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12. 10. 2006

 

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Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Natur-Wissen schaffen

Die Telekom Stiftung fördert Projekte in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaft und Technik

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Mathematische Formeln

Warum schwimmt Eis auf Wasser? Wofür brauchen wir Luft? - Ist die Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern in Deutschland ausreichend, damit Deutschland eine große Technologienation bleibt? Nach Ansicht der Telekom Stiftung haben die naturwissenschaftlichen Fächer im deutschen Bildungssystem nicht den Stellenwert, den sie brauchen, damit genügend Jugendliche von ihrer Faszination ergriffen werden, bedauert Klaus Kinkel, Vorstandsvorsitzender der Telekom Stiftung. Aus diesem Grund fördert die Stiftung eine Reihe Projekte, die sich entlang der Bildungskette für die Basis- und Spitzenförderung einsetzen und zu einer umfassenden Verbesserung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Technik führen wollen.

Früh übt sich
Eine gute und nachhaltige Bildung fängt bereits im Kindergarten an. Dort werden erste Lernprozesse angestoßen und die Neugierde auf das Lernen geweckt. Die Telekom Stiftung engagiert sich dafür, dass Erzieherinnen und Erzieher mehr als bisher bei Kindern die Faszination für Natur und Technik wecken, indem sie mit ihnen Natur-Phänomene anhand von einfachen Experimenten entdecken. Mit wissenschaftlich erarbeitetem Informationsmaterial über "Natur-Wissen schaffen", Handreichungen und Dokumentationen unterstützt sie ihre Arbeit. Abgerundet wird das Angebot mit einem Wettbewerb für Kindertageseinrichtungen, bei dem gute Ideen und Projekte zum Themenkomplex "Welt der Zahlen, Natur und Technik" eingereicht werden können.

Ein interessantes Angebot ist auch die "Lernwerkstatt Natur". Hier haben Kita-Gruppen die Gelegenheit, mit bis zu 25 Kindern eine Woche lang den Naturpark und die gläserne Lernwerkstatt in Mühlheim an der Ruhr zu besuchen und an den Werkplätzen der Lernwerkstatt gesammelte Naturmaterialien zu untersuchen oder unter Anleitung einfache Experimente durchzuführen. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern können die Kinder dort intensive Erfahrungen im Umgang mit Pflanzen, Tieren und einfachen technischen Phänomenen sammeln, freut sich die Stiftung. Wichtig: Einen "Stundenplan" gibt es dabei nicht. Erkundet wird jeweils das, was die Kinder am meisten interessiert!

Frühe Förderung hört nicht im Kindergarten auf
Naturwissenschaftliche Bildung darf aber im Kindergarten nicht aufhören. Auch wenn laut Bildungsplänen Physik und Chemie erst im siebten Schuljahr vorgesehen sind, sind sich viele Wissenschaftler einig: Eine frühe Förderung der Fächer der belebten und unbelebten Natur in Kindergarten und Grundschule ist eine wesentliche Voraussetzung für die spätere Interessensentwicklung. Die Telekom Stiftung unterstützt die Grundschulen deshalb mit Klasse(n)kisten für den Sachkundeunterricht. Diese an der Universität Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Kornelia Möller entwickelten Kisten enthalten zum Thema "Schwimmen und Sinken" Experimentiermaterialien wie Schwämme, Murmeln oder Wachs. Mit diesen Gegenständen können im Unterricht physikalische Eigenschaften wie die Dichte "entdeckt" und "erforscht" werden. Für das 1. Quartal 2007 ist die Verteilung weiterer Kisten zum Thema "Luft und Wetter" vorgesehen. Wesentlicher Bestandteil des Stiftungs-Projekts ist auch eine Fortbildung für die Lehrer der teilnehmenden Grundschulen.

Begeisterung für Naturwissenschaften wecken
Nicht erst die PISA-Studie hat es gezeigt: Der Bildungsstand der Schülerinnen und Schüler in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften lässt zu wünschen übrig. Vorrangiges Ziel der Stiftung ist es deshalb, an weiterführenden Schulen mehr Interesse für die Fächer Mathematik, Naturwissenschaften und Technik zu wecken. Im Visier hat sie dabei Lehrende und Lernende gleichermaßen. Im Modellvorhaben "Schule interaktiv" untersucht sie, wie geeignete moderne Kommunikations- und Informationstechnologien so eingesetzt werden können, dass ein positiver Effekt auf die Lehr- und Lernkultur entsteht. "Beabsichtigt ist damit eine Verbesserung der Unterrichtsqualität, eine individuellere Förderung der Kinder und Jugendlichen, die stärkere Interaktion zwischen Lehrern und Schülern und eine höhere Selbstverantwortung der Schüler, zum Beispiel bei der Bearbeitung von Hausaufgaben oder Facharbeiten", so die Stiftung. Erprobt wird das Modell an vier weiterführenden Schulen, deren Lehrerkollegien während der Projektdauer eigene Konzepte für die Einbindung neuer Medien in den Unterricht erarbeiten. Auf der Grundlage dieser Konzepte stellt die Stiftung die Mittel für die technische Ausstattung zur Verfügung.

Aktiv wird die Stiftung auch in Schüler-Universitäten und Junior-Ingenieur-Akademien. Mit den Schüler-Universitäten fördert die Deutsche Telekom Stiftung ein Modell, das Schülerinnen und Schülern ein Frühstudium in mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Fächern ermöglicht. Auf diese Weise haben die Jugendlichen schon während ihrer Schulzeit die Möglichkeit, reguläre Lehrveranstaltungen wie Vorlesungen und Seminare zu besuchen und an Prüfungen teilzunehmen, die sie sich später anrechnen lassen können. Die Junior-Ingenieur-Akademien werden als Wahlpflichtfach ab Klasse 9 angeboten. Die Telekom Stiftung unterstützt Projekte in Bonn, Bremen und Duisburg. Dort erwerben Jugendliche theoretische Grundlagen in Elektrotechnik, Maschinenbau, Informationstechnik, Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit. Ein Großteil des Unterrichts der Akademie findet außerhalb der Schule an den Universitäten, Hochschulen und in Unternehmen statt. Diesen Teil leiten und begleiten Hochschullehrer und Fachleute der Partnerunternehmen.

Verbesserung des Mathematikunterrichts
Die Stiftung möchte auch daran mitarbeiten, dass Deutschland in Forschung und Lehre international wettbewerbs- und damit zukunftsfähig bleibt. Mit ihrem Engagement im Hochschulbereich möchte sie die Voraussetzungen dafür schaffen, dass immer mehr junge Menschen immer bessere Forschungsbedingungen in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Technik antreffen. Neben zwei Stiftungslehrstühlen und einem Stipendiatenprogramm steht vor allen Dingen das Engagement für einen anderen und besseren Mathematikunterricht im Mittelpunkt ihrer Bemühungen. Mit "Mathematik Neu Denken" fördert sie ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Neuorientierung der Gymnasiallehrer-Ausbildung im Fach Mathematik. Ihr Ziel ist, die Qualifikation der Pädagogen und damit langfristig auch die Qualität des Mathematik-Unterrichts zu verbessern. Partner des Projekts sind die mathematischen Fakultäten der Universitäten in Gießen und Siegen, die spezielle Veranstaltungen im Grundstudium für Studierende mit Berufsziel Mathematiklehrer anbieten. Ab Anfang 2007 werden mit dem Projekt "Mathematik Anders Machen" zusätzlich Mathematiklehrerinnen und -lehrer aller Schulformen bei der Konzeption ihrer Unterrichtsinhalte unterstützt. In praxisnahen Fortbildungen erfahren sie, wie sich Themenfelder der Mathematik anschaulich vermitteln lassen.

Kinder sind von Natur aus Forscher. Mit ihrem Engagement trägt die Stiftung dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mehr Freude und Interesse an den naturwissenschaftlichen Fächern entwickeln und daraus vielleicht sogar einen späteren Berufswunsch ableiten.

 

Autor(in): Petra Schraml
Kontakt zur Redaktion
Datum: 12.10.2006
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