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29. 09. 2011

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Vorreiter einer Bewegung für mehr Bildung“

Wettbewerb prämiert „Ideen für die Bildungsrepublik“

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Der Wettbewerb „Ideen für die Bildungsrepublik“ wurde in diesem Jahr erstmalig von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgerufen. Von August 2011 bis Ende Juli 2012 würdigt er Projekte und Initiativen, die unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Bildungschancen“ nachhaltig zu mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche beitragen.


Das Mitmachmuseum Inspirata in Leipzig bietet viele spannende Herausforderungen. Man kann sich in einer Seifenblase verstecken, die Erdrotation nachweisen, um eine Brücke zu bauen, oder geometrische Formen zu Ornamenten zusammenstecken. In über 60 Exponaten erlernen Kinder und Jugendliche spielend den Zugang zu technischen und naturwissenschaftlichen Themen. Fachexperten und Studierende haben gemeinsam Unterrichtskonzepte erarbeitet, mit denen man dieses erworbene Wissen problemlos an den schulischen Lehrplan anknüpfen kann.

„Ideen für die Bildungsrepublik“
Das Projekt wird heute, am 29. September 2011, als eine von 52 hervorragenden Bildungsideen im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Ideen für die Bildungsrepublik“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb würdigt von August 2011 bis Ende Juli 2012 Projekte und Initiativen, die unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Bildungschancen“ nachhaltig zu mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche beitragen. Eine zwölfköpfige hochkarätig besetzte Jury – darunter PD Dr. Fabienne Becker-Stoll, Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München, Dr. Donata Elschenbroich, Kindheitsforscherin, Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis, Entwicklungspsychologe und Anthropologe (Juryvorsitzender), Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Prof. Dr. Erich Thies, Generalsekretär der Ständigen Konferenz der Kultusminister (KMK) – hat aus über 1.300 Bewerbungen 52 interessante Projekte ausgewählt. „Diese sollen als Vorreiter einer Bewegung für mehr Bildung in Deutschland sichtbar gemacht werden und Andere zum Nachmachen anregen“, so der Plan der Initiatoren. Jede Woche wird eine Bildungsidee im Rahmen einer individuellen Preisverleihung geehrt.

„Deutschland – Land der Ideen“
Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr erstmalig von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgerufen. „Land der Ideen“ ist eine gemeinsame Initiative der Wirtschaft und der Bundesregierung, mit der Schauplätze in Deutschland hervorgehoben werden sollen, an denen Innovation, Erfindergeist und Einfallsreichtum herrschen. Die Initiative ist unter anderem zuständig für Projekte wie „365 Orte“, die für Ideenreichtum, Leidenschaft und Umsetzungsstärke der Menschen im Land stehen und die Innovationskraft Deutschlands erlebbar machen, oder das „Innovationskraftwerk“, das als erste Open-Innovation-Plattform neben Innovations- und Problemlösungsprozessen in der Wirtschaft auch wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Fragestellungen behandelt.

Schirmherrin des Wettbewerbs „Ideen für die Bildungsrepublik“ ist Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan. Gefördert wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Kooperationspartner ist die Vodafone Stiftung Deutschland. Der Wettbewerb ist außerdem Teil der am 22. Februar 2011 von Bundesbildungsministerin Schavan ins Leben gerufenen „Allianz für Bildung“, die staatliche, private und zivilgesellschaftliche Kräfte in Deutschland zusammenführen will, um Kinder und Jugendliche in allen Phasen ihrer Bildungsbiographie zu unterstützen.

Hintergrund des Wettbewerbs
Bildung für alle zu ermöglichen ist nicht allein Aufgabe des Staates und der Bildungseinrichtungen. Dazu brauche es eine breite gesellschaftliche Bewegung, betont die Bildungsministerin. Im Rahmen des Wettbewerbs geht es darum, Menschen und Initiativen aufzuzeigen, die sich gemeinsam für die Erziehung, Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Denn „wo sich Eltern, Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter zusammenschließen, da entstehen Bildungsideen. Wo Schule, Kirchen, Verwaltung und die lokale Wirtschaft zusammenarbeiten, da erhalten Kinder bessere Bildungschancen“, ist die Schirmherrin des Wettbewerbs, Prof. Dr. Schavan, überzeugt.

Damit ein Projekt bei dem Wettbewerb als „Bildungsidee“ ausgezeichnet werden kann, muss es mehrere Kriterien erfüllen. Es muss auf Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen ausgerichtet sein, und es sollte verschiedene Akteure aus der Kinder- und Jugendarbeit, soziale Träger, Vereine, Initiativen und Institutionen, Schulen und Hochschulen miteinander vernetzen. Außerdem sollte es Vorbildcharakter haben, als „Bildungsidee“ Diskussionen über neue Wege in der Bildungsrepublik anregen und zur Nachahmung und Nachhaltigkeit ermutigen.

Bereits prämierte Projekte
Seit August 2011 wurden Woche für Woche bereits tolle Bildungsideen aus ganz Deutschland prämiert. Zu den ersten gehört beispielsweise das Projekt „Gestärkt durch aktive Unterstützung“ aus Lindenfels in Hessen, in dem Kinder und Jugendliche über die Schule hinaus eine gezielte Integrations- und Sprachförderung in Sport und Gemeinschaft erleben. Seit 2008 versucht der Verein Active Learning e. V., jungen Menschen mit einem schwierigen familiären Hintergrund bei der Entwicklung beizustehen und Orientierungshilfe im Leben zu geben. Mit einem besonderen Programm unterstützt er die Kinder und Jugendlichen bei ihren Lernprozessen und arbeitet mit ihnen auf den persönlichen Erfolg hin.

In Pirmasens wurde auf Initiative des Oberbürgermeisters Dr. Bernhard Matheis aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit im Jahr 2008 der „Pakt für Pirmasens“ ausgerufen. Alle bedeutenden städtischen Initiativen aus der Politik, den Schulen, der Fachhochschule, dem Jugendstadtrat, dem Beirat für Migration und Integration, den Kirchen, den Vereinen und den Serviceclubs haben sich dem Bündnis angeschlossen und entwickeln gemeinsam Ideen und Perspektiven zur Verbesserung der lokalen Bildungslandschaft. Mit bisher 18 ehrenamtlichen Initiativen – etwa werdende Mütter, die sich um minderjährige Schwangere kümmern, oder ausländische Studierende, die Schülerinnen und Schülern Nachhilfeunterricht erteilen - konnten bereits mehr als 1.200 Kinder und Jugendliche erreicht werden.

Es werden noch viele Bildungsideen prämiert
Bis Ende Juli 2012 werden noch viele weitere schöne Projekte ausgezeichnet. Im November 2011 ehrt die Jury beispielsweise das Projekt „Senior-Partner stärken den Rücken“ aus Oberursel, bei dem geschulte „Senior-Partner“ Haupt-, Real- und Gesamtschüler zwei Jahre lang ehrenamtlich unterstützen und auf den Einstieg in die Arbeitswelt vorbereiten.

In dem Projekt „Fußball mit Köpfchen“ in Stuttgart gibt es speziell auf Jungen zugeschnittene und regional umgesetzte Angebote, mit denen sie für das Lesen begeistert werden. So etwa Workshops zum Tagebuchschreiben und gemeinsame Lesenachmittage im Anschluss an das Fußballspiel, Ausflüge in Büchereien oder Buchwochenbesuche.

Und das Mehrgenerationenhaus Rückersdorf hat den „Kinderhörsaal auf dem Lande“ ins Leben gerufen. Mit der Unterstützung von Professoren der TU Dresden und der lokalen Grundschule konnten bisher rund 100 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren an fünf Seminaren zu technischen und naturwissenschaftlichen sowie literarischen Themen teilnehmen und nach vier besuchten Vorlesungen ihr erstes „Diplom“ erwerben.

Alles ganz hervorragende Ideen, die auch in anderen Städten und Kommunen funktionieren und die Bildungschancen gerade von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen erheblich steigern könnten.

 

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 29.09.2011
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