DIPF-Logo

Deutscher Bildungsserver

Innovationsportal

Suche




Hier beginnt der Inhalt:

17. 03. 2005

 

  • Diese Seite posten:
  • Edutags-Logo
  • g+
  • Twitter-Logo
  • Facebook-Logo
  • Delicious-Logo

Bildung + Innovation

Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Didacta 2005: Bildungsportale in Deutschland

Der Deutsche Bildungsserver und die Landesbildungsserver

Bild

Dr. Friedhelm Schumacher, Gerhard Koch

Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer nutzen das Internet und versorgen sich dort mit Anregungen und Material für ihren Unterricht. Um in der Informationsflut fündig zu werden, nutzen sie für ihre Recherche meist gängige Suchmaschinen wie Google oder Yahoo. Doch die sind meist nicht in der Lage, die Qualität der Angebote zu bewerten. Ertragreicher ist deshalb die Suche über Bildungsportale wie den Deutschen Bildungsserver und die Bildungsserver der Länder. Das sahen auch die Veranstalter des Forum Multimedia 2005 bei der diesjährigen Didacta in Stuttgart so. Sie luden deshalb Dr. Friedhelm Schumacher vom  Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU), beim Deutschen Bildungsserver verantwortlich für den Themenbereich Schule, und Gerhard Koch vom Landesbildungsserver Baden-Württemberg dazu ein, diese Bildungsportale ausführlicher vorzustellen. Der Artikel greift einige Aspekte des gemeinschaftlichen Vortrags auf.

Wie stehen Landesbildungsserver und Deutscher Bildungsserver zueinander?
Bekanntlich ist Bildung Ländersache. Als sich in den 90er Jahren mit dem Internet die Informationslandschaft zu ändern begann und das BMBF 1996 die Initiative "Schulen ans Netz" begründete, war man sich gleichzeitig der Notwendigkeit eines Navigators für das deutsche Bildungssystem bewusst - und förderte parallel das Projekt "Deutscher Bildungsserver" an der Humboldt-Universität. Im Jahr 1999 wurde der Bildungsserver dann beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung / DIPF als Daueraufgabe angesiedelt. Für den Schulbereich beim Deutschen Bildungsserver zeichnete von Beginn an für die Länder das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht / FWU verantwortlich. Einbezogen wurde dabei auch das SchulWeb, das schon 1995 an der Humboldt-Universität online gegangen war. Nach und nach entstanden in den einzelnen Bundesländern dann die Landesbildungsserver, deren Träger Landesinstitute, Ministerien, Schulbehörden oder Akademien bzw. Landesinstitute für Lehrerfortbildung sind. Ihrer Aufgabe, moderne Medien in die Schule einzubinden und Lehrern praxisbezogene Materialien für den Unterricht zur Verfügung zu stellen, kommen meist als Redakteure freigestellte Lehrer nach. Sie entwickeln eigene Materialien oder adaptieren Fremdmaterial. Auch das Informationsangebot des Deutschen Bildungsservers wird von Experten, Dokumentaren und Fachredakteuren fachmännisch betreut. Im Unterschied zu den Landesbildungsservern, die meist eigene Inhalte bereitstellen, ist der Deutsche Bildungsserver ein reiner Verweisserver, der empfehlenswerte Inhalte anderer Anbieter über kommentierte Links erschließt - und dabei eben auch ganz ausführlich auf die Inhalte der Landesbildungsserver verweist. Die "Portale zur schulischen Medienbildung" sind ein gutes, aktuelles Beispiel für diese Zusammenarbeit.

Nutzungszahlen sprechen für das Informationsangebot von bildungsserver.de
Durchschnittlich 3 Mio. Seitenaufrufe und ca. 500.000 Arbeitssitzungen zählt das Statistikprogramm des Deutschen Bildungsservers Monat für Monat; im Jahr kommen so 30 Mio. Pageviews und 5,5 Mio. Sessions zustande. Für einen Wegweiser durch die deutsche Bildungslandschaft ist das ein ausnehmend guter Schnitt, liegen den Arbeitssitzungen doch 65-minütige Aufenthalte und Recherchen zugrunde. Zu verdanken sind die hohen Nutzungszahlen des Bildungsportals seinem umfangreichen, strukturierten und qualitativ hochwertigen Angebot: So finden verschiedene Interessentengruppen wie Schüler/innen, Lehrer/innen, Studierende, Wissenschaftler/innen, Erzieher/innen, Auszubildende und Weiterbildungsinteressierte Seiten, die genau auf ihren Informationsbedarf zugeschnitten sind. Aber auch wer zu bestimmten Themen sucht, findet im Themenkatalog des Bildungsservers strukturiert aufbereitete Informationen. Die Baumstruktur, die allen Themen wie Elementarbildung, Berufliche Bildung, Hochschulbildung, Behindertenpädagogik oder Sozialpädagogik zugrunde liegt, unterstützt die Nutzer Schritt für Schritt bei ihrer Recherche. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, über verschiedene Suchfunktionen direkt im Datenpool des Bildungsservers zu recherchieren.

Internet und Landesbildungsserver sind eine unerschöpfliche Fundgrube
Für Gerhard Koch vom Landesbildungsserver Baden-Württemberg ist das Internet eine unerschöpfliche Fundgrube. Die Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer dort finden, lesen oder herunterladen können, sind außerordentlich vielfältig: fachliche und fachdidaktische Materialien und Quellen zur Unterrichtsvorbereitung, aufbereitete Unterrichtsmaterialien in den verschiedensten Formen und Formaten (Word, PDF, EXCEL, PPT - Downloads), Internet-Seiten, Medien (Bilder, Videos, Audios ... ), Präsentations- und Dokumentations-Hilfsmittel, z.B. für den handlungsorientierten Unterricht, interaktive Materialien für Lehrer und Schüler und auch E-Learning-Plattformen. Allesamt eignen sich diese Materialien dazu, sie für den eigenen Unterricht zu adaptieren oder nachzuahmen. Und auf den Landesbildungsservern finden sich dazu auch sehr viele Beispiele.

Fertige Aufgaben nachahmen
Auf dem baden-württembergischen Landesbildungsserver finden sich zum Beispiel Übungen zum Bruchrechnen mit Excel-Tabellen. Ein Smiley am Ende jeder Aufgabe zeigt an, ob das errechnete Ergebnis richtig oder falsch ist. Im Unterricht können diese Aufgaben "konventionell" - Schüler üben mit Hilfe dieser Tabellen - oder aber kreativ eingesetzt werden: Schüler erstellen selbst derartige Tabellen. Als "kooperativer Content-Server" mit den Arbeitsschwerpunkten Pädagogik, Didaktik und Fachinhalte gibt der baden-württembergische Landesbildungsserver Hilfestellung bei der Integration moderner Medien in den Unterricht aller Fächer und aller Schularten. Dazu stellt er das entsprechende Material und die notwendigen Informationen bereit. Und das Unterrichtsmaterial selbst ist vorher sogar unter authentischen Bedingungen von Lehrerinnen und Lehrern vor Ort erprobt worden.

Interaktive Materialien aus dem Internet
Ein anderes Beispiel aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, hier allerdings fürs Interagieren, stammt auch aus dem baden-württembergischen Landesbildungsserver: Physik Online. Hier findet man eine Sammlung von kostenlosen Online-Simulationen und -programmen für den Unterricht oder zu seiner Vor- und Nachbereitung. Die Materialien, kurze anschauliche Filme in java-applets verpackt, sind sortiert nach Teilgebieten und Stufen und zu finden unter http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/online_material.

In learn:line, dem Landesbildungsserver Nordrhein-Westfalen, der beim Landesinstitut für Schule, Soest, angesiedelt ist, findet sich ein weiteres schönes Beispiel für das gelungene Interagieren mit Hilfe der Neuen Medien. Im Buchbasar "Hier sind eure Bücher" werden Kinder- und Jugendbücher von den Kindern und Jugendlichen selbst altersgerecht vorgestellt.

Entwickeltes Unterrichtsmaterial für eigene Zwecke adaptieren
Eine Camera Obscura kann mit seinen Schülerinnen und Schülern nachbauen, wer den Brandenburgischen Bildungsserver vom Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Brandenburg in Ludwigsfelde anklickt. Er hält im Rahmen einer ganzen Unterrichtseinheit die Bauanleitung zu diesem optischen Gerät bereit. Ein schönes Beispiel also für die Verknüpfung eines physikalischen und künstlerischen Themas in der 9. Jahrgangsstufe - die Camera Obscura als Thema im Unterricht.
Bildungsportale wie der Deutsche Bildungsserver und die Landesbildungsserver sind, um noch einmal Gerhard Koch zu zitieren: Fachportale für Experten im Bildungsbereich. Und Lehrer - aber nicht nur sie - sind solche Experten, die in diesen unerschöpflichen Fundgruben noch sehr viele wertvolle Schätze bergen können.

Autor(in): Christine Schumann (DIPF)
Kontakt zur Redaktion
Datum: 17.03.2005
© Innovationsportal

Die Übernahme von Artikeln und Interviews - auch auszugsweise und/oder bei Nennung der Quelle - ist nur nach Zustimmung der Online-Redaktion von Bildung + Innovation erlaubt.

Die Redaktion des Online-Magazins Bildung + Innovation arbeitet journalistisch frei und unabhängig. Die veröffentlichten Beiträge bilden u. a. auch interessante Einzelmeinungen zum Bildungsgeschehen ab; die darin zum Ausdruck gebrachte Meinung entspricht nicht notwendig der Meinung der Redaktion oder des DIPF.

Links zum Thema