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09. 04. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Deutscher Bildungsserver: Wegweiser für Bildungsfragen im weltweiten Netz

Bildungsserver & Co., Teil 1

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Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt a. M.

Sie unterrichten eine 10. Klasse und suchen interaktive Lerneinheiten zur Sexualkunde? Sie möchten Französisch im Internet lernen – und zwar kostenlos? Oder interessiert Sie, ob ihr fünfjähriger Sohn die Kriterien zur Schulfähigkeit erfüllt? Tipps und Antworten finden sich auf den Webseiten, die der Deutsche Bildungsserver (DBS) bereitstellt. Und zwar „schnell, aktuell, umfassend und kostenfrei“, wie es auf der DBS-Homepage heißt. Wer sich etwa für Französisch-Lernprogramme interessiert, besucht auf der Homepage zunächst die Link-Liste „Angebote“. Dort das Stichwort „Weiterbildungsinteressenten“ anklicken – und nach wenigen weiteren Schritten kann z. B. ein interaktives Quiz zum Wiederholen von Vokabeln gestartet werden. Wie heißen Kirschen auf Französisch? Richtig, les cerises.

Die Angebote des DBS richten sich an Lehrkräfte und Weiterbildungswillige, an Eltern, Schüler und Auszubildende. Auch Studierende, Wissenschaftler, Erzieherinnen und Sozialpädagogen gehören zur Zielgruppe. Der Deutsche Bildungsserver ist ein gemeinsamer Service von Bund und Ländern. Die Geschäftsstelle befindet sich in Frankfurt am Main beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und das seit genau zehn Jahren. Hier laufen alle Fäden zusammen. Denn der DBS nutzt nicht nur, was die eigenen Redakteurinnen und Redakteure an Berichten und Dokumenten aus dem World Wide Web fischen. Auch diverse Partner steuern Inhalte bei. So liefert die Universitätsbibliothek Dortmund den Input rund um das Thema Behindertenpädagogik. Die Universität Münster, Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften deckt den Redaktionsbereich Sozialpädagogik ab. Kooperationspartner ist zudem das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) - eine Einrichtung, die seit Jahrzehnten Filme und Videos für den Schulunterricht bereitstellt.
 
Besonders viele Angebote sind auf Studierende und Hochschulabsolventen zugeschnitten. „Die Germanistin z. B. findet bei uns eine Job-Börse mit akademischen Stellenangeboten“, erläutert Axel Kühnlenz, wissenschaftlicher Mitarbeiter des DIPF und als Leiter der Geschäftsstelle des DBS verantwortlich für 15 Kolleginnen und Kollegen. „Sie findet auch Infos über weiterbildende Studiengänge, zu Promotionsmöglichkeiten oder zu weiterführender Literatur.“ Zu den Nutzern zählen ebenfalls Ausländer, die sich über Studienmöglichkeiten in Deutschland informieren möchten. Der DBS versteht sich als „Bürger-Portal“. Im Unterschied zum Fachportal Pädagogik, das ebenfalls beim DIPF angesiedelt ist und sich vor allem an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler richtet.

Berlin, Warschauer Straße 36-38. Die Berliner Dependance des DIPF. Im EDV-Raum, im zweiten Stock der zum DIPF gehörigen Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung gelegen, schlägt das Herz des DBS. Gleich rechts ein schmaler schwarzer Schrank. Öffnet man dessen Tür, so fällt der Blick auf grüne und blaue Lämpchen. Dazu brummt die Lüftung. Hier arbeiten 10 PCs rund um die Uhr. „Selbst wenn drei Rechner gleichzeitig ausfallen würden, wäre das komplette Angebot da“, sagt Christian Richter, der Technische Leiter des DBS. Er und seine vier Kollegen sind verantwortlich dafür, dass Hard- und Software reibungslos funktionieren.

Der Technische Leiter gehört zu jenen, die von Anfang an dabei sind. Richter entwickelte den Vorläufer des DBS, der 1996 ans Netz ging. Betreiber war die Abteilung Pädagogik und Informatik der Berliner Humboldt-Universität, geleitet von Professor Peter Diepold. 1998 erarbeiteten Diepold, DIPF und FWU im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erste Vorschläge, wie ein bundesweiter Bildungsserver aussehen könnte. Der Startschuss für den DBS in seiner jetzigen Form fiel1999.

Im Zuge der Föderalismusreform, erhielt der DBS 2007 eine weitere zentrale Aufgabe. „Die Bündelung der Bildungsportale“, so nennt es Barbara Ophoven, wissenschaftliche Mitarbeiterin des DIPF in Frankfurt. Bund und Länder hatten beschlossen, öffentlich geförderte Internetauftritte im Bildungsbereich zusammenzufassen. Nun sorgen die DBS-Macher für die gemeinsame Nutzung von Inhalten, für einheitliches Design und für einheitliche Technik.

Im Zentrum der gebündelten Auftritte steht das „Innovationsportal“. Wer diese Seite besucht, findet zunächst eine Datenbank, die bildungspolitische Reformprojekte von Bund, Ländern oder Stiftungen dokumentiert. Ein Nutzer möchte wissen, welche Modellprojekte es zur Medienbildung für Sekundarstufe 1 gibt? Einfach das Suchformular ausfüllen – und schon erscheinen rund 50 Treffer, chronologisch geordnet. Das Innovationsportal führt auch zu den ehemaligen Programmen der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK), die 2007 aufgelöst wurde. Oder zu den aktuellen, von der Kultusministerkonferenz initiierten Länderprojekten. Auch das Portal „Lesen in Deutschland“ sowie die Online-Version des 355 Seiten starken nationalen Bildungsberichts 2008 sind hier zu finden. Und, last but not least, „Bildung + Innovation“, das neue Online-Magazin. Mit Interviews, Dossiers und Berichten rund um die Themen Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen.

„Wir betreiben inzwischen etwa 20 Portale“, erzählt Christian Richter. Doch nicht nur das DBS-Angebot wächst. Auch die Nachfrage hat rasant zugenommen. Noch in der Pilotphase, zählten die Betreiber 1997 übers Jahr rund 700.000 Pageviews, also Seitenaufrufe. „2008 waren es bereits 73 Millionen Pageviews“, so Richter. Also mehr als 100mal so viel. Zwischen fünf und zehn Prozent der Zugriffe kommen aus dem Ausland, etwa aus den USA, aus Finnland, der Schweiz und den Niederlanden. Und alle Nutzer wünschen schnellen Zugriff. Für Richter und sein Team heißt das, die Suchprogramme für die Nutzer ständig zu erweitern und zu verbessern. Christian Richter fasst zusammen: „Wir haben gut zu tun.“

Autor(in): Matthias Holland-Letz
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Datum: 09.04.2009
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Die Redaktion des Online-Magazins Bildung + Innovation arbeitet journalistisch frei und unabhängig. Die veröffentlichten Beiträge bilden u. a. auch interessante Einzelmeinungen zum Bildungsgeschehen ab; die darin zum Ausdruck gebrachte Meinung entspricht nicht notwendig der Meinung der Redaktion oder des DIPF.

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