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26. 04. 2007

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Expertinnen und Experten in eigener Sache

Jugendliche aus 33 Ländern diskutieren beim internationalen Jugendevent

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Die Jugendlichen überreichen den Aktionsplan

Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hatte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) junge Menschen aus 33 Ländern zum Jugendevent "Gleiche Chancen und gesellschaftliche Beteiligung für alle Kinder und Jugendlichen" vom 13. bis 16.04.2007 nach Köln eingeladen.

Die Jugendlichen erarbeiteten Handlungsansätze zur selbst bestimmten Teilhabe junger Menschen und präsentierten Flyer, Plakate und Aktionszettel ihrer Projekte. Mitglieder von knapp 30 europäischen Organisationen und Projekten hatten im Kommunikations- und Medienzentrum KOMED in Köln ihre Stände auf dem so genannten "Marktplatz guter Projektpraxis" aufgebaut, um die Teilnehmenden und die Besucher des Kongresses über ihre Arbeit zu informieren. Am letzten Tag des internationalen Treffens überreichten die Jugendlichen dem BMFSFJ und der Generaldirektorin für Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission einen Aktionsplan mit ihren Wünschen, Forderungen und Ideen.

Der Jugendevent in Köln
Insgesamt waren knapp 170 junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren aus 33 Ländern - den EU-Mitgliedsstaaten, den EFTA-Staaten, der Türkei und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien - im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vom Bundesfamilienministerium zum Jugendevent nach Köln eingeladen.
Aus jedem Land kamen vier Jugendliche, berichtet Veranstaltungskoordinatorin Pamina Haussecker vom Internationalen Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB e.V.). Der IJAB war gemeinsam mit "Jugend für Europa - Deutsche Agentur für das EU-Programm Jugend in Aktion" für die Koordination des Jugendevents verantwortlich. Mindestens jeweils zwei der vier Jugendlichen aus einem Land waren Mitglieder von Organisationen oder nahmen an Projekten teil, die international und/oder national wirksam sind und die mit ihrer Arbeit für die Verbesserung der gesellschaftlichen Situation von Kindern und Jugendlichen eintreten.
Während der gesamten drei Tage stellten die Jugendlichen ihre Aktionen und Projektideen auf dem "Marktplatz guter Projektpraxis" vor. Die "Euro-Viking-Tour" lud zum Segeln um Europa ein, "Jugend bewegt Politik" machte auf seinen Abschlussevent aufmerksam und das BundesForum benannte Qualitätskriterien für Kinder- und Jugendreisen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Diskussion, wie man die Chancen und die gesellschaftliche Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verbessern könnte, sowie der Entwurf eines Aktionsplans, der die Forderungen, Wünsche und Vorstellungen der jungen Menschen aufzeigt.

Rechte von Kindern und Jugendlichen stärken
Der halbjährlich stattfindende Jugendevent wird jeweils von dem EU-Mitgliedsstaat ausgerichtet, der die Ratspräsidentschaft innehat. Deutschland, Portugal und Slowenien, die sich bis Mitte 2008 die 18-monatige Teampräsidentschaft teilen, beschlossen gemeinsam, den jugendpolitischen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf das Thema "Soziale und berufliche Integration junger Menschen" zu legen. Damit entsprechen sie zugleich einer der wesentlichen Zielvorgaben des Europäischen Pakts für die Jugend.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft rückte das Thema "Gleiche Chancen und gesellschaftliche Beteiligung für alle Kinder und Jugendlichen" in den Vordergrund, um deutlich zu machen, dass Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen stärker in politische Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einbezogen werden sollen. Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, betonte in seiner Begrüßungsrede die großen Chancen, die darin liegen: "Kinder und Jugendliche sind eigenständige Persönlichkeiten mit vielfältigen Fähigkeiten. Sie haben eigene Rechte und sind in vielerlei Hinsicht Expertinnen und Experten in eigener Sache. Die Zukunft unserer Gemeinschaft wird entscheidend davon abhängen, inwieweit es gelingt, die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen, insbesondere benachteiligter Jugendlicher, sicherzustellen. Wir brauchen daher eine neue Qualität in der europäischen Jugendpolitik. Jugendpolitik auf europäischer Ebene muss stärker sichtbar werden und Einfluss nehmen."

Den strukturierten Dialog fördern
Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg soll der Aktionsplan sein, den die Jugendlichen in thematisch eingeteilten Arbeitsgruppen und in der Auseinandersetzung mit den Generaldirektorinnen und Generaldirektoren Jugend der 27 europäischen Mitgliedsstaaten erstellten. Dieser sieht einen besonderen Handlungsbedarf zur Verbesserung von Chancengleichheit und gesellschaftlicher Partizipation in den Bereichen Jugendinformation, Schulabbruch, Jugendarbeitslosigkeit, Freiwilligendienste, Partizipation auf lokaler Ebene. Zugleich werden aktives gesellschaftliches Engagement und Jugendpolitik als Querschnittsaufgabe lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Politik gefordert.

Außerdem wird die Bedeutung nicht formalen und informellen Lernens innerhalb und außerhalb der Schule betont und die Anerkennung der spezifischen Fähigkeiten aller jungen Menschen als Grundlage dafür erachtet, allen, unabhängig von ihren sozialen Startvoraussetzungen, gute Chancen für gesellschaftliche und berufliche Teilhabe zu eröffnen. Im besseren Zusammenwirken der Mitgliedsstaaten auf allen politischen Ebenen wird der richtige Weg gesehen, die Qualität der beruflichen Ausbildung junger Menschen zu verbessern.

Um die im Aktionsplan vorgesehenen Maßnahmen nachverfolgen zu können, wollen die jungen Europäerinnen und Europäer den strukturierten und sektorübergreifenden Dialog mit jungen Menschen, insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene, stärken und nachhaltig verankern. Damit auch junge Menschen mit Benachteiligungen an diesem Dialog teilnehmen können, müssen die dafür entsprechenden Formen entwickelt und verstärkt werden.

Der Aktionsplan wird weitergereicht
Am letzten Tag des internationalen Treffens überreichten sieben Jugendliche der "Redaktion Aktionsplan", die die Wünsche und Forderungen aller zusammenfassten, die Ergebnisse dem Bundesfamilienministerium sowie der Generaldirektorin für Bildung und Kultur in der Europäischen Kommission, Odile Quintin. Die Generaldirektorin äußerte ihre Anerkennung und Karin Reiser, Leiterin der Abteilung für Kinder und Jugend im Bundesfamilienministerium, würdigte die identifizierten Handlungsfelder als wichtige Kernpunkte deutscher und europäischer Jugendpolitik. Sie will den Aktionsplan am Rande des Treffens des Jugendministerrats am 25. Mai in Brüssel zum Gegenstand des informellen Forums von Jugendlichen und Jugendminister/innen machen.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 26.04.2007
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