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21. 01. 2010

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Integration durch Musik

Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung fördert musische Projekte

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Musik überschreitet Grenzen

Die Initiative „Integration durch Musik“ der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung unterstützt neue Projekte, die das Miteinander von Kindern und Jugendlichen verschiedener kultureller Herkunft auf musikalische Art und Weise fördern. Im Jahr 2009 wurden 15 unterschiedliche Projektideen in ganz Deutschland ausgewählt.


Die Ideeninitiative „Integration durch Musik“ der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung fördert zurzeit 15 Projekte, in denen Kinder und Jugendliche, darunter viele mit Migrationshintergrund, zum Ausdruck bringen, wie Völkerverständigung durch Musik gelingen kann: Berliner Jugendliche beispielsweise, die durch Streetworker betreut werden, proben Hip Hop und Arabeske-Stücke für ein gemeinsames Konzert, Kinder und Jugendliche, die die Wohlfahrtseinrichtungen Hallenser Tafeln und Suppenküchen besuchen, erarbeiten ihre eigene Version von Mozarts „Zauberflöte“, Kölner Förderschüler und Mitglieder des Rom e.V. entwickeln ein Stück mit Musik, Tanz und Videoinstallation zum Thema „Das Eigene im Fremden und das Fremde im Eigenen entdecken“ und auch Heidelberger Jugendliche beschäftigen sich mit Mozarts „Zauberflöte“ und studieren dazu eine Rockoper ein.

Integration durch Musik
Seit 2008 unterstützt die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung mit ihrer Initiative „Integration durch Musik“ die Entwicklung und Umsetzung neuer Projektideen, die das Miteinander von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Herkunft auf musikalische Art und Weise fördern. Nach dem Motto „Musik ist die gemeinsame Sprache aller Menschen“ möchte sie mit dem jährlich ausgeschriebenen Projektaufruf möglichst viele Einrichtungen und Akteure motivieren, musikalische Projekte ins Leben zu rufen, mit denen die Integration gefördert wird. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 151 Projektideen eingereicht. Davon unterstützt die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung 15 mit insgesamt 59.000 Euro.

Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung
Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung wurde im Dezember 2005 von Liz Mohn selbst gegründet. Sie verfolgt ausschließlich unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Liz Mohn repräsentiert gemeinsam mit ihrem Ehemann Reinhard Mohn, der im Oktober 2009 verstorben ist, die fünfte Generation der Eigentümerfamilien Bertelsmann/Mohn des Medienunternehmens Bertelsmann. Sie übt den Vorsitz in der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH aus und gehört dem Aufsichtsrat an. In der Bertelsmann Stiftung ist Liz Mohn stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes und des Kuratoriums.

Ihr Engagement für die Kulturförderung begann 1987 mit der Initiierung des Internationalen Gesangswettbewerbes NEUE STIMMEN, den sie später um Meisterkurse, Workshops und Audition-Trainings erweiterte. Ihr Anliegen war es von Anfang an, die Bedeutung von Kultur und Musik für die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen und für unsere Gesellschaft herauszustellen. Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung fördert Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur, insbesondere auf dem Gebiet der Musik sowie Projekte zu den Themen Bildung, Erziehung und Völkerverständigung. Ihre Schwerpunkte sind die Förderung des Gesangsnachwuchses für die Oper sowie die Musikerziehung. Außerdem tritt sie dafür ein, das Verständnis zwischen Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund zu verbessern.

Aufruf zur Teilnahme

Deutschlandweit sind jedes Jahr Institutionen, Vereine, Verbände, Stiftungen, individuelle Initiativen und Akteure etc. mit gemeinnütziger Zielsetzung eingeladen, musisch orientierte Projekte für eine erfolgreiche Integration von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen sollen dabei möglichst an allen Projektphasen beteiligt sein. Auch werden ausschließlich neue Projektideen gefördert. Bereits existierende Projekte oder solche, mit deren Durchführung bereits begonnen wurde, können sich an der Ausschreibung nicht beteiligen.

Gefördert werden 15 neue Projekte

Mit Erfolg haben sich 2009 je zwei Projekte in Hamburg („A.I.D.A. Activation!“ und „Du/Ich“), Berlin („Hip Hop und Arabeske – Orient meets Okzident“ und „Kiez Symphony“) und Köln („Heimat – reinvented“ und „Was glaubst du denn?“) beworben, außerdem Projekte in Gütersloh („Der kleine Igel…“), Heidelberg („Amadeus on the rocks“), Lörrach („Dreiländeroper“), Lüdenscheid („MIT – Musik, Integration, Theater“), Saarbrücken („Spiel ohne Grenzen“), Solingen („Trommeln – für eine gemeinsame Sache“), Konstanz („Trommeln als Chance“), Halle („Die Zauberflöte an der Zaubertafel“) und die Stadt Duisburg mit dem Projekt „Interfaces: Looking for paradise“ im Rahmen der RUHR.2010.

In allen Projekten üben Kinder und Jugendliche in einem vorgegebenen Zeitraum von drei Monaten ihre Stücke ein. In Kölner Förderschulen beispielsweise entwickeln Roma, Sinti, Türken, Marokkaner, Italiener, Griechen, Deutsche und Serben gemeinsam mit den Mitgliedern des Rom e.V. ein Stück mit Musik, Tanz und Videoinstallation zum Thema „Das Eigene im Fremden und das Fremde im Eigenen entdecken“. Alle teilnehmenden Jugendlichen kennen das Gefühl der Fremdheit und Heimatlosigkeit. In ihrem Projekt „Heimat – reinvented“ suchen sie jetzt auf verschiedenen künstlerischen Wegen ihren eigenen Zugang zu dem Thema.

Fünf Gruppen mit maximal 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden dabei von jeweils zwei Dozenten aus den Bereichen Musik, Tanz, Choreografie und Mediengestaltung angeleitet. Die Jugendlichen studieren an den Schulen über einen Zeitraum von 14 Wochen eine 60-minütige Aufführung ein, die in der Kölner Philharmonie im Rahmen der MusikTriennale Köln 2010 aufgeführt wird, die 2010 unter dem Titel „HeimatLos“ stattfindet. Gleichzeitig nimmt das Projekt Bezug auf ein Konzert in der Kölner Philharmonie mit dem Titel „Heimat Bach/Absolute Bach Re-invented“.

Musik überschreitet Grenzen

Das Projekt A.I.D.A. ACTIVATION! – eine Mischung aus klassischer Oper und moderner elektronischer Musik – hat sich die politische Bewusstseinsbildung von Hamburger Jugendlichen zum Ziel gesetzt. Das Opernloft – Junges Musiktheater Hamburg e.V. wurde bereits 2008 mit der Electr’Opera® „Romeo Reloaded“ von der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung gefördert. In dem neuen Projekt entwickeln 50 Jugendliche ein Musiktheaterstück, das sich kritisch mit der kulturellen Vielfalt unserer Welt und damit verbundenen Konfliktpotenzialen anhand des Themas Krieg auseinandersetzt. Als musikalische Vorlage dient Verdis Oper „Aida“.

In der Grundschule Konstanz-Wollmatingen will man Trommeln als Unterrichtsfach für die Erstklässler etablieren. Ein Trommelworkshop im Rahmen einer Projektwoche hatte sichtbare Auswirkungen auf das Körpergefühl der Kinder, ihren Gefühlsausdruck sowie auf das soziale Klima. Diese Erfahrungen sollen jetzt allen Kindern der ersten Klassen zugänglich gemacht werden.

Das internationale MusikTanzTheater-Projekt „Interfaces: Looking for paradise“ wiederum führt Jugendensembles aus Chile, Finnland, Weißrussland und Mühlheim an der Ruhr zusammen: Balletttänzer und Bajanspieler aus Zhodino in Weißrussland, Streetdancer und Sänger aus Kuusankoski in Finnland, ein Jugendorchester aus Chile; HipHop, Capoeira, türkischer Tanz, Chöre und Bigbands aus dem multikulturellen Ruhrgebiet. Für Juli 2010 ist ein großes Abschlusskonzert mit den Duisburger Philharmonikern bei der RUHR.2010 geplant.

Nächste Ausschreibungsrunde
Auch in diesem Jahr werden wieder neue Projekte gesucht, mit denen man sich bei der Initiative „Integration durch Musik“ bewerben kann. Schon im April 2010 startet die neue Runde und dann heißt es wieder „Wie kann Völkerverständigung durch Musik gelingen?“

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 21.01.2010
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