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26. 06. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Schule – und dann?

Viele junge Erwachsene engagieren sich ehrenamtlich

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Immer mehr junge Freiwillige zieht es ins Ausland, Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Für Jugendliche, die sich nach der Schule nicht direkt für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden möchten, gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, ein Bildungs- und Orientierungsjahr zu absolvieren. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) sind soziale Freiwilligendienste für Jugendliche bis zum Alter von 27 Jahren, die mindestens sechs und höchstens 18 Monate, in Ausnahmefällen auch 24 Monate dauern. Die Jugendlichen bekommen während dieser Zeit die Möglichkeit, in sozial-karitative oder gemeinnützige Berufe hineinzuschnuppern, erste Berufserfahrungen zu sammeln und wichtige soziale und personale Kompetenzen zu erwerben. Davon abgesehen leisten sie mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft. Auch anerkannte Kriegsdienstverweigerer können anstelle des Zivildienstes einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst absolvieren.

Das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr
Für das FSJ gibt es zahlreiche, meist überregionale Träger, die mit vielfältigen Einsatzstellen arbeiten. Dazu gehören Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Altenheime und andere Einrichtungen mehr. Je nach Einsatzgebiet und Träger erhält man eine Aus- oder Fortbildung. Im Sportbereich ist dies üblicherweise eine volle Übungsleiterausbildung und beim Einsatz im Rettungsdienst die Ausbildung zum Rettungshelfer oder Rettungssanitäter.

Als Einsatzstellen beim FÖJ kommen gemeinnützige Einrichtungen in Frage, die in ihrer Arbeit ökologische Aspekte beachten. Dies sind Forstämter, landwirtschaftliche Betriebe, Umweltämter, Vogelschutzwarten, ausgewählte Jugendorganisationen oder Umweltschutzverbände. Die Jugendlichen werden in dieser Zeit von ihrem Träger individuell pädagogisch begleitet. Außerdem nehmen sie an verschiedenen Seminaren teil. Während ihres Einsatzes erhalten die Teilnehmer ein Taschengeld. Unterkunft und Verpflegung werden in der Regel gestellt. Außerdem sind sie gesetzlich sozialversichert und haben Anspruch auf Kindergeld und alle daran geknüpften staatlichen und tariflichen Folgeleistungen.

Erweiterung der Einsatzstellen
Mit der Erneuerung des FSJ-Gesetzes im Jahr 2002 kamen Einsatzstellen in den Bereichen Kultur, Sport und Denkmalpflege hinzu. Auch die Rahmenbedingungen im FSJ/FÖJ sind mit dem neuen Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG) im Juni 2008 weiter verbessert worden. So sind mehrere mindestens sechsmonatige Dienste in verschiedenen Einsatzfeldern jetzt ebenso möglich wie die Kombination von In- und Auslandsdiensten oder – bei Vereinbarung in besonderen Bedarfsfällen – auch die Ableistung des Dienstes in Drei-Monats-Blöcken. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert mit dem Bundesprogramm „Freiwilligendienste machen kompetent“ gezielt benachteiligte Jugendliche in Deutschland und stärkt damit ihre Ausbildungs- und Berufschancen.

Das Technikum - Praktisch dabei!
Für Jungen und Mädchen, die sich mehr für MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – interessieren, startet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Sommer 2009 erstmals das Freiwillige Technische Jahr. In dem so genannten Technikum erhalten die jungen Erwachsenen die Möglichkeit, erste Erfahrungen bei Wissenschaftsorganisationen wie der Fraunhofer- oder der Max-Planck-Gesellschaft oder in Unternehmen zu sammeln, die sich in Forschung und Entwicklung engagieren. So können sie testen, ob ein Beruf in diesem Bereich für sie in Frage kommt. Gerade für junge Frauen ist dies eine gute Gelegenheit herauszufinden, ob sie für einen technischen Beruf geeignet sind. Das Projekt ist Teil der breit angelegten Qualifizierungsinitiative, mit der die Bundesregierung gegen den Fachkräftemangel vorgehen will.

Möglichkeiten im Ausland
Wer nach der Schule lieber ins Ausland möchte, findet auch hier attraktive Möglichkeiten vor. Gesetzlich geregelt ist der „Andere Dienst im Ausland“ (ADiA). Er richtet sich ausschließlich an junge Männer und befreit vom Zivildienst. Nach § 14b des Zivildienstgesetzes dauert er zwei Monate länger als der Zivildienst und muss vor Vollendung des 23. Lebensjahres angetreten werden. Der ADiA wird allerdings nur dann als Zivildienstersatz anerkannt, wenn er über eine vom BMFSFJ anerkannte Trägerorganisation abgeleistet wird. Diese Organisationen sind in einem Informationsblatt des Bundesamtes für den Zivildienst (BAZ) aufgelistet. Die Entsendeorganisation kommt für Unterkunft, Verpflegung und die Reisekosten auf. Die Aufgabenbereiche im sozial-pflegerischen und pädagogischen Bereich sind denen der Zivildienstleistenden in Deutschland ähnlich. Der Dienst lässt sich in einer Vielzahl von Ländern auf jedem Kontinent ableisten, die Mehrzahl der Stellen ist allerdings in Europa.

EU-Programm: Europäischer Freiwilligendienst
Andere Möglichkeiten, Freiwilligenarbeit im Ausland zu leisten, bietet der Europäische Freiwilligendienst (EFD). Der EFD ist Teil des Aktionsprogramms „JUGEND“ der Europäischen Union und ermöglicht jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren die Teilnahme an einem gemeinnützigen Projekt in einem europäischen oder außereuropäischen Land – mit einer Dauer von bis zu 12 Monaten in den Bereichen Soziales, Jugend, Umwelt oder Kultur.

„kulturweit“ wurde als Freiwilligendienst des Auswärtigen Amts in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission eingerichtet. Junge Erwachsene aus Deutschland können für sechs oder zwölf Monate als Freiwillige in den so genannten Entwicklungsländern in Afrika, Asien, Lateinamerika oder in Staaten Mittel- und Osteuropas tätig sein. Sie werden in Partnerorganisationen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands eingesetzt wie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI), dem Goethe-Institut (GI), dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD) und dem Institut für Auslandsbeziehungen (IFA). Im Auftrag dieser Organisationen arbeiten sie an deutschen Auslandsschulen pädagogisch mit – dazu gehören Unterrichtsassistenzen, Betreuungstätigkeiten bei den Nachmittagsangeboten der Schulen sowie die Organisation und Durchführung von Projektwochen – und werden auch in den Bereichen Projekt- und Kulturmanagement sowie Sprachvermittlung eingesetzt.

„weltwärts“ – der neue entwicklungspolitische Freiwilligendienst
„Lernen durch tatkräftiges Helfen“ ist das Motto des neuen entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“. Der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat sich zum Ziel gesetzt, das Engagement für die Eine Welt nachhaltig zu fördern. Er versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Durch die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern vor Ort sollen die Freiwilligen unter anderem lernen, globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen besser zu verstehen. „weltwärts“ richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren, die für sechs bis 24 Monate einen Freiwilligendienst in diesen Ländern leisten möchten. Die Jugendlichen werden durch die Entsendeorganisationen intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet und während der gesamten Zeit ihres Freiwilligendienstes begleitet. Die Arbeitsfelder der Freiwilligen umfassen das gesamte Themenspektrum der aktuellen Entwicklungszusammenarbeit. Das schließt die Mitarbeit im brasilianischen Regenwald ebenso ein wie den Ackerbau in Vietnam, die Solarenergie in Burkina Faso oder die Tätigkeit in einem Heim für Straßenkinder in Ghana.

Autor(in): Petra Schraml
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Datum: 26.06.2009
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