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12. 02. 2009

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Auf dem Weg zur gemeinsamen Bildungsregion

Bildungsserver von Berlin-Brandenburg gestartet

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Bildungsserver Berlin-Brandenburg

Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht und der Berliner Bildungssenator Prof. E. Jürgen Zöllner haben einen großen Schritt zum Ausbau einer gemeinsamen Bildungsregion vollzogen: Am 14. Januar 2009 starteten sie in Potsdam den gemeinsamen Bildungsserver Berlin-Brandenburg (bbb). Durch die Informationszusammenführung in vielen Themenfeldern versprechen sich die Bildungspolitiker Synergieeffekte für die Nutzerinnen und Nutzer.

Neue Kommunikations- und Kooperationsplattform
Der neue Bildungsserver ist eine Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform für schulische und außerschulische Bildungseinrichtungen in Berlin und im Land Brandenburg. Er wurde vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Berlin sowie des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg konzeptionell entwickelt und wird dort redaktionell und technisch betreut. Das Angebot richtet sich an Akteure im Bildungsbereich der Bildungsregion wie Lehrerinnen und Lehrer, Führungskräfte in Schulen, die Schulaufsicht, Multiplikatoren der außerschulischen Bildungsarbeit, Lehramtsanwärter, Weiterbildner, Mitarbeiter von Bildungsverwaltungen sowie an Eltern, Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und alle an Bildung Interessierten.

Inhalt und Aufbau des Bildungsservers
Der Bildungsserver bietet eine zielgruppenorientierte, strukturierte und qualifizierte Informationsauswahl von pädagogischen Angeboten und Themen, die sowohl die jeweils landesspezifischen Themen abbilden als auch die Vernetzung in Berlin und im Land Brandenburg befördern. Der Bildungsserver regt neue Arbeits- und Kommunikationsstrukturen an und wirkt an einer Qualitätsverbesserung des Lehrens und Lernens in den Schulen in Berlin und im Land Brandenburg mit. Seine Themenschwerpunkte sind Unterricht, Schule, Schulqualität, Berufliche Bildung, EU und Internationales, Aus- und Fortbildung, Themen, Medien, Außerschulische Bildung und Weiterbildung. Jeder Schwerpunkt enthält eine Fülle an Informationen, die in übersichtlichen Unterpunkten gut strukturiert und leicht abrufbar sind. Im Themenschwerpunkt „Unterricht“ beispielsweise werden die Leserinnen und Leser ausführlich über die Rahmenlehrpläne für die beiden Länder, über Bildungsstandards, Unterrichtsentwicklung, Lernstandsanalysen und Vergleichsarbeiten informiert, genauso wie über die unterschiedlichen Fächer, die Begabtenförderung, die Sonderpädagogische Förderung und die Berufsorientierung. Die Informationen zu den Rahmenlehrplänen knüpfen an die Angleichungsprozesse der Rahmenlehrpläne zwischen Berlin und Brandenburg an. Auch gibt es Informationen zum geplanten gemeinsamen Zentralabitur im Jahr 2010.

In der Rubrik „Schule“ findet man die Adressen aller Schulen in beiden Ländern sowie Informationen über die unterschiedlichen Schulformen und die Ganztagsschule. Im Punkt „Themen“ werden für Schule wichtige Aspekte wie Demokratie, Gewaltprävention und Suchtprophylaxe behandelt. Außerdem gibt es Hinweise zur Schulanfangsphase, zur Berufsvorbereitung, zu Modell- und Schulversuchen. Darüber hinaus werden Schulen portraitiert, interessante Schülerwettbewerbe vorgestellt und vieles andere mehr. „Ziel ist es, den Nutzern durch eine qualifizierte Informationsauswahl eine Orientierung in der Fülle der Angebote zu ermöglichen – sei es etwa bei der Bereitstellung von Unterrichts- und Lernmaterialien, von Rahmenlehrplänen und von Datenbanken wie etwa dem Lernorteatlas, den Schulporträts oder der Fortbildungsdatenbank sowie der Präsentation von Wettbewerben und außerschulischen Lernorten“, erklärt LISUM-Direktor Dr. Jan Hofmann.

Außerschulische Lernorte und Lesecurriculum
Ein besonderer Service für beide Länder ist das Angebot der „außerschulischen Lernorte“. In der Lernortedatenbank können Lehrkräfte und Schüler gemeinsam für ihren Unterricht Lernorte gefiltert nach Altersgruppen, Themen und Regionen finden. Das „Lesecurriculum“ zur Unterstützung der Leseerziehung in der Schule unterbreitet Angebote für ein Konzept zur systematischen Entwicklung der Lesekompetenz in den Bereichen „Lesen im Unterricht“, „Lesen in der Schule“ und „Kooperationen“. Für alle drei Bereiche werden Ideen, Informationen und Materialien, die zur Entwicklung eines schulinternen Lesecurriculums genutzt werden können, dargestellt. „Die Schulen erhalten so wertvolle Hinweise für die Arbeit an ihrem schulinternen Lesekonzept, das die Beteiligung aller Fächer an der Entwicklung von Lesekompetenz vorsieht. Die Schule wird angeregt, einen Raum zu schaffen, der das Lesen thematisiert und zum Austausch über Gelesenes einlädt“, erläutert der Berliner Bildungssenator Zöllner.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Die Herausforderung für die Macher des Bildungsservers besteht darin, die durch die Bildungshoheit der Länder Berlin und Brandenburg bedingten unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen, bildungspolitischen Schwerpunkte und länderspezifischen Besonderheiten abzubilden und gleichzeitig das Spektrum der Gemeinsamkeiten im Bildungsbereich herauszustellen. Auch die vorhandenen Unterschiede in den Bildungsregionen Berlin und Brandenburg, die auch weiterhin bestehen bleiben, werden auf dem neuen gemeinsamen Bildungsserver berücksichtigt. So gibt es Unterschiede in den gesetzlichen Grundlagen, Verfahrensweisen und Schulformen sowie regional unterschiedliche Rahmenbedingungen und Schwerpunktsetzungen. Während im Ballungsraum Berlin beispielsweise an den Gymnasien oft ein sehr breites Spektrum an Fächern angeboten wird, begrenzt Brandenburg zugunsten des Erhalts auch kleiner Schulstandorte im ländlichen Raum die Auswahl. Für die User wird mit Hilfe von Kürzeln übersichtlich dargestellt, welche Beiträge sich explizit auf eines der beiden Bundesländer beziehen: BE steht für Berlin und BB für Brandenburg. Alle anderen Inhalte gelten für beide Länder.

Länderspezifische Angebote
Spezielle Angebote sind unter anderem eine „Ideenbörse“ der Berliner Schulen und „Wissenschaft trifft Schule“ für Brandenburgs Schulen. Die neu entwickelte Ideenbörse nimmt die Qualitätsentwicklung an Schulen auf und präsentiert erfolgreiche Beispiele aus der Unterrichtspraxis der Berliner Schulen. Schulen sollen angeregt werden, die Ideen aufzugreifen, an die eigene Situation anzupassen und sie im Schulalltag weiterzuentwickeln. Die Ideenbörse wird beständig ausgebaut. „Wissenschaft trifft Schule“ informiert über die Initiative „Akademievorträge an Brandenburgischen Schulen“. Im Jahr 2001 rief die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg diese Initiative ins Leben. Mitglieder und Mitarbeiter der Akademie besuchen seitdem Schulen im Land Brandenburg und vermitteln den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 11 bis 13 in ihren Vorträgen die Faszination und Spannung von Wissenschaft, ermöglichen Einblicke in hochaktuelle Forschungsgebiete, stellen akademische Lehrformen vor und versuchen Hemmschwellen abzubauen. Viele Hochschulen, Fachhochschulen, Fachschulen, Institute und wissenschaftliche Einrichtungen im Land Brandenburg haben sich der Initiative angeschlossen und bieten Schnupperkurse für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und ähnliches an.

Angebote zur interaktiven Mitarbeit
Über das reichhaltige Informationsangebot hinaus erhalten die Nutzerinnen und Nutzer zudem zahlreiche Angebote zur interaktiven Mitarbeit. Das Ziel einer Bildungsregion gelingt nicht per Verordnung, sind sich Rupprecht und Zöllner einig. „Die Lehrer müssen miteinander kommunizieren“, betont der Berliner Bildungssenator. Und deshalb können sie in Online-Arbeitsgruppen kooperieren, in Foren und Blogs kommunizieren und sich in „learning communities“ auf der Lernplattform „moodle“ in einem virtuellen Klassenraum weiterbilden. Der bbb bietet mit der Kooperationsplattform BSCW, der Lernplattform „moodle“ und dem Virtuellen Klassenzimmer „Sametime“ ein umfangreiches Angebot für internetbasierte Kooperation und Kommunikation von Arbeitsgruppen. Schulen mit einem eingeschränkten Unterrichtsangebot können ihren Schülerinnen und Schülern durch ausgewählte E-Learning-Angebote ein erweitertes Unterrichtsangebot unterbreiten. Die Lernplattform „moodle“ ermöglicht unterschiedliche, asynchrone Lernformen in einem Kurssystem. Im Land Brandenburg wird das Fach Recht über diese Lernplattform unterrichtet. Das virtuelle Klassenzimmer „Sametime“ ergänzt die E-Learning-Aktivitäten durch synchrone Kommunikation. Foren, Blogs und Chats werden nach Bedarf ausschließlich in moderierter Form angeboten. Die Nutzung der bereitgestellten Informationen, Materialien und Online-Dienste ist für die Zielgruppen kostenfrei.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 12.02.2009
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