabung der Mediothek stehen dem Nutzer Hinweise in einer Online-Hilfe zur Verfügung. Einen wesentlichen Bestandteil der Mediothek im Thüringer Schulportal bilden Lernobjekte, die im Rahmen des Projektes „Lexi-TV macht Schule“ produziert werden, einer Produktion des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), die sich mit Themen aus den Bereichen Gesellschaft, Kunst und Kultur, Naturphänomene, Wirtschaft und Technik beschäftigt.

Unter dem Dach der Mediothek finden Interessierte – über Porträtdarstellungen analog zu den Schulporträts – auch Angaben zu allen kommunalen Medienzentren in Thüringen. Neben den Adress- und Kommunikationsdaten der Dienststellen sind Aufgaben- und Angebotsbeschreibungen sowie Öffnungszeiten verfügbar. Die veröffentlichten Daten können von den kommunalen Medienzentren selbst gepflegt werden.

Drittens gibt der Veranstaltungskatalog auf dem Thüringer Schulportal den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Erzieherinnen und Erziehern die Möglichkeit, sich umfassend und interessenbezogen über Fort- und Weiterbildungsangebote zu informieren und sich auch online anzumelden. Das System ermöglicht eine einfache benutzerfreundliche Bedienung mit zahlreichen Funktionen zur Unterstützung der Planung und Organisation der eigenen Fort- und Weiterbildungen im Sinne eines persönlichen Portfolios.

Engagement in den Social Media
Das Thüringer Schulportal unterstützt darüber hinaus auch die Anbieter von Fort- und Weiterbildungen mit dem Modul „Fortbildungsmanagement“ während des gesamten Prozesses der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung ihrer Veranstaltungen. Das System gibt dem Anbieter eine Übersicht über die Veranstaltungen und steuert die Arbeitsabläufe. Der Fortbildungsanbieter wird dabei über Eingabemasken schrittweise durch den Gesamtprozess geführt: Er definiert die Ziele und Inhalte der Angebote, legt die Angebotsart wie zum Beispiel Informationsveranstaltung, Fallberatung, Unterrichtshospitationen oder Exkursion fest. Es folgen die Planung des zeitlichen Umfangs des Angebots, die Einladung eines Referenten oder Moderators, die Buchung notwendiger Räume und Materialien und die Kostenplanung. Zum Schluss können die Bereitstellung von Begleitmaterialien für definierte Benutzergruppen, das Anmeldungs- und Einladungsmanagement sowie die Erstellung von Bescheinigungen und Zertifikaten bis zum Abrechnungs- und Auswertungsverfahren eingegeben werden.

Im Bereich Social Media bietet das Portal seit geraumer Zeit eigene RSS-Feeds an, die aktuelle Änderungen in den Schulporträts aufführen und die zuletzt eingestellten Lernobjekte der Mediothek auflisten. Seit Januar 2010 werden ausgewählte Nachrichten auch über twitter generiert: Der twitter-Account des Thüringer Schulportals hat zur Zeit 440 Follower; die Nachrichten werden über 50 Listen verteilt. Im Februar 2011 begann die facebook-Testphase. Die facebook-Seite ist aktuell mit über 90 Personen und Seiten verknüpft, was zu circa 54.000 Beitragsaufrufen seit Testbeginn führte.

Was wird die nähere Zukunft an Weiterentwicklungen und Veränderungen bringen? „Das Schulporträt wird demnächst für alle schulischen Dienststellen Erweiterungen erhalten“, berichtet Bernd Kittlaus. „Mit dem Modul für Kommunikation wird ein Verteilungssystem für Informationen an Dienststellen integriert sowie die Möglichkeit eingeräumt, dass Teilmengen der von Schulen eingepflegten Daten im Schulporträt von den berechtigten staatlichen Schulämtern abgerufen werden können. Damit wird das Schulportal dem Grundprinzip zur Vermeidung von Mehrfachdatenerhebungen weiter gerecht.“

 

 

Autor(in): Ralf Augsburg
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Datum: 20.10.2011
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