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23. 10. 2006

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

NaT-Working

Ein Förderungsprogramm der Robert Bosch Stiftung

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Logo des NaT-Working Programms

Gespannt warteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des NaT-Working-Symposiums der Robert Bosch Stiftung auf die Ergebnisse der Jury. Am 28. September 2006 fand im Rahmen des 5. NaT-Working-Symposiums in Stuttgart in Anwesenheit des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger, die Preisverleihung der NaT-Working-Kooperationsprojekte statt. Elf Projekte waren insgesamt für einen Preis nominiert, drei wurden prämiert. Wie in jedem Jahr fand das Symposium, an dem über 200 Schüler, Lehrer und Wissenschaftler ihre Arbeiten präsentierten, in der Preisverleihung seinen Höhepunkt.

Die prämierten Projekte
Mit dem NaT-Working-Preis werden exzellente Kooperationsprojekte zwischen Forschungseinrichtungen und Schulen in Deutschland ausgezeichnet. Bewerben kann sich jeder, der am NaT-Working-Programm der Robert Bosch Stiftung beteiligt ist. Drei herausragende Initiativen werden jedes Jahr mit einem hohen Preisgeld versehen. In diesem Jahr wurde der Preis erstmalig bundesweit verliehen. 143 Projekte hatten sich beworben. Das Meeresforschungsprojekt HIGHSEA aus Bremerhaven erhielt den mit 50.000 Euro dotierten ersten Platz. Der zweite Platz mit 30.000 Euro ging an NaTLab in Berlin und Platz drei sowie 10.000 Euro Preisgeld bekam das Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ), Bad Saulgau.

HIGHSEA ist ein Kooperationsprojekt von drei Bremerhavener Schulen mit gymnasialer Oberstufe, der Schulbehörde und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI). Im Projekt HIGHSEA findet ein Teil des Unterrichts über drei Jahre in den Fächern Biologie, Chemie und Mathematik für die teilnehmenden Schüler (Oberstufe bis zum Abitur) an zwei Tagen pro Woche am AWI statt. Nach Ansicht der Jury werden in diesem Projekt Forschung und Schulunterricht vorbildlich verzahnt, indem Lehrer und Wissenschaftler den Unterricht gemeinsam gestalten und im Team unterrichten. "Diese enge Zusammenarbeit motiviert in besonderer Weise auch die Lehrer. Die teilnehmenden Schüler werden in hohem Maße für die Forschung begeistert. Sie lernen diese authentisch kennen, indem sie selbst Themen aus der Forschung des AWI bearbeiten", lobt die Stiftung.

Das Projekt NaT-Working
Natur- und Ingenieurwissenschaften sind keine besonders beliebten Fächer an deutschen Schulen und Hochschulen. Um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, hat die Robert Bosch Stiftung für verschiedene Wissenschaften Programme entwickelt. Mit dem Programm NaT-Working möchte sie die Neugier und die Begeisterung von Jugendlichen an der Technik und den Naturwissenschaften stärken. Seit dem Jahr 2000 hat die Stiftung rund 120 mehrjährige Kooperationsprojekte in fast allen naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen und in allen Bundesländern in die Förderung aufgenommen und rund sieben Millionen Euro investiert. "Damit", so Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, "ist NaT-Working nach fünf Jahren das größte Projekt seiner Art in Deutschland."

Der Weg der Stiftung ist Erfolg versprechend: Gefördert werden Partnerschaften zwischen in der Forschung tätigen Natur- und Ingenieurwissenschaftlern, Lehrern und Schülern in Form von Aktivitäten wie Praktika von Schülern und Lehrern in den Labors der Forscher, Sommerschulen, Schülerkongressen oder Praxisprojekten, in denen sich Schüler und Lehrer gemeinsam mit Wissenschaftlern mit aktuellen Themen aus Naturwissenschaften, Mathematik und Technik beschäftigen. NaT-Working-Netze gibt es zu den Themen Physik und Astronomie, Chemie, Biologie und Medizin, Geowissenschaften, Mathematik, Informatik und Technik.

Die Ziele des Programms
In den Kooperationsprojekten soll Schülern und Lehrern ein direkter Zugang zur aktuellen Forschung und zu den Wissenschaften ermöglicht werden. In dauerhaften Netzwerken zwischen Schulen und Forschungseinrichtungen werden junge Menschen früh an das selbstständige Fragen und Forschen herangeführt und früh werden ihnen wissenschaftliche Vorgehensweisen und Methoden vermittelt. Die direkte Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen führt schließlich auch zu einer Verbesserung des Schulunterrichts in Naturwissenschaften, Technik, Mathematik und Informatik, ist die Robert Bosch Stiftung überzeugt.

Bewerben können sich für NaT-Working alle in Forschung und Entwicklung aktiven Naturwissenschaftler und Ingenieure an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Museen und in der Industrie sowie Lehrer und Schüler aller Schularten und Alterstufen. Wichtig ist nur, dass die Projekte auf eine wissenschaftliche Disziplin ausgerichtet sind, Schulen und Forschungseinrichtungen in einer Region einbeziehen, den Dialog zwischen Schülern, Lehrern und Wissenschaftlern fördern und auf eine Laufzeit von zunächst maximal drei Jahren ausgerichtet sind.

Starthilfe und Unterstützung laufender Projekte
Bei Bedarf gibt die Robert Bosch Stiftung Starthilfe. Sie berät bei der Planung neuer Kooperationsprojekte in Form von ein- bis zweitägigen Workshops. Dieses gilt auch für bereits bestehende Gruppen, wenn diese neue Projekte zur Förderung vorschlagen. Die Stiftung unterstützt auch laufende Kooperationsprojekte. Sie hilft besonders innovativen und nachhaltigen Konzepten bei der Verbreitung der Projektergebnisse und der Verstetigung der Aktivitäten. Sie liefert noch nicht beteiligten Schulen Know-how und Materialien, damit diese eigene Aktivitäten und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen aufnehmen können, sie intensiviert die Aus- und Fortbildung von Lehrern mittels innovativer Ansätze. Zugleich organisiert sie Veranstaltungen, Tagungen, Runde Tische zum Erfahrungsaustausch, sie fördert den Dialog mit der Politik, Behörden, Firmen und anderen Institutionen mit dem Ziel, Beispiele guter Praxis zu verbreiten und Initiativen zu verstetigen. Und die Robert Bosch Stiftung hilft beim Aufbau dauerhafter Strukturen zum projektübergreifenden Erfahrungsaustausch in Form von Vereinen oder Arbeitskreisen und organisiert jährliche Treffen der Teilnehmer an NaT-Working, die der Pflege und dem Ausbau des bundesweiten Netzwerkes zwischen Schulen und Forschungseinrichtungen dienen.

NaT-Working funktioniert
Dass NaT-Working funktioniert, beweist die Evaluierung von Professor Prenzel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaft (IPN) an der Universität Kiel und Leiter der PISA-Studien in Deutschland. Er hat festgestellt, dass "NaT-Working beispielhaft demonstriere, wie in der Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Schulen Interesse für Naturwissenschaften und Technik angeregt würde".

Seit fünf Jahren werden viele interessante Projekte durch NaT-Working gefördert. Die Spannbreite der Projekte ist groß. Schüler leiten Chemie- und Physik-Arbeitsgemeinschaften für Grundschüler, in der Abteilung Anästhesiologie der Ulmer Universitätsklinik arbeiten Wissenschaftler zusammen mit Schülern am Thema Narkosemittel und im Museum für Naturkunde in Berlin gehen Kinder und Jugendliche im "Humboldt-Exploratorium" erste Schritte zum selbstständigen naturwissenschaftlichen Arbeiten.

Damit fördert die Robert Bosch Stiftung nicht nur spannende und abwechslungsreiche Projekte, sondern trägt beispielhaft zur Gewinnung des technischen und naturwissenschaftlichen Nachwuchses bei.

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 23.10.2006
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