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27. 01. 2011

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Den eigenen Unterricht weiterentwickeln

Das Programm SINUS an Grundschulen ist gut angelaufen

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Das Programm SINUS an Grundschulen ist im Jahr 2009 in elf Bundesländern gestartet und führt das Programm SINUS-Transfer Grundschule weiter. An ungefähr 600 Schulen entwickeln Lehrkräfte anhand von zehn vorgegebenen Modulen, in denen typische Problembereiche des Unterrichts beschrieben sind, ihren eigenen Unterricht in Mathematik und den Naturwissenschaften weiter. Teamarbeit wird dabei groß geschrieben.


Im Modellprogramm SINUS an Grundschulen (SGS) entwickeln Grundschullehrkräfte von 2009 bis 2013 ihren mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht weiter. Im Vordergrund der Arbeit steht, die Kompetenzen aller Schülerinnen und Schüler in Mathematik und in den Naturwissenschaften zu steigern. Mit Hilfe des Programms soll der Unterricht dabei mehr an den Stärken und Schwächen der Kinder ausgerichtet werden. Elf Bundesländer nehmen an dem Programm SINUS an Grundschulen teil, vier weitere Länder beobachten die SINUS-Arbeit als assoziierte Mitglieder. Das heißt, sie beobachten, wie das Programm in anderen Bundesländern umgesetzt wird, können aber bereits an allen angebotenen begleitenden Veranstaltungen teilnehmen.

Koordiniert wird das Programm vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel. Dieses organisiert jährlich bundesweit zwei zentrale Fortbildungsveranstaltungen, an denen Vertreterinnen und Vertreter aus den Ländern zusammenkommen und an Workshops zu den Schwerpunkten der Programmarbeit teilnehmen. Die wissenschaftliche Begleitung von SINUS an Grundschulen wird ebenfalls vom IPN übernommen.

Zehn Module benennen Problemfelder des Unterrichts
Das Programm SINUS an Grundschulen baut auf dem Vorläuferprogramm SINUS-Transfer Grundschule auf, das in den Jahren 2004 bis 2009 mit 400 Schulen und etwa 1.500 Lehrkräften in 14 Bundesländern erfolgreich durchgeführt wurde. Wie schon bei SINUS-Transfer Grundschule erarbeiten die Lehrkräfte anhand von zehn vorgegebenen Modulen, in denen typische Problembereiche des Unterrichts beschrieben sind, ihren eigenen Unterricht weiter. Die SINUS-Module grenzen die Probleme ein, damit Lehrkräfte die Herausforderungen ihres Unterrichts genauer benennen und gemeinsam mit ihren Kollegen Lösungen finden können. Die Module sind wie schon bei dem Programm SINUS-Transfer Grundschule: G1 Gute Aufgaben; G2 Entdecken, Erforschen, Erklären; G3 Schülervorstellungen aufgreifen, grundlegende Ideen entwickeln; G4 Lernschwierigkeiten erkennen; G5 Talente entdecken und unterstützen; G6 Fachübergreifend und fächerverbindend unterrichten; G7 Interessen (von Mädchen und Jungen) aufgreifen und entwickeln; G8 Eigenständig lernen – gemeinsam lernen; G9 Lernen begleiten – Lernerfolg beurteilen und G10 Übergänge gestalten. Zu jedem Modul gibt es fachdidaktische Hintergrundinformationen und Anregungen für die gezielte Weiterentwicklung des eigenen Unterrichts. Außerdem werden Handreichungen zu Einzelthemen und weitere Materialien angeboten.

Die Module G1 bis G3 sind Basismodule. Jedes Schulteam arbeitet an mindestens einem Basismodul. Aus den Modulen G4 bis G10 wählen die Teams zur Ergänzung Module aus, die sich in Kombination mit dem Basismodul zur intensiven Bearbeitung von SINUS-Schwerpunkten anbieten. So lassen sich die Module G1 bis G4 unter den Themen Diagnostik und Förderung von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten zusammenfassen. Zu den Themen Differenzierung und Lernschwierigkeiten kann man die Module G5 und G8 kombinieren.

Unterteilung in Arbeitsschwerpunkte
Anders als beim Vorgängerprogramm werden bei SINUS an Grundschulen die Module unter bestimmten thematischen Gesichtspunkten zusammengefasst und in fünf Arbeitsschwerpunkte untergliedert:

  • Daten aus Unterrichtsevaluationen auswerten und für die Unterrichtsentwicklung nutzen
  • Bildungsstandards umsetzen (in Mathematik)
  • Wege zu den Naturwissenschaften eröffnen (im Sachunterricht)
  • Kinder mit besonderen Schwierigkeiten oder besonderen Begabungen unterstützen
  • Übergänge gestalten (vom Kindergarten in die Grundschule sowie jahrgangsübergreifendes Arbeiten in den Klassen 1 und 2 und der Übergang in die weiterführende Schule)


Umfrage bestätigt guten Programmstart
Eine erste Akzeptanzbefragung aus dem Jahr 2010 zeigt, dass das Programm schon nach kurzer Zeit überwiegend positiv eingeschätzt und als hilfreich für die eigene Arbeit angesehen wird. Die Lehrkräfte bemerken, dass sie schon jetzt systematischer und strukturierter über ihren Unterricht nachdenken und erste Veränderungen wahrnehmen. Sie trauen sich zusehends an neue Inhalte heran und versuchen alte Inhalte neu aufzubereiten.

Am häufigsten werden die Module „Gute Aufgaben“ und „Entdecken, Erforschen, Erklären“ bearbeitet. Auch die Schwerpunkte „Umsetzung der Bildungsstandards Mathematik“ und „Wege zu den Naturwissenschaften über den Sachunterricht öffnen“ werden bevorzugt behandelt. Mehr als 80 Prozent der befragten Mathematik-Lehrpersonen geben an, sich bei ihrer Unterrichtsplanung an den Bildungsstandards zu orientieren. Auch für die Auswahl von Unterrichtszielen, Inhalten und Methoden sowie bei der Leistungsbeurteilung werden die Bildungsstandards als Orientierung hinzugezogen. „Immer konkreter fragen wir nach den Zielen in unserem Unterricht und versuchen, die Bildungsstandards umzusetzen“, kommentieren Lehrkräfte ihre Auswahl.

Wichtig: Die Zusammenarbeit der Lehrkräfte
Die vom Programmträger angebotenen Fortbildungen werden ebenfalls sehr gut angenommen. Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist die Zusammenarbeit der Lehrkräfte. Da sich Veränderungen des Unterrichts gemeinsam besser planen, umsetzen und beurteilen lassen, werden die Schulleitungen vom Programmträger dazu angeregt, Rahmenbedingungen für die SINUS-Arbeit an den Schulen zu schaffen und SINUS auch bei der Bildung eines Schulprofils zu nutzen. Die circa 5.000 Lehrerinnen und Lehrern, die an etwa 600 Grundschulen an dem Programm beteiligt sind, bilden an ihrer Schule Teams. Mehrere Schulen einer Region schließen sich zu so genannten Schul-Sets zusammen, die sich unter Betreuung von Setkoordinatoren regelmäßig zum Austausch treffen. Auch die Schul-Sets eines Bundeslandes kommen ein bis zwei Mal im Jahr zusammen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Eine Vielzahl an Lehrkräften gibt in der Akzeptanzbefragung an, dass regelmäßige Treffen im Set ihre Arbeit bereichern und der Arbeit innerhalb der Schule immer wieder neue Impulse geben. „SINUS ist ein tolles Projekt, um sich mit Kollegen innerhalb des Kreises auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Man bekommt viele Anregungen und neue Ideen für die Praxis. Des Weiteren bietet es gute Möglichkeiten, sich selbst fachlich fortzubilden“, so eine Lehrerin.

Um immer mehr Lehrerinnen und Lehrer in das Programm einzubinden und in der Hoffnung, dass sich das Programm verselbstständigt und auch auf andere Fächer ausstrahlt, wird die Anzahl der teilnehmenden Schulen im Herbst 2009 und im Herbst 2011 erweitert.



Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 27.01.2011
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