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04. 02. 2010

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Bildung für alle ermöglichen

Neuer UNESCO-Bildungsbericht fordert reiche Länder auf, mehr Geld in weltweite Bildung zu investieren

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Logo der UNESCO

Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2010 „Ausgeschlossene einbinden“ zeigt, dass immer noch 72 Millionen Kinder weltweit keine Schule besuchen. Dem Bericht zufolge fehlen jährlich 16 Milliarden US-Dollar, um das Ziel des weltweiten Aktionsprogramms „Bildung für alle“ im Jahr 2015 zu erreichen. Die reichen Länder werden in dem Bericht dazu aufgefordert, ihre Ausgaben für Bildung deutlich zu erhöhen. Hier finden Sie eine Zusammenstellung von Dokumenten, Stellungnahmen und Pressebeiträgen.

Auf dem Weltbildungsforum 2000 in Dakar haben sich 164 Länder dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2015 sechs Bildungsziele zu erreichen: den Ausbau der frühkindlichen Förderung und Erziehung, eine Grundschulbildung für alle Kinder weltweit, die Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen, die Halbierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen, die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie die Verbesserung der Bildungsqualität insgesamt. In diesem weltweiten Aktionsprogramm „Bildung für alle“, das von der UNESCO koordiniert wird, arbeiten Regierungen, UN-Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und die Zivilgesellschaft zusammen. Ein internationales Expertenteam erstellt im Auftrag der UNESCO den jährlich erscheinenden UNESCO-Weltbildungsbericht, der die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele des Programms dokumentiert. 

Neuer Bildungsbericht erschienen
Der aktuelle UNESCO-Weltbildungsbericht „Ausgeschlossene einbinden“ zeigt, dass etwa 72 Millionen Kinder im Grundschulalter und 71 Millionen Jugendliche noch immer keine Schule besuchen. Armut ist dafür einer der häufigsten Gründe: Die Kosten für die Schulbildung stehen in den betroffenen Ländern meist in Konkurrenz mit den Ausgaben für die Gesundheits- und Nahrungsversorgung. Vor allem die Mädchen sind oft ohne jede Schulbildung. In Afghanistan oder im Jemen beispielsweise werden sie bedeutend seltener eingeschult als Jungen. Auch die Anzahl der erwachsenen Analphabeten hat sich kaum verringert, momentan sind es 759 Millionen, davon sind zwei Drittel Frauen.
Die weltweite Finanzkrise und ihre Auswirkungen – sinkendes Wirtschaftswachstum, steigende Armut, enorme Sparzwänge – haben den Ausbau der Ziele des Aktionsprogramms „Bildung für alle“ zusätzlich behindert und die Fortschritte der letzten zehn Jahre gefährdet. „Während Industrieländer ihre wirtschaftliche Erholung voranbringen, drohen vielen Entwicklungsländern Rückschritte in der Entwicklung ihrer Bildungssysteme. Wir können es uns nicht leisten, eine ´verlorene Generation´ von Kindern ohne Zugang zur Bildung zu schaffen, denen die Chance genommen wird, der Armut zu entkommen”, so UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova. 

Ohne eine Erhöhung der Finanzmittel geht es nicht
Die Prognose des Weltbildungsberichtes lautet: Auch im Jahr 2015 werden noch 56 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schulbildung erhalten, wenn nicht immens entgegengesteuert wird. Die Regierungen reicher Länder müssen ihre Ausgaben für die weltweite Bildung deutlich erhöhen, heißt es in dem Bericht. „Die Regierungen müssen der Förderung von Bildung höhere Priorität beimessen. Politischer Wille, ausreichende Finanzierung und effizienter Einsatz der Mittel sind notwendig, damit bis zum Jahr 2015 jedes Kind eine Schule besuchen kann“, erklärte der Präsident der Global Campaign for Education, Kaylash Satyarthi, anlässlich der Veröffentlichung des Weltbildungsberichts am 19. Januar 2010 in New York. In diesem Bericht wird geschätzt, dass einkommensschwache Länder zusätzliche sieben Milliarden US-Dollar pro Jahr oder 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die Bildung aufbringen können. Aber selbst dann bleibt ein Defizit von 16 Milliarden US-Dollar jährlich für 46 einkommensschwache Länder, um das Ziel „Bildung für alle“ zu erreichen. Der UN-Generalsekretär wird nun aufgefordert, eine hochrangige Geberkonferenz im Jahr 2010 einzuberufen, um diese Lücke zu schließen.
 

 

Dokumente
Monitoring Report 2010EFA Global

Deutsche UNESCO-Kommission
Ergebnisse des Weltbildungsberichts 2010

Weltbericht Bildung für alle 2010
Deutsche Kurzfassung. Ausgeschlossene einbinden


Stellungnahmen und Pressebeiträge
Entwicklungspolitik Online (epo), 19.01.2010
Bildungsziele durch Finanzkrise gefährdet

GEW, 19.01.2010
Neuer UNESCO Bildungsbericht kritisiert mangelndes Engagement reicher Länder zur Förderung von Bildung

GLOBAL CAMPAIGN FOR EDUCATION, Deutsche Sektion der Globalen Bildungskampagne, 20.01.2010
Neuer UNESCO Bildungsbericht kritisiert mangelndes Engagement reicher Länder zur Förderung von Bildung

FOCUS Online, 20.01.2010
Millionen Kinder ohne Chance auf Bildung

Spiegel Online, 19.01.2010
Weltweit 72 Millionen Kinder ohne Chance auf Bildung

derStandard.at, 20.01.2010
72 Millionen Kinder ohne Chance auf Bildung

taz, 19.01.2010
„Verlorene Generation“ von Kindern

 

Autor(in): Ursula Münch, Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 04.02.2010
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