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23. 11. 2007

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

„Sprache ist ein zentraler Schlüssel zu schulischem Erfolg und einer gelungenen Integration“

Die Hertie-Stiftung engagiert sich im Bereich Bildung

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Logo der Hertie-Stiftung

Abseits politischer Interessen möchte die Gemeinnützige Hertie-Stiftung sinnvollen Neuerungen zum Durchbruch verhelfen und langfristig Perspektiven aufzeigen. Die Hertie-Stiftung ist eine von rund 12.000 gemeinnützigen Stiftungen in Deutschland, von denen sich jede fünfte im Bildungsbereich engagiert. Die meisten von ihnen sind von Privatpersonen ins Leben gerufen worden und versuchen, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu fördern.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Die Stiftung baut auf dem Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, auf. Mit ihrem Vermögen von rund 830 Mio. Euro und einem jährlichen Fördervolumen von durchschnittlich rund 25 Mio. Euro gehört die Hertie-Stiftung zu den größten privaten Stiftungen Deutschlands. Seit 1998 besteht keinerlei Unternehmensbindung mehr. In ihren drei Förderbereichen Neurowissenschaften, Europäische Integration sowie Erziehung zur Demokratie will die Stiftung neue Lösungen aufspüren und zu deren praktischer Umsetzung beitragen. Sie fördert bevorzugt Projekte mit Modellcharakter, die innovativ, übertragbar und skalierbar sind.

Bildungsarbeit: Erziehung zur Demokratie
Ihre Bildungsarbeit stellt die Hertie-Stiftung unter das Motto „Erziehung zur Demokratie“. Das Zusammenleben in demokratischen Gesellschaften stellt hohe Anforderungen an den Einzelnen, eine Erziehung zur Demokratie ist ihrer Ansicht nach deshalb besonders notwendig. Schwerpunkte sind die Integration von Zuwandererkindern, die Förderung der Sprachkultur und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit der 1998 gegründeten berufundfamilie gGmbH fördert sie einen Perspektivenwechsel in der Personalpolitik, bei dem familiäre Interessen nicht als Hemmnis, sondern als Chance für Unternehmen und Institutionen begriffen werden.

Sprachliche Bildung
Die Förderung der deutschen Sprache und der Sprachkultur liegt der Hertie-Stiftung sehr am Herzen. Mit spannenden Projekten wie „Jugend debattiert“, „Juniorwahl“, „Kinder lernen mitzureden mit Tabaluga tivi“ oder der Initiative Deutsche Sprache, möchte sie die Freude an der deutschen Sprache wecken. „Die Befähigung zum freien Wort brauchen wir im Prozess der demokratischen Meinungsbildung und für die Persönlichkeitsbildung des Einzelnen“, ist sie überzeugt. In Kooperation mit der Stiftung Mercator, der Heinz Nixdorf Stiftung und der Robert Bosch Stiftung fördert sie deshalb mit dem Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“ die Kunst der Debatte. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und ist mit 5,8 Mio. € das größte privat finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung in Deutschland.

„Jugend debattiert“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 und Jahrgangsstufen 11 bis 13 an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen. In dem Wettbewerb sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, die eigene Position auf Entgegnungen und Nachfragen hin zu verteidigen, aber auch Argumente der Gegenseite einzubeziehen. Wer gezielt das Debattieren übt, kann sein Gesprächsverhalten vielfältig verbessern. Die Lehrkräfte führen das Projekt im Rahmen einer Unterrichtsreihe in den Klassen ein und trainieren die Debatte. Die Klasse legt fest, welche zwei Schüler im Wettbewerb des Schulverbundes für die Klasse teilnehmen. Als Preise winken den Siegern mehrtägige Rhetorikseminare.

Gemeinsam mit ZDF tivi, dem Kinder- und Jugendprogramm des ZDF, hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im Frühjahr 2006 das Modellprojekt „Kinder lernen mitzureden mit Tabaluga tivi“ an hessischen Grundschulen gestartet. Beide verbinden ihre jeweiligen Erfahrungen auf dem Bildungssektor zu einem speziellen Curriculum für sprachliche Bildung und Medienerziehung in der Grundschule. Im Jahr 2006 erprobten vier hessische Grundschulen das Modell mit sehr guten Ergebnissen. Die Projektpartner entschlossen sich deshalb, das Projekt bundesweit anzubieten. Beginnend mit dem Schuljahr 2007/2008 wird das Grundschulprojekt zur Förderung der sprachlichen und sozialen Kompetenz ausgeweitet. Die acht Stunden umfassende Unterrichtsreihe leitet die Kinder zum Fragen, Zuhören, Sprechen, Beschreiben und Argumentieren an. Neben Texten und Bildern werden Videos, Lieder und Hörtexte eingesetzt.

Förderung der Integration
Der zweite Förderschwerpunkt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung liegt in der Integration von Zuwandererkindern. Die Stiftung hat die Erfahrung gemacht, dass die Integrationsarbeit für Zuwanderer nach dem Motto „Fördern und fordern“ erfolgreich ist. Die Bereitschaft, Deutsch zu lernen, ist groß, wenn ihr ein entsprechendes qualifiziertes Angebot gegenübersteht. Selbst überdurchschnittliche schulische Leistungen können erreicht werden, wenn eine Begleitung der Bildungswege von Zuwandererkindern und –jugendlichen angeboten wird. Mit ausgewählten Projekten unterstützt die Hertie-Stiftung deshalb die Integrationsbemühungen. Dabei spielt Sprache eine zentrale Rolle. „Sprache ist ein zentraler Schlüssel zu schulischem Erfolg und einer gelungenen Integration“, ist sie sicher. Viele Kinder zugewanderter Eltern kommen in die Schule, ohne die deutsche Sprache so zu beherrschen, dass sie dem Unterricht problemlos folgen können. Das Gemeinschaftsprojekt ffm richtet sich an 200 Frankfurter Migrantenkinder der Klassenstufen 5 bis 10 aus den Frankfurter Stadtteilen Gallus und Griesheim. Die Schüler, die Sprachschwierigkeiten in Deutsch haben und fachliche Unterstützung für ihren schulischen Erfolg benötigen, werden in Kleingruppen unentgeltlich gezielt gefördert. Die Förderkurse werden durch Studierende der Universität Frankfurt a. M. erteilt, die häufig selbst einen Migrationshintergrund haben. Mit dem Modellprojekt „Deutsch & PC“ setzt sich die Stiftung zudem für einen frühzeitigen und intensiven Erwerb der deutschen Sprache an Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil ein und übt zugleich die Medienkompetenz. Die Module „Deutsch ab 3“, interkulturelle Erziehung und Elternarbeit sind wesentliche Bestandteile des Projekts „frühstart“.

START-Schülerstipendien und Hauptschulpreis
Mit den START-Schülerstipendien für begabte Zuwanderer setzt die Hertie-Stiftung ein Zeichen für gelungene Integration. Im Jahr 2002 rief die Gemeinnützige Hertie-Stiftung das START-Programm in Hessen ins Leben. Begabte und engagierte Schüler/innen im Alter von 14- bis 18 Jahren erhalten auf ihrem Weg zum Abitur eine finanzielle und ideelle Förderung. Sozusagen als Ansporn zur Integration wird Zuwandererkarrieren in Deutschland der Weg bereitet. Über 90 Kooperationspartner, darunter Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine, unterstützen das Programm. Das gemeinsame Ziel ist es, mit START aus einem Projekt eine kleine Bürgerbewegung zu machen. Junge Zuwanderer sollen erfahren, dass sich Leistung in Deutschland lohnt und dass es hier eine echte Chance für sie gibt.

Zum fünften Mal haben die Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in diesem Jahr den Hauptschulpreis ausgeschrieben. Gesucht werden Deutschlands beste Schulen mit Hauptschulabschluss! Teilnehmen können bundesweit alle Hauptschulen und Schulen, die zum Hauptschulabschluss, zur Berufsbildungsreife oder Berufsreife führen. Viele dieser Schulen leisten hervorragende Arbeit in einem oft sehr schwierigen Umfeld. Dies soll mit dem Wettbewerb gewürdigt werden.

Mit ihrem umfangreichen Engagement im Bereich der sprachlichen Bildung und der Integration ermutigt die Gemeinnützige Hertie-Stiftung viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die deutsche Sprache zu erlernen und hilft ihnen, sich in die Gesellschaft einzugliedern.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 23.11.2007
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