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15. 05. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Mitmachen ist gefragt! - Die Web-2.0-Angebote des Deutschen Bildungsservers

Bildungsserver & Co., Teil 2

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Ein Bäcker, der im offenen Jugendhaus arbeitet. Eine diplomierte Elektrotechnikerin aus der Ukraine. Und die Mutter, deren Tochter als Aupair in den USA jobbt. Sie alle haben Fragen zum deutschen Bildungswesen. Und wenden sich an den infoBlog, um schnell und kompetent Antworten zu finden.

infoBlog
infoBlog ist ein Internet-Angebot des Deutschen Bildungsservers (DBS). „Mitmachen ist gefragt!“, lautet der Appell an die Nutzer. Alle Besucher des infoBlogs können helfen, die gestellten Fragen zu beantworten - „mit ihren persönlichen Erfahrungen und speziellen Kenntnissen“. Wer eine Frage hat, ruft zunächst die Homepage des DBS auf. Dort klickt man unter „Service“ auf „Bildungsserver-Blogs“. Dann den infoBlog öffnen und auf „Frage stellen“ klicken. Schon öffnet sich die Maske, in die jeder sein Anliegen schreiben kann.   

Der infoBlog gehört zu den Web-2.0-Aktivitäten des Deutschen Bildungsservers. Web 2.0 heißt: Nicht mehr nur konsumieren, was andere ins Netz gestellt haben, sondern selbst schreiben, eigenes Wissen und eigene Erfahrung beisteuern. „Wir möchten, dass sich der Deutsche Bildungsserver zur umfassenden Kommunikationsplattform entwickelt“. Das betont Ingo Blees, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). 

Bildungswiki „Weltliteratur“
Bekanntestes Beispiel für Web 2.0 ist Wikipedia, das freie und kostenlose Internetlexikon. Die deutschsprachige Version enthält über eine halbe Million Artikel, mal von Laien, mal von Fachleuten verfasst. Wer will, korrigiert oder ergänzt. Auf diese Weise, so die Idee, sammelt sich das Wissen vieler Menschen. Veröffentlichungen nach Vorbild von Wikipedia nennt man Wikis. DBS und Hamburger Bildungsserver bieten etwa das Bildungswiki „Weltliteratur“, anzusteuern über www.hamburger-bildungsserver.de. Dieses Wiki zielt darauf, eine „Enzyklopädie über wichtige Autoren und Werke der Weltliteratur“ aufzubauen. So formulieren es die Betreiber. „Gute Autorinnen und Autoren, die sich beteiligen wollen, sind stets willkommen“, heißt es auf der Seite weiter. Bislang finden sich hier Einträge zu französischer und polnischer Literatur, zu Edgar Allan Poe und Anton Tschechow, zu Homer und Dramen der Weltliteratur. Um nur einige zu nennen.

Wiki-Bildungslexikon
Ebenfalls im Aufbau: Das „Wiki-Bildungslexikon“, ein Nachschlagewerk für Bildungsthemen. Die virtuelle Enzyklopädie startete mit etwa 500 Artikeln, die aus dem Bestand von Wikipedia stammten. Zug um Zug kommen weitere Artikel hinzu. Verfasst und ergänzt vor allem von „professionellen Communities aus dem Bildungsbereich“. Der DBS kümmert sich um redaktionelle Unterstützung.

Inzwischen haben die Hochschulen entdeckt, dass sich Web-2.0-Anwendungen hervorragend eignen, um neue Lehrmethoden einzuführen. Stichwort selbst organisiertes Lernen. Es gehe um die „gemeinschaftliche Produktion von Wissen“, wie die Macher des DBS formulieren. Beispiel „Wiki-Bildungslexikon“, jüngst eingesetzt an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main. „Erziehungstheorien: gestern und heute“ hieß das Seminar, das Sieglinde Jornitz veranstaltete. Dabei nutzen die Studierenden das Wiki-Angebot, um Informationen zum Seminarthema zusammenzutragen. Anschließend verfassten sie neue Artikel für das virtuelle Bildungslexikon – etwa zu den Schlagworten „Antipädagogik“ oder „Mündigkeit“. Und wo finden sich diese Artikel? Auf die DBS-Homepage gehen, „Bildungsserver-Wikis“ anklicken und das „Lexikon zum Bildungswesen“ aufrufen. Nachahmung erwünscht: Wer die Wiki-Plattform als Lernumgebung in der eigenen Lehrveranstaltung einsetzen will, kann sich gerne beim Deutschen Bildungsserver informieren.

Und wie gut kommen die Nutzer mit den Wikis klar? Darum ging es in der Studie „Usability-Evaluation BildungsWiki“, die im Sommersemester 2008 am DIPF durchgeführt wurde. Was herauskam, interessierte auch die Besucher der diesjährigen LEARNTEC, der Fachmesse für Bildungstechnologie in Karlsruhe. „Trotz steigender Benutzerzahlen arbeiten nur wenige Nutzer aktiv in den Wikis mit“, berichtete Anke Reinhold auf der LEARNTEC. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des DIPF. Die User hätten zahlreiche Schwierigkeiten, so Anke Reinhold weiter. Etwa beim „Anmelden als Nutzer“, beim „Hochladen von Bildern“. Zudem gebe es „unverständliche Hilfstexte“. Wertvolle Erkenntnisse für die Programmierer und die Macher von Web-2.0 des Deutschen Bildungsservers. „Die Usability-Empfehlungen der ersten Tests wurden nahezu vollständig in entsprechende Verbesserungen umgesetzt“, meldet Ingo Blees. 

bildungsserverBLOG
Doch mit diesen Wikis und Blogs ist die Web-2.0-Palette noch lange nicht erschöpft. So gibt es auf den DBS-Internetseiten das Angebot „MausPäd“. Hier stehen Materialien und Tipps für die medienpädagogische Praxis in Kindertagesstätten. Wer will, kann die Veröffentlichungen kommentieren. Der DBS betreibt ferner den bildungsserverBLOG. Der Begriff Blog oder Weblog kommt von Logbuch. Er steht für eine Art Tagebuch, das im Internet öffentlich einsehbar ist. Im bildungsserverBLOG informieren und diskutieren DBS-Redakteure über aktuelle Themen der Bildungsszene. „Die Leser haben durch die Kommentarfunktion des Blogs die Möglichkeit, sich an der Diskussion zu beteiligen“, erklärt Ingo Blees.

Aufsehen im bildungsserverBLOG erregte jüngst die Meldung „Professor Marius Reiser will nicht mehr Hochschullehrer sein!“ Der Theologe der Universität Mainz hatte den vom Bologna-Prozess angestoßenen Umbau der Hochschulen kritisiert. Und angekündigt, aus Protest seine Professur niederzulegen. Hat der Mann Recht? Darum stritten die Blogger.
Der DBS veranstaltet zudem Experten-Chats. Fachleute stehen bereit, um via Internet Fragen zu beantworten. Das Thema des Chats im Januar 2009 lautete: „Bachelor und Master statt Staatsexamen – wie verändert sich die Lehrerausbildung?“. Im vergangenen Jahr ging es um Ganztagsschulen.

Und wer, am PC sitzend, bildungswissenschaftliche Diskussionsrunden anhören möchte? Einfach den entsprechenden Audio-Mitschnitt herunterladen, der als Podcast auf den DBS-Seiten zu finden ist. Derzeit im Angebot: Experten beratschlagen, wie der freie und kostenlose Zugang zur erziehungswissenschaftlichen Literatur organisiert werden kann („Open Access für die Erziehungswissenschaft?“). Eine Veranstaltung, die im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2008 stattfand. Oder das Thema: „Schulfähigkeit: Was kann der Kindergarten dazu bieten?“. Darüber diskutierten Fachleute auf der Bildungsmesse didacta 2009.

Autor(in): Matthias Holland-Letz
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Datum: 15.05.2009
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