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17. 12. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Aktiv dem Fachkräftemangel begegnen

Stiftung zur Nachwuchsförderung gegründet

Anfang des Jahres 2009 hat der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) mit Sitz in Frankfurt am Main die VDW-Nachwuchsstiftung gegründet. Sie hat sich die Nachwuchsförderung und Nachwuchsgewinnung im Werkzeugmaschinenbau zum Ziel gesetzt. Die Online-Redaktion sprach mit der Projektleiterin, Dr. Marina Kowalewski, über die aktuellen und zukünftigen Vorhaben der Stiftung.

Online-Redaktion: Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) hat zu Beginn des Jahres 2009 die VDW-Nachwuchsstiftung gegründet. Wie kam es dazu?

Kowalewski: Die VDW-Nachwuchsstiftung entstand aus der Arbeit der Initiative „Nachwuchsförderung im Werkzeugmaschinenbau“, um die vielfältigen Projekte und Aktivitäten nachhaltig zu betreiben und zu forcieren. Erst durch die Gründung der Stiftung kann die Bildungsoffensive im Werkzeugmaschinenbau dauerhaft vorangetrieben werden.

Online-Redaktion: Welches sind die Ziele der Stiftung?

Kowalewski: Nachwuchsmangel bedroht den Erfolg in Schlüsselindustrien wie dem Werkzeugmaschinenbau. Unser Ziel ist es, durch eine deutliche Qualitätssteigerung in der Ausbildung die Zahl der Auszubildenden und Studierenden im Werkzeugmaschinenbau zu erhöhen. Die VDW-Nachwuchsstiftung engagiert sich, indem sie auf der einen Seite Kooperationen zwischen Wirtschaft und Schule organisiert und auf der anderen Seite praxisorientierte Fortbildungen für Lehrkräfte und Ausbilder/innen durchführt. Die Qualifizierungen dienen einerseits dazu, den neuesten Stand der Technik in die Ausbildung zu transferieren, als auch dazu, konkreten Wissenstransfer und Themenaustausch zwischen Ausbildern und Lehrkräften zu befördern.

Online-Redaktion: Warum ist die Nachwuchswerbung so wichtig?

Kowalewski: Intensive Nachwuchsförderung hat einen großen Einfluss auf die Wirtschaftsleistung und Innovationskraft der Unternehmen und trägt somit zur Sicherstellung des Produktionsstandorts Deutschland bei. Der Branchenverband hat seine Lehren gezogen aus der Krise Anfang der Neunzigerjahre, als junge Ingenieure und Ingenieurinnen sowie Facharbeiter/innen keine Stellen fanden. Dadurch wurden viele junge Menschen entmutigt, einen maschinenbaunahen Beruf zu ergreifen. Die Folge war ein gravierender Fachkräftemangel ab dem Jahr 2000, der bis heute nachwirkt und durch die demografische Entwicklung noch verstärkt wird. Aus diesem Grund übernimmt der VDW mit seiner Stiftung trotz der Wirtschaftskrise Verantwortung für die Auszubildenden und Ausbildungsabsolventen.

Online-Redaktion: An wen richten sich die Initiativen der Stiftung?

Kowalewski: Die aktuellen Projekte im Bereich Qualifizierung und Entwicklung und Erstellung von handlungsorientierten Schulungsunterlagen richten sich an Ausbilder/innen und Lehrer/innen im gewerblichen Bereich, insbesondere in der „rechnergestützten Fertigung“. Zu den Branchenmessen METAV, AMB und EMO Hannover laden wir regelmäßig Schülerinnen und Schüler ein, um mit Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen und ihnen die Gelegenheit zu geben, die innovative Technik im Werkzeugmaschinenbau hautnah zu erleben.

Online-Redaktion: Welche Projekte führt die Stiftung durch?

Kowalewski: Die VDW-Nachwuchsstiftung engagiert sich in der Fortbildung von Ausbilder/innen und Berufsschullehrer/innen und entwickelt parallel dazu handlungsorientierte Unterrichtsmaterialien. 76 berufliche Schulen aus den Pilotregionen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind an diesem Projekt beteiligt. 31 Fortbildungen wurden von der VDW-Nachwuchsstiftung im Jahr 2009 durchgeführt. Acht Schulungsunterlagen für die Lehrer- und Ausbilderqualifizierungen wurden bisher abgeschlossen. Aktuell starten wir in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt „Ausbilderqualifizierung“. In dem Projekt werden Ausbilder/innen verstärkt über das Thema „berufliche Ausbildung im Werkzeugmaschinenbau“ informiert, beraten und unterstützt sowie im Bereich rechnergestützte Fertigung qualifiziert.

Online-Redaktion: Welche Aktivitäten sind in Planung?

Kowalewski: Zur METAV 2010 vom 23.2. bis 27.2. laden wir ca. 4000 Schülerinnen und Schüler auf die Sonderschau Jugend ein. Hier können sie sich über die spannenden Ausbildungsberufe direkt bei den Unternehmen informieren. Vor Ort stehen Ausbilder und Auszubildende Rede und Antwort. Das praktische Arbeiten an einer Werkzeugmaschine kann ausprobiert und ein eigenes Werkstück mit nach Hause genommen werden.
2010 wollen wir die Qualifizierungen der Ausbilder und Lehrer auf weitere Bundesländer (u. a Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen) ausdehnen und eine Lernplattform für den Unterricht und die Ausbildung im Bereich rechnergestützte Fertigung entwickeln. Nicht zuletzt werden die handlungsorientierten Lehrunterlagen für den schulischen Unterricht fertig gestellt.

Online-Redaktion: Die Stiftung strebt eine Netzwerkbildung mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Institutionen an. Wie soll die Zusammenarbeit mit den Partnern in Zukunft aussehen?

Kowalewski: Obwohl wir erst seit Februar 2009 als Stiftung tätig sind, haben wir bereits ein dichtes und konstruktives Netzwerk aufbauen können. In unserem Stiftungsbeirat unterstützen uns Menschen aus Politik und Wirtschaft, wir arbeiten zusammen mit beruflichen Schulen, Forschungsinstituten und Unternehmen, die in der Ausbildungsverbesserung ein wichtiges Ziel sehen. Nachhaltige Nachwuchsförderung im Werkzeugmaschinenbau gelingt aber erst dann, wenn das gemeinsame Vorgehen von Unternehmen, Schulen, Verbänden und Politik bis zur Basis umgesetzt wird. Das ist ein wichtiges Leitbild bei all unseren Projekten.


Dr. Marina Kowalewski ist seit dem 1. Juli 2009 Projektleiterin bei der VDW-Nachwuchsstiftung. Zuvor war sie Regionalleiterin beim Zentrum für Weiterbildung gGmbH in Frankfurt am Main, wo sie den Bereich berufliche und betriebliche Weiterbildung verantwortet hat.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 17.12.2009
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