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05. 11. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Medienkompetenz wird zur Lebenskompetenz“

Videofilme, Unterrichtsbeispiele und mehr: Wie sich das Thema Medien (nicht nur) an Schulen behandeln lässt, steht auf den Seiten des Deutschen Bildungsservers.
Bildungsserver & Co., Teil 4

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JIM-Studie 2008 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest

„Ein Affenstall von Klasse! Die 5b ist viel zu laut“, schimpft die Lehrerin. Ihre Kollegin pflichtet bei: „Die Klasse muss echt mal mehr Erziehung kriegen.“ Doch nicht echte Pädagoginnen reden sich hier den Frust von der Seele. Es sind zwei Schülerinnen der sechsten Klasse, die in die Lehrerrolle schlüpfen. Sie improvisieren, spielen nach, was Lehrer so sagen – zumindest in der Wahrnehmung der Kinder.

Zu sehen ist das fiktive Lehrergespräch in einem Videofilm. Der entstand an einem Kölner Gymnasium im Rahmen des nordrhein-westfälischen Projektes dok you. „Bei dok you schreibt das Leben von Kindern das Drehbuch“, heißt es in der Projektbeschreibung. Professionelle Filmemacherinnen und -macher begleiten die Schüler und sorgen für die filmische Umsetzung. Wer zwischen 10 und 13 Jahre alt ist, kann sich mit seiner Klasse für den nächsten dok you-Durchgang bewerben, der im 2010 startet. Kooperationspartner sind der WDR und die Filmstiftung NRW.

„Medienkompetenz wird zunehmend zur Lebenskompetenz im 21.Jahrhundert.“ Das betonte Michaela Noll, Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, bereits im Jahr 2006. Auch der Deutsche Bildungsserver (DBS) bietet deshalb viele Informationen rund um das Thema Medien und Unterricht. Etwa Einzelheiten und Videofilme zum nordrhein-westfälischen dok you-Projekt. Wer diese Seiten aufrufen will, geht auf die Homepage des DBS und klickt „Medien und Bildung“ an. Es öffnet sich eine Liste mit vielen Kapitelüberschriften. Anschließend unter der Überschrift „Medienkompetenz“ das Stichwort “Medien gestalten und verbreiten“ aufrufen. Neben den dok you-Infos finden sich hier viele Ideen, wie sich Medien im Unterricht einsetzen lassen. „Aids geht alle an!“, betonte etwa die 9. Klasse einer Hauptschule. Die Schülerinnen und Schüler erstellten Plakate zum Thema Aids und interviewten Passanten in der Fußgängerzone. „Wer arbeitet an unserer Schule?“, fragten Zweitklässler. Sie sprachen mit Hausmeister, Schulsekretärin und Lehrkräften. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in einer Wandzeitung. Auch der „Ostschul-Rap“ steht hier. Ein witziger Sprechgesang, mit dem Mädchen und Jungen der 4. Klasse ihre Schule porträtieren. „Und dann in Mathe/ auf Biegen und Krachen/ will man Gelehrte aus uns machen...“.

Die DBS-Seiten drehen sich nicht nur um die Praxis. Im Kapitel „Länder-Portale zur schulischen Medienbildung“ geht es auch um Theorie. Beispiel: Professor Stefan Aufenanger vom Pädagogischen Institut der Universität Mainz. Der Hochschullehrer erklärt, was die Medienkompetenz von Grundschulkindern ausmacht. Er unterscheidet Handlungsdimension (Computer bedienen, Internetseiten aufrufen), kognitive Dimension (Symbole und Linkverbindungen verstehen), soziale Dimension (E-Mail schreiben und beantworten) sowie ethische Dimension (Datenschutz anwenden).

Vom Kapitel „Medienwissenschaften“ führt ein Link zu „Forschungsstellen“. „My News – Zur Glaubwürdigkeit von Nachrichten“. So hieß etwa die ganztägige Veranstaltung, die das Münchner Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (IFF) organisierte. Zielgruppe: Schulklassen der Jahrgänge 8 bis 10 und deren Lehrkräfte. Die Tagung vermittelte laut Programm, „nach welchen Kriterien Nachrichten in der Zeitung, in Fernsehen, Radio und Internet geprüft werden können.“ Das IFF bietet zudem eine Veranstaltung zum „Datenschutz im Web 2.0“ speziell für Schulklassen, die sich in Internet-Foren oder -Tauschbörsen bewegen.

Nur wenige Klicks entfernt stehen die Seiten der Kommission Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). Die informiert über eine viertägige Tagung in Magdeburg zu „Stand und Perspektiven der Computerspielforschung“. Wer die Hauptvorträge nachlesen will – ein Klick auf den entsprechenden Link der Uni Magdeburg genügt.

Auch Portale zu nichtkommerziellen Lokalradios sind via DBS schnell gefunden. Oder die Homepages der Landesbildstellen/Medienzentren. Der Deutsche Bildungsserver widmet sich ferner dem Thema „E-Learning“: Wie kann man Lehren und Lernen mittels Internet in der Lehrerfortbildung nutzen? Welche Angebote bestehen für die Erwachsenenbildung? Und wie lassen sich digitale Medien an den Hochschulen einsetzen?

Und wer als Laie über technische Begriffe stolpert – etwa „Accelerated Graphics Port“ oder „Zwischenfrequenz“? Kein Problem. Auf der DBS-Seite „Medien und Bildung“ befindet sich rechts der Link „Medienglossar“. Der führt zu den Seiten von Mediendaten Südwest. Auf deren Linkleiste verbirgt sich hinter „Glossar“ ein umfangreiches Wörterbuch zum Thema Medien und Computer. Mediendaten Südwest ist ein Kooperationsprojekt, an dem auch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg beteiligt ist.

Die DBS-Seiten „Medien und Bildung“ bieten auch einen Link zur aktuellen JIM-Studie. JIM steht für Jugend, Information, (Multi-)Media. Die Studie ermittelt jährlich Daten zum „Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland“. Zuständig ist der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in Stuttgart. Die aktuelle Untersuchung betont, wie groß die Bedeutung von Online-Communities inzwischen geworden ist. „45 Prozent der Jugendlichen waren schon einmal bei schülerVZ“, heißt es in JIM 2008. Es folgen, so die Studie, Angebote wie studiVZ, MySpace oder ICQ.

 

Autor(in): Matthias Holland-Letz
Kontakt zur Redaktion
Datum: 05.11.2009
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